Mogollon: zwischen 250 v. bis 1450 n. Chr.
Die Vorfahren der Mogollon-Kultur sind die Cochise. In manchen Gebieten entwickelte
sich die Cochise-Kultur zu den Hohokam bzw. über Korbflechter (Basket Maker) zu
Pueblo. Kurz gesagt waren die Cochise die Vorfahren der Hohokam und Mogollon.
Der Ausdruck «Mogollon» soll den Feldbau, Hausbau und die Töpferei
kennzeichnen und steht als Begriff für die längste, ununterbrochene
Kulturentwicklung in Nordamerika. Anfangs glaubte man, dass die Mogollon eine lokale
Gruppe der Anasazi waren, später erst stellte man sie als eigenständige
Tradition dar. Warum man die Anasazi und Mogollon als eine Kulturstufe vermutete, waren
die Parallelen in der Bauweise wie auch in der Töpferkunst. Vor 1000 hatte die
Kultur der Mogollon ihren eigenen Charakter. Sie jagten weitaus mehr als die Hohokam
und Anasazi.
Die Kultur war nicht ganz einheitlich. Sie ist benannt nach den Mogollon-Bergen im
Südwesten, die an der Grenze von Arizona und New Mexico sich erstrecken. In ihrer
Entwicklung in der Spätphase glichen sie in der Kultur die der Anasazi. Ein Zweig
der Mogollon hatte sein Zentrum am Mimbres-River, deren Töpferei als sogenannte
Mimbres-Keramik berühmt wurde. Bei dieser Keramik handelt es sich um Objekte, die
eine Schwarz-auf-Weiß-Bemalung aufweist. Stilisierte Darstellungen von Menschen,
Tieren und Fabelwesen, aber auch symmetrische und geometrische Muster von höchster
Präzision, wurden auf den Schalen der Mimbres-Keramik dargestellt. Zwischen dem
11. und 13. Jahrhundert lebten diese Künstler am Mimbres-River. In einer
Fundstätte in Swarts Ruins wurden etwa 635 Gefäße bei Ausgrabungen
freigelegt, die man den Toten mitgegeben hatte. Die Töpfe waren durchlöchert
wurden, was auf die rituelle Tötung der Keramik bei einer Totenzeremonie
hindeutet.
Die Pinsel für die Bemalung der Töpfe wurden aus der Yuccapflanze hergestellt.
Sie waren so bearbeitet worden, dass auf einer Breite von 2 Zentimetern 15 parallele
Lilien untergebracht werden konnten. Diese Verzierung wurde gern von den Künstlern
der Mogollon-Kultur als Umrandung verwendet. Häufigste Darstellung waren der
Bucklige Flötenspieler als Symbol für Fruchtbarkeit und Vermehrung und die
als Erdmutter verehrte Spinnenfrau - als typische Gestalten in Indianersagen aus dem
Südwesten. Die frühesten Keramikarbeiten stammen aus dem 3. Jahrhundert,
besitzen noch kein Dekor und dienten wahrscheinlich zum Kochen und als
Vorratsbehälter. Erst im 11. Jahrhundert entwickelten sich die Motive auf der
Keramik. Die Schalen wurden verwendet bei Zeremonien und als Grabbeigabe bei
Bestattungen. Als Farbe wurde ein Gemisch aus Lehm, Wasser und pulverisierten
Hämatit (Mineral) verwendet. Die Farbunterschiede wurden durch Variieren der
Temperatur und Sauerstoffzufuhr im Brennofen erreicht. Bis heute sind die Farben
erhalten geblieben.
Um 1200 waren die Siedlungen der Mogollon im Mimbres-Tal verlassen wurden.
Wie von den Hohokam heute bekannt ist, so haben auch die Mogollon sogenannte
Ritzzeichnungen in Felswänden hinterlassen. Der Jornada-Mogollon-Stil brachte
konzentrische Kreise um geometrische Muster hervor, die vermutlich rituelle Bedeutung
hatten. Nahe dem Three River in New Mexico wurde bei einer vermutlich kultischen
Versammlungsstätte geritzte Darstellungen der Mogollon entdeckt, die zwischen
1000 und 1400 entstanden sein sollen.
Die Mogollon-Leute lebten bis zum 11. Jahrhundert in Grubenhäusern, erst dann
wohnten sie in mehrstöckigen oberirdischen Gebäuden. Ihre Dörfer waren
teils in den Bergen aber auch entlang der Flüsse errichtet. Auch sie besaßen
Kivas, die allerdings nicht rund wie die der Anasazi waren, sondern meist rechteckig.
Ihre Hauptnahrungsquelle war Wild, dazu kamen noch Mais, Bohnen, Gemüsekürbis,
Nüsse und Samen. Aus Baumwolle webte man Kleidung und Decken. Wie bei Ausgrabungen
entdeckt wurde, benutzten die Mogollon-Menschen bereits Festgewänder, die aus Fell
und Federn angefertigt waren. Sie kannten bereits Rohrflöten und rauchten Tabak
aus rohrförmigen Pfeifen. Eine Art Würfelspiel wurde auch gespielt.
In wildarmen Gebieten litten die Mogollon unter Mangelerscheinungen, wie an Skeletten
festgestellt wurde.
Das Gemeinwesen der Mogollon-Menschen läßt noch keine Rangordnung erkennen.
Auch waren die Behausungen gleich groß und hatten keine Ausstattungsunterschiede.
Die Mogollon kannten bereits Sodalitäten - also Gemeinschaften, die durch besondere
Symbole zum Ausdruck gebracht wurden. Dies konnte an Skeletten einer Fundstätte auf
dem Grasshopper Plateau im Osten von Arizona festgestellt werden.
Die Menschen der Mogollon-Kultur hatten bereits Kontakt mit den Anasazi. Ihre
eigenständige Kultur ging zwischen 1200 und 1450 unter, aber die Volksgruppen
bestanden weiterhin. Die Nachfolger der Mogollon-Kultur sollen die Anasazi gewesen
sein. |