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Die Indianer im 15. und 16. Jahrhundert
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Die Indianer von 1492 bis 1599
Als Kolumbus 1492 auf der Suche nach Reichtümern auf den westlichen Seeweg
Amerika entdeckte, glaubte er in Indien gelandet zu sein und nannte die Bewohner
«Indios». Er war nicht der erste, welcher die «Neue Welt» entdeckte, sondern die
Wikinger waren schon um das Jahr 1000 in Amerika. Columbus läuft die Insel
Guanahani (San Salvador) in den Bahamas an. Ab dieser Zeit sehen die Indianer der
Ostküste immer wieder im 16. Jahrhundert Schiffe vor der Küste kreuzen.
Um das Jahr 1500 entsteht bei den Natchez im unteren Mississippi-Flußbereich ein
Staatengebilde mit einer Vier-Klassen-Gesellschaft. Dabei wird ein gottähnlicher
Herrscher («Große Sonne») verehrt. Sie besaßen Siedlungen mit Kultzentren,
Erdpyramiden mit Tempelbauten und ausgeprägte Bestattungsriten.
Das 16. Jahrhundert gilt als die Zeit der großen Entdeckungsreisen zur See. Durch die
undurchdringlingen Wälder wirkt der amerikanische Kontinent wie unbewohnt.
Jedoch lockt der Fischreichtum der amerikanischen Küste Tausende von Fischern an. Mitte
des 16. Jahrhunderts gibt es an der Küste auf einer größeren Fläche
verteilte Hütten, in denen der Fang getrocknet und Walöl gewonnen wurde.
1507 ist erstmals auf einer Weltkarte von Martin Waldseemüller (Lothringen) die
Namensgebung für die «Neue Welt» - «Amerika» - gedruckt zu
lesen.
Im Jahre 1528 beginnt nach dem Schiffbruch des Pánfilio de Narváez vor der Küste
von Texas der acht Jahre dauernde Fußmarsch des Alvar Nunez Cabeza de Vaca durch Texas
bis Mexico City.
1535/1536 entdeckt Cartier den Sankt-Lorenz-Stromes und hält ihn auf Karten fest.
Auf diese Weise ebnet er den Weg der Besiedlung, welche nur zögern im 16.
Jahrhundert voranschreitet.
1539 landen die Spanier in Florida. 100 Soldaten irren unter Führung Hernando de
Soto drei Jahre lang im Südwesten der USA umher. Für die Indianer ist diese
Expedition verhängnisvoll. Zu einem gibt es kriegerische Zusammenstöße,
zum anderen schleppen die Spanier die Blattern ein. Auch an der Nordostküste, wo
zwischen den Indianern und den Weißen sporadische Beziehungen bestehen, verursachen
Epidemien bald ein Massensterben unter der indianischen Bevölkerung. Ganze
Dörfer werden ausgerottet oder von den Bewohnern verlassen. Während die
indianischen Heilmethoden gegen die Krankheiten der Weißen wirkungslos bleiben, rettet
der Tee der weißen Zeder die Weißen vor dem Skorbut. Als sich Jacques
Cartier 1534 in Hochelaga, einem Dorf am Sankt-Lorenz-Strom aufhält, infiziert er
die Irokesen mit einer totbringenden Seuche.
1540 wollen die Europäer Gold finden. Der in Kanada gefundene Goldklumpen wird aber
als Eisenpyrit erkannt. Francisco Vázquez de Coronado bricht mit 1.000 Mann (von Mexico
City aus) auf, um auf seinen Eroberungsfeldzug durch Arizona, New Mexico, Texas,
Oklahoma und Kansas das Goldland Quivira und «Die Sieben Städte von
Cibola» zu erobern. Doch er findet in den weiten Ebenen
nur Bisons. Er erobert noch das Pueblo Hawikuh in New Mexico. Die Spanier nehmen die
Weiten des Südwesten in ihren Besitz.
Hernando de Soto - spanischer Eroberer - erreicht 1541 den Mississippi River und trifft
auf den Staat der Natchez (Louisiana und Mississippi), deren Kultur möglicherweise
die einstige Mississippi-Tradition widerspiegelt.
1562 gründen französische Protestanten unter Ribault und de Laudonniere eine
Niederlassung im Norden Floridas.
Zwischen 1598 und 1606 marschiert Juan de Onate in New Mexico ein und fordert von den
in Pueblos wohnenden Indianer Feldfrüchte, Felle und Decken. Für seine
Verbrechen an den Indianern wird er nach Mexiko zurückbeortert. |
| 1492 |
Entdeckung Amerikas durch Christoph
Kolumbus am 12. Oktober 1492 auf seiner ersten Reise. Siehe dazu
Christoph Columbus |
| 1497 bis 1498 |
Der Seefahrer Giovanni Caboto -
(engl. John Cabot) geb. 1450 - gest. 1498 - entdeckte in englischen Dienste stehend
1497 das nordamerikanische Festland. |
| 1502 |
Englische Fischer fischen immer wieder
in den Fischgründen von Neufundland. |
| 1507 |
benannte der deutsche Kartograph
M. Waldseemüller die »Neue Welt« nach Amerigo Vespucci - ein italienischer Seefahrer,
der mehrere Reisen nach Amerika [Honduras, Südamerika] unternahm - »Amerika«. |
| 1513 bis 1521 |
wird von Juan Ponce de Léon Florida
zum spanischen Hoheitsgebiet erklärt. |
| 1534 bis 1542 |
Jasques Cartier treibt Handel mit
Huronen, Irokesen, Micmac und Montagnais. |
| 1539 |
landen die Spanier in Florida. Sie
werden von Ferdinand de Soto angeführt. |
| 1540 bis 1542 |
De Coronado unternimmt eine
Expedition in den Südwesten. Dort trifft er auf Hopi, Tiquex und Zuni. Er marschiert
in ein Zuni-Dorf ein und hält es für mehrere Monate besetzt. |
| 1562 |
gründen französische
Protestanten im Norden Floridas eine Niederlassung. |
| 1566 |
gründen die Spanier die erste
europäische Stadt in den heutigen USA. Sie trägt den Namen St Augustine. |
| 1578 bis 1579 |
Sir Francis Drake - englischer
Seefahrer - erforscht die Küste von Kalifornien. Er unternimm auch Raubzüge
gegen die Spanier an der Westküste Amerikas. |
| 1585 bis 1586 |
Auf der Insel Roanoke im heutigen
Bundesstaat North Carolina wird unter Raleigh die erste englische Siedlung gegründet.
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