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Die
Indianer
Mittelamerikas
 
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Hochkulturen


 

Die Maya und der Brandrodungsfeldbau


Im Waldgebiet von Mittelamerika (wird auch als Mesoamerika bezeichnet) hat sich die Technik des indianischen Ackerbaus wenn man sie mit der vorkolumbischen Zeit vergleicht nur wenig geändert. Nach wie vor sind der Mais, Bohnen und Kürbisse die Hauptnahrungsquellen. Der Maniok spielte immer nur eine untergeordnete Bedeutung. Auf der Halbinsel Yucatán ist das für den Anbau von Kulturpflanzen in Betracht kommende Land von den Bodenverhältnissen abhängig. Harter Kalkstein bildet hier in den Untergrund. Nur der durch Verwitterung entstandene Boden in den Tälern zwischen den Hügelketten bietet eine ausreichende Grundlage für den Ackerbau. Diese Landstücke sind aber oft nur einige Hektar groß. Das höher gelegene Waldland ist durch die vulkanische Erde besonders geeignet. Wo Wasser vorhanden ist, entstanden die Siedlungen. Durch den porösen Kalksteinuntergrund sind aber solche Gegenden nicht überall zu finden. An Stellen wo der Kalkstein durch unterirdische Auslaugung weggespült wurde, entstanden natürliche runde Löcher - die sogenannten Cenotes, in denen sich Wasser sammelte, die als Quelle dienten. Typisch für diese Gegend war es, die Felder alle zwei Jahre zu wechseln.

Wenn neue Felder angelegt werden mußten, wurden sie durch Abbrennen gerodet, gesäubert und standen dann zur Bestellung zur Verfügung. Die Aussaat erfolgte Mitte oder Ende Mai. Als Arbeitsgerät diente ein hölzerner Pflanzstock, mit dem sieben bis zehn Zentimeter tiefe Löcher in den Erdboden gestoßen wurden. In ein jedes dieser Löcher wurden dann sechs Maiskörner, einige Bohnen und Kürbiskerne gelegt. Der Abstand von Pflanzloch zu Pflanzloch war etwa eine Schrittlänge. Die Felder wurden von Juli bis September zwei- bis dreimal gejätet. Einen Monat vor der Ernte wurden die Maiskolben nach unten gebogen, um sie so vor Vögeln und Überreife wirksam zu schützen.

Die Maya ernteten in diesen Gegenden drei bis sechs Monate nach der Aussaat. Dieser Zeitraum war von der ausgebrachten Maissorte und von den Bodenverhältnissen abhängig. Auch das Klima spielte dabei eine große Rolle. Fiel eine Regenperiode zu kurz aus und es folgte eine längere Trockenzeit kam es zu Hungerjahren. Auf ungünigsteren Böden konnte oft erst nach acht bis neun Monaten geerntet werden. Wildwachsende Pflanzen, die zur Nahrung geeignet waren, dienten dann als Notnahrung.

Die Felder wurden und werden von den Familien bestellt. Wurde der Boden für ein neues Feld gerodet, so halfen einer Familie auch die Nachbarn. Auf einen Hektar wurden durchschnittlich 15 bis 20 Dezitonnen geerntet, aber auch mehr. Der Ertrag war aber abhängig von den Bodenverhältnissen. Wenn der Mais in einigen Gegenden schnell zur Reifung kam, war eine zweite Ernte möglich. Mayas, die auf nichtvulkanischen Böden siedelten, gingen dazu über ihre Felder im Tiefland anzulegen, auch wenn zu diesen Feldern größere Entfernugen zurückgelegt werden mußten.

Nach der Nutzung liegt das Land für sieben bis acht jahre wieder brach. Erst dann wird es wieder für zwei Jahre bestellt. Im Maya-Gebiet ist die Rodung von Primärwald alljährlich deshalb nicht erforderlich. Der Maisanbau der Maya war trotz alledem verhältnismäß produktiv, wenn man bedenkt das nur Arbeitsgeräte aus Stein und Holz verwendet wurde.
 
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