MITTELAMERIKA
Hochkulturen
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Die Maya-Stadt Xkipche
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Eine Stadt im Puuc-Gebiet ist Xkipche. Sie liegt in einem Gebiet, dass sich 1200
südlich der Sierrita de Ticul im Südwesten des mexikanischen Bundesstaates
Yucatán entwickelte. Die wichtigsten Hinterlassenschaften in diesem Kulturraum
sind Steingebäude.
Im Dezember 1883 besuchte der deutsch-österreichische Architekt und Fotograf Teobert
Maler mit zwei indianischen Helfern die neun Kilometer südlich von Uxmal gelegene
Ruinenstadt Xkipche auf. Er hinterließ eine Beschreibung, eine Skizze und ein Foto
des am besten erhaltenen Gebäudes - dem Palast (Gebäude A1).
Das Puuc-Gebiet war dicht besiedelt, jedoch wissenschaftliche Untersuchungen über
die Architektur und Keramik befinden sich noch im Anfangsstadium. Die Universität
Bonn und mexikanische Institutionen haben von 1991 bis 1997 mehrmonatige Grabungsarbeiten
unternommen.
Die Ruinenstadt Xkipche wurde hinsichtlich ihrer Ausdehnung, ihrer sichtbaren Ruinen
untersucht und eine Datierung vorgenommen. Die 278 Gebäude der Stadt befinden sich
auf einer Fläche von etwa 0,7 Quadratkilometern, die in acht Gruppen errichtet
wurden. Etwa 2.000 bis 3.000 Einwohner haben wahrscheinlich die Stadt in ihrer
Blütezeit bewohnt. Im Zentrum des Ortes befanden sich die Palast- und
Zeremonialgebäude, um die kreuzförmig in alle Himmelsrichtungen weitere
Gebäudekomplexe weniger dicht gruppiert waren.
Wie sich schon Teobert Maler für den Palast - das Gebäude wird heute als A1
bezeichnet - am meisten interessierte, so konzentrierten sich die Ausgrabungsarbeiten
wiederum um dieses Gebäude und um benachbarte Gebäudegruppen.
Im Puuc-Gebiet ist der Palast von Xkipche das drittgrößte Gebäude mit
seinen 45 Räumen. Aus zwei Trakten - einem in West-Ost-Richtung verlaufenden
Ostflügel und ein L-förmiger Südflügel - besteht das zweigeschossige
Bauwerk, dass zwischen 650 und 1050 n. Chr. in mehreren Bauphasen errichtet wurde.
Es steht auf einer künstlich angelegten Plattform.
Unterhalb der Plattform ist man bei Ausgrabungen an den Gebäuden A4 und A6 auf
Keramikscherben aus sehr früher Zeit gestoßen. Mauerreste unterhalb des
Gebäude A4 stammen aus einer Zeit vor 500 n. Chr., die abgerissen wurden, um
einen L-förmigen Gebäudeteil darüber zu errichten. Ein verzierter
Stuckfries charakterisiert diese Bautätigkeit.
Unterhalb der Südseite des Gebäudes A1 sind ebenfalls Mauerreste eines
Vorgängerbaus freigelegt wurden, die farbig gestaltet waren. Zwischen 650 und 700
n. Chr. wurde dieser Komplex abgerissen und durch den in West-Ost-Richtung
verlaufenden Trakt mit seinen zwölf Zimmern ersetzt. Kurze Zeit darauf entstand
das Erdgeschoß des Südflügels. Zwischen 800 und 900 n. Chr. wurde
das Gebäude A1 zu einem monumentalen Bauwerk erweitert, dem eine große
Freitreppe auf der Südseite angefügt wurde. Sie ermöglichte den Zugang zu
den Räumen des Obergeschosses, die man nun erbaute.
Zwischen 950 und 1050 n. Chr. wurde dem Ostflügel des Gebäudes A1 eine
Plattform aufgesetzt, die zehn Räume als Obergeschoß dienen sollte. Als man
eine Wandhöhe von 1,80 Meter erreicht hatte, hörte die Bautätigkeit
abrupt auf. Eine weitere Baumaßnahme am gleichen Gebäude wurde auch gestoppt.
Der Grund dieses Baustopps ist bis heute noch nicht geklärt. Anzeichen auf
kriegerische Auseinandersetzungen konnten nicht gefunden werden. Eher vermutet man einen
Klimawechsel - durch geringere Nierderschläge verschlechterte sich
Nahrungsversorgung der Bevölkerung. | |
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