NORDAMERIKA
H Ä U P T L I N G E der ... [Stammname] (nach Kulturarealen)
Apache(Südwest-Stamm)und ihre Häuptlinge
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Mangas Coloradas, Häuptling der Mimbrenjo-Apachen |
Er war Häuptling und anerkannter oberster Häuptling der Mimbrenjo-Apachen,
deshalb auch von ihm eine eigene Seite.
Im Englischen wurde Mangas Coloradas Red Sleeves = Rotärmel bezeichnet. Er war
zur Zeit als Juan Joses der Oberhäuptling aller Apachen war, der angesehenste
Kriegshäuptling der Mimbrenjos. 1837 wurde Juan Joses und vierhundert Mimbrenjos
von amerikanischen Skalpjägern ermordet. Sein Nachfolger als Oberhäuptling der
Mimbrenjo wurde Mangas Coloradas, der die überlebenden Mimbrenjos aus der Rancheria
- Apachen-Lager - bei Coppers Mines abzog und sie zu ihren nächsten Angehörigen
bei Warm Springs in New Mexico brachte. Nun wählte der neue Oberhäuptling
sieben angesehene und ruhmreiche Krieger zu Unter- und Kriegshäuptlingen. Unter
ihnen war Victorio, der auf dieser HP eine eigene Seite erhalten hat. Nach dieser Wahl
verfolgte er die Mörder der 400 getöteten Mimbrenjo und Juan Jose und alle
fanden den Tod bis auf einen - den späteren Bürgermeister von Los Angeles
Wilson. Als dieses Werk getan war, versammelte er alle Unterführer zu umfangreichen
Beratungen. Der 46-jährige Mangas Coloradas wollte gegen die Amerikaner und
Mexikaner einen regelrechten Vergeltungskrieg führen. Die Warm Springs Apachen und
Mimbrenjos bildeten nun gemeinsam den Mimbrenjo-Stamm und töteten während
des Krieges zahlreiche Trapper und über 400 Bewohner aus Santa Rita.
Als der Vergeltungskrieg zu Ende war, sollte ein neuer Oberhäuptling der
Apachen-Nation gewählt werden. Für dieses Amt waren die größten
Anwärter Mangas Coloradas oder der 24 Jahre jüngere Cochise. Doch beide lehnten
den Posten ab, sie wollten nur Häuptlinge des eigenen Stammes bleiben. Beide wurden
aber Blutsbrüder und Cochise bekam die jüngste Schwester von Mangas Coloradas
Tesalbestinay zur Frau.
Mangas Coloradas wollte die Stämme der Apachen zu einem festen Bund vereinigen,
weshalb er seine jungen wie auch hübschen Töchter mit Haihkaila -
Häuptling der Coyotero, Kutbhala - Mescalero-Häuptling wie auch seine dritte
dem einflußreichen Navaho-Häuptling Manuelito verheiratete. Die Apachen- und
Navaho-Stämmen hatten nach diesem geschickten Schachzug von Mangas Coloradas einige
gute Jahre. Sie unternahmen gemeinsame Raubzüge nach Sonora, Chihuahua, Sinaloa und
Durango (alle mexikanische Provinzen), brandschatzten Haciendas und Ranchos und stahlen
Pferde, Maultiere und Vieh. Die, die sich wehrten, wurden getötet und die jungen
Frauen und Kinder kamen in Gefangenschaft. Die Apachen verbündeten sich mit den
kriegerischen Yaqui aus Südwesten von Sonora. Aus den Ranchos zwischen dem Rio Yaqui
und Rio Mayo wurden die Mexikaner vertrieben, so dass sie sich in die Sierra del Bacatete
zurückziehen mußten. Die Yaqui versuchten sogar die Mexikaner in den genannten
Gebieten auszurotten. Alle Überfälle wurden von Cochise und Mangas Coloradas
geplant, oft beteiligten sie sich auch an den Feldzügen. In der Kunst der
Kriegsführung übertraf Cochise seinen Blutsbruder, aber seine Stärken
lagen in weisen Ratschlägen bei Beratungen wie auch was Diplomatie anbetraf. Auch
was die Statur anging, war Mangas Coloradas mit seinen 2,05 Meter fünf Zentimeter
größer als Cochise.
Als 1848 die Vereinigten Staaten New Mexico und Arizona gewannen, kam das Apachen-Gebiet
auch unter diese Herrschaft. Mangas Coloradas war anfangs den Amerikanern friedlich
gesinnt, aber als bei Pinos Altos nordwestlich von Copper Mines Gold gefunden wurde,
wollte er sie loswerden, indem er ihnen einen anderen Platz mit mehr Gold zeigen wollte.
Die Goldsucher fürchteten aber Verrat und peitschen den Mimbrenjo-Häuptling
aus, was dieser nie wieder vergeben wollte. Er verbündete sich wiederum mit Cochise,
der drei männliche Verwandte durch Lieutenant Bascoms verloren hatte, und begannen
erneut ihre Feinde zu überfallen. Hilfe erhielten die Apachen durch den
Bürgerkrieg, wo die meisten Forts in Arizona und New Mexico verlassen und die
Soldaten an die Fronten im Osten verlegt wurden. Die Goldminen legte man still und
die letzte bewohnte Siedlung der Weißen war die Stadt Tucson im Apachen-Gebiet
von Arizona. Die verbliebenen Truppen wie auch die Südstaatler wurden immer wieder
mit den Apachen in Gefechte verwickelt und liefen in Hinterhalte. Die Apachen zogen
durchs Land und plünderten und töteten, wo sich ihnen eine Gelegenheit bot.
Mangas Coloradas griff mit 200 Kriegern Pinos Altos an, um sich für die
Auspeitschung zu rächen. Doch der Angriff wurde von Goldgräbern und Arizona
Guards abgewehrt. Nun überfiel der Mimbrenjo-Häuptling einen Wagenzug der
Regierung. Die Kutscher bauten eine Wagenburg auf und konnten die Angriffe der Apachen
solange abwehren bis Truppen ihnen zu Hilfe kamen.
Späher berichteten dem Mimbrenjo-Häuptling, dass 14 Goldgräber von Pinos
Altos zum Apachen-Paß aufgebrochen und quer durch die Apacheria unterwegs waren.
Mangas Coloradas erwartete seine Feinde zwei Kilometer vor dem Paß. Diesmal entkam
keiner der Goldgräber der Rache des Häuptlings. Kurz darauf wurden dem
Mimbrenjo eine Kolonne Bundestruppen mit 300 Soldaten gemeldet, die sich dem Paß
näherten. Mangas Coloradas verständigte Cochise und 500 entschlossene
Apachen erwarteten am 15. Juli 1862 in einem Hinterhalt liegend die sich näherten
Truppen. Die Truppe bestand aus drei Infanterie-Kompanien, einer Kavallerie-Eskorte sowie
aus zwei Haubitzen. Die verbündeten Mimbrenjo und Chiricahua griffen die Soldaten
mit Gewehren, Bogen und Lanzen an, so dass sich die Truppen zurückziehen
mußten. Neu organisiert rückten die Soldaten zum Paß vor und die 300
California Volunteers von General Carletons konnten bis zur Poststation sich
durchschlagen, allerdings die Quelle erreichten sie nicht. Als die Bundessoldaten ihre
Haubitzen einsetzten, zogen sich die Apachen zurück.
Cochise und Mangas Coloradas hofften aber immer noch den Sieg zu erreichen. Die
Kavallerie-Eskorte ritt am nächsten Morgen zu Captain Cremony zu den Dragon
Springs, um diesen vor den Apachen zu warnen. 50 Krieger unter Mangas Coloradas nahmen
die Verfolgung auf. Die ausgeruhten Apachen-Pferde konnten nach kurzer Zeit die
Kavallerie-Einheit überholen. Bei einem kurzen Gefecht traf Mangas Coloradas eine
Kugel des Soldaten Teal in die Brust, da dieser nicht rechtzeitig hinter seinem toten
Pferd fliehen konnte, versuchte er soviel Indianer wie möglich mit ins Grab zu
nehmen. Mangas Coloradas wurde behutsam in die Berge gebracht. Teal und andere Soldaten
erreichten aber das Camp von Captain Cremony.
Mangas Coloradas wurde in das Dorf des Presidio del Janos am Rio Casas Grande im
Nordwesten des mexikanischen Staates Chihuahua zu einem berühmten Arzt gebracht.
Delgadito und Victorio trugen den Verwundeten in das Haus des Doktors, während die
Krieger den Ort umzingelten. Den verängstigten Arzt wurde aufgetragen die Kugel zu
entfernen und eindringlich gewarnt, dass alle Einwohner des Dorfes sterben
müßten, wenn der Oberhäuptling sterbe. Der Arzt hatte Erfolg und am
nächsten Tag erwachte der Häuptling. Am Abend ritt er mit seinen Kriegern in
die Rancheria bei den Warm Springs - spanisch Ojo Caliente - am Oberlauf des Gila Rivers
im Bundesstaat New Mexico. Ihr Ziel erreichten sie in der dritten Juliwoche, wo Mangas
Coloradas seine Wunde heilte. Hier erfuhr der Häuptling, dass General Carleton auf
Apachen und Navaho mit Haubitzen schiessen ließ, was ihn dazu bewegte, für
alle Apachen Frieden zu schließen. Dies wollte er noch erreichen bevor er
starb.
Im Januar 1863 lagerte Mangas Coloradas am Mimbres River als ein Weißer mit einer
weißen Parlamentärfahne sich dem Lager näherte. Die Apachen erfuhren,
dass in der Nähe eine Truppe von Soldaten seie, die Friedensverhandlungen mit Mangas
Coloradas führen wollte. Die Führer der Mimbrenjo befürchteten eine Falle
und rieten ihrem Häuptling sich nicht zu Verhandlungen hinreißen zulassen.
Doch der Häuptling brach am 17. Januar 1863 mit 15 Kriegern zum Camp von Captain
Shirland nahe dem Fort McLean auf. Etwa eine Meile vor dem Camp wurden die Indianer von
Captain Jack W. Swilling - einem früheren Südstaatenoffizier und Anführer
einer Gruppe Goldsucher - aufgehalten, der versuchte, den Häuptling dazu zu
überreden, dass er alleine und ohne Waffen ins Camp kommen solle. Doch die Krieger
von Mangas Coloradas lehnten dies ab und waren nur bereit ihren Häuptling gehen
zu lassen, wenn Swilling eine weiße Fahne hißen würde. Als man dieser
Forderung nachgekommen war, forderte der Mimbrenjo-Häuptling seine Krieger auf
ihn zu verlassen, da er von Swilling das Versprechen hatte nach dem dritten Sonnenaufgang
ungehindert ziehen zu dürfen. Sobald die Krieger außer Sichtweite waren,
wurde der Häuptling von Soldaten, die in einem Hinterhalt lagen, gefangengenommen
und in das Camp gebracht. General Joseph R. West erschien im Camp und wollte mit
Mangas Coloradas reden, erhielt jedoch keine Antwort. West befahl zwei Soldaten -
Collyer und Mead - am kommenden Morgen den Häuptling tot bei ihm abzuliefern. Beide
Posten begannen kurz vor Mitternacht den Mimbrenjo mit erhitzten Bajonett zu foltern.
Nach zweimaliger Tortur sagte Mangas Coloradas zu den Soldaten auf spanisch: dass er
kein Kind sei mit dem man spielen könne. Daraufhin richteten beide Soldaten ihre
Gewehre auf den Häuptling und schossen. Anschließend schossen sie auch noch
ihre Revolver ab bis der Mimbrenjo tot war. Am anderen Morgen berichteten die Posten,
dass der berühmt-berüchtigte Häuptling bei einem Fluchtversuch
getötet worden sei. Ein Soldat nahm den toten Häuptling mit einer Axt den
Skalp ab, bevor er begraben wurde.
Die Leiche von Mangas Coloradas wurde auf Verlangen eines Chirurgen der Truppe exhumiert
und der Kopf abgetrennt. Dieser wurde präpariert nach Washington geschickt, wo er
sich auch noch heute im Smithsonian Institut - ein 1846 gegründetes Museum für
Anthropologie und Naturwissenschaften - befindet. Victorio und Delgadito nahmen drei Tage
nach dem Tod von Mangas Coloradas einen Mexikaner zum Gefangenen, den sie solange
folterten bis er ihnen detailliert über die Ermordung ihres Häuptlings
berichtete.
Mangas Coloradas - angesehener und ruhmreicher Häuptling - glaubte bis zuletzt
an das Gute im Weißen, welch fataler Fehler. | |
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