Als Montana wird in spanischen Quellen der Urwald bezeichnet, welcher sich in
östlichen Teilen von Ekuador und Peru ausbreitet. Ihm schließt sich südlich,
in Bolivien gelegen, das Gebiet des Yunga an. Die Montana ist ein sehr bergiges Gebiet, das
bis 2.000 m ansteigt. Auch hier herrscht der tropische Regenwald. In der Montana
entspringen die Quellen des Amazonas, dessen Täler tief in die Anden eingeschnitten
sind.
In diesem Gebiet herrscht die größte Vielfalt an Sprachen
Südamerikas vor. Die Chuncho, wie man die Völker in den östlichen Anden
nennt, betreiben die Zucht der Bisam-Ente, die in dieser Gegend heimisch ist. Im Ackerland
werden weiße Kartoffeln angebaut. Bei der Viehzucht finden das Lama und die Alpaka
Verwendung. Als Nachtlager dient eine Schlafplattform statt einer Hängematte. Aus den
Montanas scheint die Verbreitung des Blasrohres und das Curare erfolgt zu sein.Durch
die Isolierung dieser Völker hat sich in den Wäldern und Tälern eine
mannigfaltige Kultur entwickelt. Die Geschichte dieses Gebietes wird in vier Perioden
eingeteilt, die einander sich ablösten: - Die prähistorische Periode, in der
der Einfluß der Andenkulturen sehr stark war.
- Die Zeit der spanischen
Eroberung in den Jahren 1532 bis 1643.
- Die Zeit von 1643 bis 1830 in der Jesuiten
ins Land kamen und wieder verschwanden; Stahlwerkzeuge aufkamen und neue Kulturpflanzen, wie
Bananen und Zuckerrohr sich verbreiteten; neue Kontakte entstanden, bei denen das Blasrohr
und der Einbaum weiter ins Waldland vordrangen; der Sklavenhandel begann und
europäische Krankheiten zwei Drittel der Eingeborenen dahinraffte.
- In der
vierten Periode wurde die politische Freiheit, welche vom 19. Jahrhundert bis in die
Gegenwart reicht, durchgesetzt; die Eingeborenen verlieren durch den Gummi-boom ihre
Kultur und Lebensweise.
Montana-Indianer sind die Uitoto.
Sie leben an der brasilianisch-kolumbischen Grenze und betreiben Jagd, Fischerei und ein
wenig Ackerbau. Besonders ausgeprägt ist ihr Zeremonialwesen, das kannibalistische
Züge aufweist. Sie benutzten Flöten, die aus Tier- bzw. Menschenknochen waren
und hatten Trommeln, die bis zu 12 Kilometer weit drangen. Von den erbeuteten Gefangenen,
welche auf Kriegszügen gemacht wurden, wurden Schädeltrophäen hergestellt.
Noch berühmter waren die Kopftrophäen der Jivaro,
auch ein Montana-Stamm, die durch die hergestellten Schrumpfköpfe oder Tsantsas
magische Potenzen gewinnen hofften. Die Schädel wurden so präpariert, das ein
Menschenkopf in Apfelsinengröße übrigblieb. Die Jivaro benutzen auch
eine große Menge an pflanzlichen Rauschmittel, die entweder geraucht oder getrunken
werden, so z. B. Ilex- und Datura-Arten und die wegen ihres Kokaingehaltes beliebte
Coca.
In den Hochwäldern von Bolivien lebt ein Tupistamm, die
Siriono. Sie besitzen eine unausglichene Wirtschaftsform aus Sammler- und
Jägertum. Nur zwei Monate des Jahres betreiben sie Ackerbau, weshalb sie sich immer
wieder dem Hunger aussetzen. Es gibt heute noch rund 3.000 Sirionos, aber ihre Zahl wird
immer weniger. Die Montana-Stämme nehmen eine Zwischenstellung zwischen den
Indianern des tropischen Waldgebiets und denen der Anden ein. Ihre magische Welt und ihre
hervorragenden Kenntnisse pflanzlicher Mittel und Tränke ließen sie als
gesuchte Zauberer, aber auch als Händler hervortreten. |