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Manuelito, oberster Häuptling der Navaho |
Manuelito wurde 1855 von seinem Volk zum obersten Häuptling gewählt. Er
heiratete eine der Töchter von Mangas Coloradas der Mimbrenjo-Apachen, um die
Freundschaft beider Stämme zu vertiefen. Als junge Navaho-Krieger amerikanische
Siedler überfielen, wurde ohne die Schuldigen zu suchen die Hogans von Manuelitos
Getreuen niedergebrannt und das Vieh erschossen. Manuelito holte sich das Vieh in
Mexiko durch Raubüberfälle wieder.
Amerikanische Soldaten errichteten im Canyon Bonito ihr erstes Fort mit dem Namen
Defiance und ließen auf den Weiden Manuelitos ihre Pferde grasen. Die Weiden der
Navaho wurden kurzerhand vom Kommandanten als Weideland des Forts vereinnahmt und das
Weiden der Navaho-Herden auf diesem Land verboten. Eine Kavallerie des Forts
erschoß die Tiere der Navaho, die auf dem verbotenen Land grasten. Daraufhin
überfielen die Indianer die Pferde und Maultiere der Armee. Im Februar 1860 hatte
Manuelito 500 Krieger um sich gesammelt, mit denen er die Pferdeherde des Forts
angriff. Jedoch erreichten die Navaho nicht viel gegen die schwerbewaffneten Wachen und
mußten zudem noch 30 Krieger beklagen. Mit Barboncito - ein Freund Manuelitos -
konnten die Navaho ihre Kriegerzahl auf 1.000 Mann erhöhen. Sie umzingelten von
drei Seiten das Fort und griffen zwei Stunden vor Morgengrauen an. Als die Soldaten ihre
Unterkünfte verließen, wurden sie mit Pfeilen überschüttet. Jedoch
konnten sich die erschrockenen Soldaten nach einiger Zeit formieren und mit ihren
modernen Waffen die Indianer auf Distanz halten. Als der Morgen dämmerte
rückten die Navaho befriedigt ab. Wenige Wochen später durchkämmten sechs
Kavallerie- und neun Infanterie-Kompanien unter dem Befehl von Colonel Edward R. S.
Canby die Chuska Mountain auf der Suche nach Manuelitos Streitmacht. Es kam zu keinem
größeren Kampf noch zu einer Entscheidungsschlacht, deshalb gab der Colonel
Ende des Jahres 1860 die Suche erfolglos auf.
Die führenden Häuptlinge - Manuelito, Barboncito, Herrero Grande... - der
Navaho waren bereit sich mit Colonel Canby im Januar 1861 im neuen Fort Fauntleroy zu
treffen. Herrero Grande wurde der neue Oberhäuptling der Navaho am Ende der
Friedensverhandlungen. Er versprach Canby alle Friedensbrecher aus dem Stamm
auszuschließen, was zwar Manuelito bezweifelte. Trotz alledem unterschrieb
Manuelito den Vertrag. Auch als reicher Viehzüchter konnte er Frieden gebrauchen.
Zwischen Händlern des Fort und den Navaho kam es zum Tauschhandel. Auch Pferderennen
wurden im Fort abgehalten an denen sich die Navaho beteiligten. Mehrere Hundert
Männer, Frauen und Kinder ritten mit ihren schönsten Kleidern zu Fort Wingate -
einst Fort Fauntleroy. Eine dieser großen Veranstaltungen fand am 22. September
1861 statt. Bei dem im Hauptrennen Manuelito gegen einen Lieutenant antrat. Für
dieses Rennen waren zahlreiche Wetten - Glücksspiele waren bei Indianern begehrt -
zwischen Weißen und Indianern abgeschlossen wurden. Geld, Vieh und Decken waren
eingesetzt und wechselten je nach Ausgang des Rennens den Besitzer. Manuelitos Zügel
war heimlich durchschnitten wurden, so dass er nach wenigen Metern des Rennens die Gewalt
über sein Tier verlor und deshalb disqualifiziert wurde. Die Indianer forderten
eine Wiederholung des Rennens, aber die Schiedsrichter lehnten dies ab und erklärten
den Lieutenant als Sieger. Im Fort wollten die Gewinner ihre Preise abholen. Die
betrogenen Navaho stürmten ihnen nach. Man versperrte die Tore des Forts und
erschoß einen Krieger als er gewaltsam eindringen wollte. Die Navaho flohen.
Einige von ihnen wurden mit Bajonetten niedergestochen. Unter ihnen waren auch Frauen
und Kinder. Auch eine Berghaubitze kam zum Einsatz. Die Navaho verteilten sich über
das Tal und es herrschte einige Zeit Feindschaft zwischen Indianern und Weißen
nach diesem Gemetzel.
In New Mexico waren Konföderierten vordrungen, die nun von der US-Armee
bekämpft wurden. Kit Carson besaß nur noch bei den Navaho vertrauen, da er es
immer noch ehrlich mit ihnen meinte. Wenn die Südstaatler vertreiben seien, so
hofften die Navaho, könnten sie mit dem Kit Carson einen Friedensvertrag
schließen. General James Carleton rückte mit einer kalifornischen
Freiwilligen-Armee im Frühjahr 1862 in New Mexico ein und übernahm das
Kommando. Nach der Flucht der Südstaatler blieben die Kalifornier im Rio Grande
Valley. Nachdem die Mescalero-Apachen in die Bosque Redondo Reservation umgesiedelt
waren, wollte der General das Stammesgebiet der Navaho, da es reich an Bodenschätzen
und Weideland war. 18 angesehene Häuptlinge wollten im Dezember 1862 mit dem General
in Santa Fé verhandeln. Manuelito traute Carleton nicht und blieb der Unterredung fern.
Die Verhandlungen wurden ergebnislos abgebrochen, so dass die Häuptlinge ohne eine
Sicherheit heimkehrten. Obwohl die Navaho friedfertig blieben, bereitete Carleton im
Frühjahr 1863 in Fort Wingate einen Feldzug gegen sie vor. Einen Termin bis zum
20. Juli 1863 in die Bosque Redondo Reservation zu gehen, ließen die Navaho
verstreichen. General Carleton übertrug Kit Carson das Kommando gegen die Navaho
vorzugehen.
Anfangs war Kit Carson gegen diesen Feldzug, dann aber warb er seine Ute-Freunde als
Scouts gegen die Navaho an. Kit Carson vernichtete zuerst die Wintervorräte und
dann den Viehbestand. Der Häuptling Delgadito ergab sich als erster. Nachdem Kit
Carson in den Stützpunkt der Navaho - den Canyon de Chelly - erobert hatte und
Delgadito die Indianer zur Kapitulation überredete, gaben 680 weitere Navaho am 31.
Januar bei Fort Wingate ihren Widerstand auf. Bis zum März waren 3.000 Navaho in
die Reservation gegangen. Armijo folgte mit 500 weiteren Stammesangehörigen. Nur
Manuelito und Barboncito und ihre Anhänger harrten weiter in den Bergen aus.
Manuelito kam erst einmal mit Herrero Grande zu einer Unterredung zusammen, bevor er sich
vielleicht für die Kapitulation entscheiden wollte. Carleton suchte für dieses
Treffen in Quelitas nur gewählte Navaho aus. In der Nacht zog sich Manuelito in sein
Versteck am Little Colorado zurück. Im September wurde Manuelitos treuester
Gefährte Barboncito im Canyon de Chelly festgenommen, was Manuelito von seinen
Kundschafter erfuhr. Nun war er der letzte Navaho-Häuptling, der gegen die
Einpferchung in eine Reservation Widerstand leistete.
Die Zahl der Getreuen Manuelitos stieg im Herbst, da es die Krieger im Reservat nicht
aushielten. Navaho-Kuriere brachten im Februar 1865 Manuelito aus dem Fort Wingate von
Carleton eine Nachricht, in der sie zur Kapitulation aufgefordert wurden, sonst
würden sie bis zum Tode gehetzt. Manuelito weigerte sich zuerst, wollte aber mit
angesehenen Häuptlingen des Stammes nahe dem Handelsplatz Zuni eine Besprechung
abhalten. Herrero Grande und fünf weitere Häuptlinge nahmen an dem
Gespräch teil. Manuelito konnte sich erneut für die Reservation nicht
entscheiden. General Carleton stellte dem Häuptling eine Falle. Für diesen
fiesen Trick wollte er die Indianer im Dorf Zuni gewinnen, die ihm bei
Tauschgeschäften in die Falle locken sollten. Manuelito wurde aber im Frühling
und Sommer des Jahres 1865 nicht gefangen, geschickt konnte er der Gefangennahme immer
wieder entgehen. Im Spätsommer gelang es aber Barboncito mit 21 Leuten das Reservat
in Richtung des Apachen-Landes - genauer in die Sierra del Escadella - zu verlassen.
Manuelito kapitulierte mit 23 Kriegern erst am 1. September 1866 im Fort Wingate.
Abgemagert, zerlumpt und mit verletzten Arm war Manuelito - der oberste Häuptling -
eine traurige Gestalt. Barboncito ergab sich 18 Tage später das zweite Mal. Carleton
wurde seines Posten als Kommandant nach dem Bürgerkrieg entbunden. Regierungsbeamte
untersuchten die Lebensbedingungen in der Bosque Redondo Reservation.
Erst am 1. Juni 1868 als General Sherman aus Washington kam, unterzeichneten Armijo,
Barboncito, Delgadito, Herrero Grande, Manuelito und sieben weitere Häuptlinge den
neuen Friedensvertrag, der ihnen das Wohnrecht im eigenen Stammesgebiet sicherte.
Die Navaho kehrten heim und hielten fortan Frieden. |
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