MITTELAMERIKA
Hochkulturen
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Die Maya als Städtebauer
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Von den Maya sind heute 150 größere und kleinere Städte erforscht
worden. Die Maya-Kunst ist die Kunst der herrschenden Klasse und diente zur
Beweisführung ihrer halbgöttlichen oder göttlichen Abstammung. In die
Tempel hatte das Volk keinen Zutritt. Die Maya-Städte besitzen unverkennbare Zeichen
einer wohl durchdachten Städteplanung. In ihnen breiten sich Paläste,
Pyramidentempel, Ballspielplätze, freie Plätze sowie andere zweckbestimmte
Plätze aus. Der Grundriß der Gebäude war vorwiegend rechteckig. Um die
Höfe, die quadratisch und an den Ecken offen waren, verliefen lange Gänge. Es
sind aber auch als Vorhallen dienende Galerien, die eine quadratische oder viereckige Form
hatten, vorhanden. Hauptaugenmerk der Architektur lag im Äußeren und in der
Plazierung der Gebäude. Innen sind die Gebäude dunkel und wirken beklemmend.
Dies ist die Folge der falschen Maya-Gewölbe. Zu Beginn der klassischen Zeit setzte
man schrittweise von beiden Seiten Steinplatten aufeinander bis die Platten an der Spitze
zusammenstoßen (siehe Bild) und es entstand ein weitüberragendes
Scheingewölbe. Diese Dachkonstruktion stützen starke Mauern, die oft dicker
waren als der entstandene Raum. Dieser glich auch eher einem Gang als einem Saal. Die
Säulen, die die Dächer der Galerien stützten, sind 4 bis 5 Meter hoch.
Die Maya-Architektur genauer gesagt ihre Palastarchitektur war von allen altamerikanischen
Architekturen die geometrischste. Die Armut in der Gestaltung der Paläste wird
oftmals eine verschwenderisch reiche Ausschmückung hinzugefügt, die oft ein
Gleichgewicht schafft. Die Bauwerke der Maya rufen einen einheitlichen Eindruck hervor.
Ihre Grundlinie ist eine Gerade und die Bauten beherrscht die Symmetrie. Die Architektur
der Maya trägt besonders der Intensität der Sonne und der Ausdehnung der
Innenräume Rechnung. Die Verwendung verschieden hoher Fundamente, Treppen und
steiler Rampen gestattete es, die Räume abzustufen.
Die Städte der Maya hatten keine befestigten Straßen, da sie weder das Rad,
Zugtiere noch den Wagen kannten. Erwähnenswert ist aber die astronomische Ausrichtung
einiger bedeutender Objekte. Nach der Ankunft der Tolteken tauchen in den Zentren der
Städte neue Elemente auf - die Opferstätten.
Die Maya-Städte besitzen keine einheitliche städtebauliche Anlage. In Tikal
ist die Anordnung der Gebäude rechtwinklig, in Nakum und Ixkum folgen sie der
Nord-Süd-Richtung, in Naranjos und Uxmal sind sie nicht ganz systematisch
angeordnet worden, in Palenque und Piedras Negras besitzen sie keine erkennbare
Ausrichtung und in Yaxchilán folgen sie der Form der Landschaft.
Man kann in ihrer Anordnung auch nicht zwischen Stadt und Dorf unterscheiden. Nach der
Ankunft der Tolteken werden die Städte befestigt. Tulum ist von drei Seiten durch
einen 400 x 140 Meter messenden Wall und von der vierten Seite vom Meer geschützt.
Palenque ist eine der schönsten gelegenen Maya-Städte (siehe
Palenque). Sie wurde am Chiapas-Gebirge errichtet.
Die Stadt Piedras Negras wurde wahrscheinlich im Jahre 534 gegründet. Ihren Namen
erhielt sie nach den fast schwarzen Steinen, aus denen die fast 80 datierten Stelen,
Throne, Altäre und Skulpturen gefertigt sind. Das wichtigste Gebäude der
Stadt ist das Maya-Dampfbad (zumpluche). In Yaxchilán erstrecken sich die Gebäude
fast einen Kilometer am Usumacinta entlang. Die Stadt ist auf acht Anhöhen erbaut.
1946 wurde im Lacandon-Urwald im Süden Mexikos die Stadt Bonampak entdeckt. Sie
setzt sich aus elf Bauwerken zusammen, die um einen 82 x 112 Meter großen Platz
angeordnet sind. Dieses Maya-Zentrum besitzt keine Symmetrie in der Anordnung der
Gebäude. Sie wurde aber trotzdem bekannt durch ihre schönen Wandmalereinen.
Eine der wichtigsten Stadt ist Uxmal gelegen im Puuc-Gebiet (siehe Uxmal). Weitere Städte, die im Stil von Uxmal
erbaut worden, befinden sich in unterschiedlichen Entfernungen von Uxmal und waren dessen
Herrschern Untertan. Eine davon war Kabah, die 879 gegründet worden ist, besitzt den
berühmten »Palast der Tausend Masken«. Die unzähligen Masken symbolisieren den
Gott Chac. 9 km von Kabah entfernt, liegt die in der zweiten Hälfte des 9.
Jahrhundert gegründete Stadt Labná. In ihr befindet sich das berühmte
Siegestor. Die älteste Stadt dieses Gebietes ist die Stadt Sayil. Gegründet
um 800 hat sie einen dreistöckigen Palast mit vielen Räumen. Die Mauern
bestehen aus einer Art Gußbeton und sind mit bearbeiteten Steinplatten verziert.
Auf der Halbinsel Yucatán entstand in der jüngeren Periode, die von amerikanischen
Archäologen entdeckte Stadt Dzibilchaltun. In ihr befindet sich der "Tempel der
Sieben Statuen". In diesem Gebiet wurden sehr oft wichtige Magistralen gebaut. Bekannt
ist der "Weiße Weg", der in schnurgerader Richtung ohne jede Abweichung, die
beiden Maya-Städte Coba und die 100 km entfernte Stadt Yaxuna verbindet.
Die gewählte Richtung der Maya-Straßen wurde auch eingehalten wenn sie
durch einen See oder durch Sumpf führte. Man errichtete dann einfach einen Damm.
Planiert wurden die 10 m breiten Straßen mit Straßenwalzen, obwohl
sie kein rad kannten. Eine dieser Straßen führte zum Opferbrunnen cenot nach
Chichen Itzá. Chichen Itzá (siehe Chichen Itzá)
war bei weitem die bedeutendste Stadt Yucatáns.
Eine weitere bedeutende Stadt, welche in der mayaisch-toltekischen Epoche entstanden ist,
ist Mayapan. Nach dem Krieg ist sie von den Siegern jedoch völlig zerstört
worden. Nicht ein Bauwerk konnte von Archäologen rekonstruiert werden. Tulum ist
eine weitere Stadt, welche auf einem Felsen an der Küste erbaut wurde und von
gewaltigen Wällen umgeben ist. Weitere kleine Städte befinden sich auf Inseln
in der Karibischen See. So auf Cozumel, einst ein großes Wallfahrtszentrum der
Maya, auf der Insel Cancun und auf den Fraueninseln (Islas Mujeres). | |
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