MITTELAMERIKA
Hochkulturen
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Die Maya - Heilige Brunnen
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Weshalb eines Tages die Maya ihre Heimat verließen und ein neues Reich im Norden
der Halbinsel Yucatan errichten, ist bis heute eines der rätselhaftesten Ereignisse
der Völker. Der Grund dieser Völkerwanderung scheint unerklärlich - ist
unbekannt. Auf Yucutan wurden neue Städte gegründet und Tempel erbaut.
Die Maya-Stadt Chichen Itza wurde das Zentrum des Neuen Reiches - eine riesige Stadt mit
Tempeln, Stufenpyramiden, einer Sternwarte, einem Ballspielplatz und einem Palast.
Brasseur - ein Bibliotheksforscher - hatte 1864 in Madrid Dokumente des Franziskaners
Diego de Landa (1524 - 1579) entdeckt und diese veröffentlicht. De Landa, der
einst der Bischof von Merida, der Hauptstadt Yucatans, war, der zahlreiche Berichte
über die Vernichtung von heidnischen Dokumenten herausgebracht hatte, bemühte
sich auf einmal um die Bewahrung der Maya-Dokumente. Er begann die Sitten und
Bräuche zu studieren und legte ganz besonderen Wert auf den Maya-Kalender.
Keiner glaubte den neu erschienenen Dokumenten, die Brasseur herausgab, nur einer nahm
sich diesen Fakten an und das war der Amerikaner Edward Herbert Thompson. Er glaubte dem
Bericht von Diego de Landa und machte sich auf den Weg zum Opferbrunnen der Maya.
Alljährlich zu Zeiten der Dürre wurden in den Opferbrunnen von Chichen Itza
junge Mädchen, Gefangene und Juwelen hinuntergestürzt, um den Regengott
gnädig zu stimmen.
Der heilige Brunnen ist ein kreisrundes Wasserbecken mit einer Breite - an der weitesten
Stelle - von 30 Metern und einer noch nicht exakt gemessenen Tiefe. Etwa 15 Meter hohe
steile Kalkwände umgrenzen das Areal.
Erst versuchte Thompson durch Baggern an das Gold zu gelangen, dies schlug jedoch fehl.
Als ausgebildeter Taucher versuchte er nun erneut sein Glück und brachte
tatsächlich Skelette von Mädchenleichen aus mehr als 20 Metern Tiefe ans
Tageslicht und das was er suchte, nämlich Gold. Spektakuläre Goldarbeiten
förderte er empor - Opfergaben an den Regengott.
Gold war es einst, was die Spanier ins Land führte, die Suche nach Dorado - dem
Goldland. Eroberung, Plünderung und Mord war den Spaniern das Gold wert, die es
wegen des besseren Transports in Barren einschmolzen. Doch die Kunstwerke aus dem
Opferbrunnen blieben unversehrt.
Die Goldfunde waren für die Wissenschaft interessant und zugleich eine kleine
Überraschung. Sie bestanden nicht aus reinem Gold, so wie vermutet, sondern aus
Legierungen und sie waren nicht von den Maya hergestellt worden. Sie sind wahrscheinlich
durch Handel zu den Maya gelangt.
Die mexikanische Regierung klagte Thomson wegen Diebstahls nationalen Eigentums an
und forderte eine immense Summe zur Wiedergutmachung. Doch Thompson charterte einen
halbfertigen Schoner mit 26 Personen und stach mit Proviant für 11 Leute, ohne
Segel und ohne nautische Instrumente in See. Nach 13 Tagen voller Gefahren landete er
in Kuba und kehrte nie wieder nach Mexiko zurück.
Die Goldschätze wurden zuvor jedoch konfisziert. | |
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