MITTELAMERIKA
Hochkulturen
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Die Maya-Stadt Tonina
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Tonina liegt nahe der Stadt Ocosingo im Chiapas-Gebiet. Die Stadt ist wegen der vielen
beschrifteten Stelen, Altäre, Stuckfriese und Paneelen bekannt geworden. Zwischen 495
und 909 n. Chr. wurden diese Inschriften vorgenommen.
Im 8. und 9. Jahrhundert kam es zum Zusammenbruch der klassischen Maya-Kultur. In
zahlreichen Städten wurde in dieser Zeit die letzte Inschrift auf Stelen eingetragen.
In Tonina wurde 909 n. Chr. in eine Stele die letzte Datierung gemeißelt.
Tonina war die südwestliche Stadt im Maya-Gebiet. Der Niedergang der klassischen
Maya-Kultur zog sich über einen Zeitraum von 200 Jahren hin. Der Grund dafür
ist bis heute noch nicht eindeutig geklärt.
Um 700 n. Chr. war K'inich Baknal Chaak der König von Tonina.
Wenn ein König einer Maya-Stadt in den Krieg zog, so pflegte er sich die Kleidung
einer Göttergestalt überzuziehen. Wurde bei einer dieser Kriegszüge
Gefangene gemacht, so wurde die Identität des Gegners festgehalten, wie den Namen,
Herkunft, Stellung und den Tag der Gefangennahme. Selbst auf öffentlichen Skulpturen
wurden solche Dokumentationen gefunden.
Kultbauten der Maya bildeten Orte nach, die in der Mythologie eine wichtige Rolle
spielten. Tempel mit ihrem pyramidenförmigen Unterbau symbolisieren heilige Berge.
In der Kunst wurde so ein Bau oft als reptilähnliches Wesen dargestellt. Altäre
wurden errichtet, um Höhleneingänge zu symbolisieren. An solchen Orten wurden
dann gleiche kultische Handlungen durchgeführt wie in Höhlen. Weihrauch und
Gaben wurden dargebracht.
In Tonina ist die Akropolis - erbaut in der Späten Klassik von 600 bis 900
n. Chr. - ein Nachbau eines Ortes in dem vor langer Zeit die Götter agierten.
Die Schöpfungsgeschichte und andere religiöse Kulthandlungen wurden in der
künstlich angelegten mythischen Architektur nachempfunden. Heilige Berge und Seen
wurden ebenso so nachgebaut wie verzweigte Höhlensysteme. Ein solches Labyrinth -
bestehend aus schmalen wie verschlungenen Gängen und dunklen Räumen - ist
auf der Akropolis in Tonina zu finden. In einem Stuckfries der Akropolis ist auch die
Enthauptung von Gefangenen nach einem Sieg dargestellt. Das Bild soll die Vorstellungen
der Maya von einer Opferung, den Tod und der Unterwelt symbolisieren.
Mit kriegerischen Mitteln haben die Herrscher von Tonina ihr Einflußgebiet
ständig erweitert. Die Opferung der Gefangenen - wie K'an Hoy Kitam aus Palenque
im Jahre 711 n. Chr. und der Festnahme eines Adligen aus Calakmul sollte die
Machtposition von Tonina festigen. | |
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