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Die Navaho - auch Navajo


Zeremonie der Navaho vor einem Hogan Navaho (auch Navajo) ist der populäre Name der Yutagenne-Indianer, die der athapaskischen Dialektgruppe der Déné-Sprachfamilie angehören. Sie wurden wegen ihrer Verwandtschaft zu den Apachen von den Spaniern als Apaches de Nabujú genannt. Zur Vereinfachung wurde später das Wort Apache weggelassen. Die Navaho kamen vor 900 Jahren aus dem hohen Norden in den Südwesten. Hier besiedelten sie die halbwüstenartigen Gebiete der heutigen Bundesstaaten Arizona und New Mexico. Im Gegensatz zu anderen Wüstenstämmen, die als Nomaden lebten, wurden die Navaho seßhaft. Sie übernahmen den Ackerbau der südwestlichen Bauernkultur und bauten Mais, Obst und Gemüse an und betrieben Schafzucht. Von gefangenen Pueblo-Frauen, die ihre Sklaven waren, erlernten die Frauen der Navaho die Webkunst. Im Laufe der Zeit erlangten sie große Fertigkeiten auf diesem Gebiet und sind heute die hervorragendsten Weberinnen von Nordamerika. Von den Spaniern erlernten sie das Anfertigen von Silberschmuck. In diesem Handwerk wurden sie die besten Silberschmiede des Südwestens. Ebenfalls von den Pueblo-Indianern übernahmen sie die Sippenordnung mit Vorrangstellung der Mutter. Die Sippen- oder Clan-Mutter wurde aber nicht übernommen. Ihre Behausung war der Hogan, den jedes junge Ehepaar selbst erbaute. Zur Tradition der Navaho gehörte der Schwiegermutter-Tabu - Schwiegermutter und Gatte durften sich weder sprechen noch sehen. Ihre Kleidung glich der der Apachen und war aus Wildleder hergestellt. Später verwendeten sie ponchoähnliche Wollkleidung. Ihre Haare hingen lose über die Schulter, späten flochten sich Männer und Frauen auch Zöpfe.

Mit der Töpferei und der Korbflechterei beschäftigten sich die Navaho auch und waren so auf Handel mit anderen Stämmen nicht angewiesen. Statt sich mit dem Tausch von Waren zu befassen, wurden alle begehrenswerten Sachen durch Diebstahl und Raub erbeutet, was zu keinem Frieden führte. Nach dem Eindringen der Spanier waren die Navaho der zweiträuberischste Stamm der Region, nur die Apachen übertrafen sie noch. Als das Pferd bei den Navaho Einzug hielt, dehnten sie gefürchteten Raubzüge aus. Spanische Ansiedlungen und Pueblos waren ihre bevorzugten Ziele. Die gestohlenen Pferde, Maultiere und Schafe verwendeten sie für ihre Zucht. Da sich die Spanier zur Wehr setzten, kam es zu einem 200-jährigen Krieg.

Die Navaho lernten von den Spaniern den Sklavenhandel. Frauen und Kinder wurden von den Spanier wie auch von den Navaho in die Sklaverei verschleppt. Auch als ihr Gebiet an die Vereinigten Staaten fiel, überfielen die Navaho die Mexikaner und deren verbündete Indianer. Nach Überfällen der Mexikaner auf die Navaho wurden diese bestraft.

Manuelito wurde im Jahre 1855 bei den Navaho zum obersten Führer gewählt, der mit anderen Häuptlingen Verträge mit den Amerikanern abschloß, um angedrohte Vergeltungsaktionen abzuwenden. Als Weiße 1859 in ihr Stammesgebiet eindrangen, wurden sie von den Navaho überfallen. Die US-Armee verfolgte nun aber nicht die Schuldigen, sondern erschossen den gesamten Viehbestand der Navaho. Daraufhin kam es zum Krieg zwischen den Navaho unter Manuelito und den Amerikanern. Im Januar 1861 waren die Häuptlinge der Navaho bereit mit Colonel Canby zu verhandeln, um Frieden zu schließen. Diesen Frieden brauchten die Navaho dringend, da sie sich während des Krieges nicht um ihr neues Vieh aus Mexiko und den Ackerbau kümmern konnten. Auch Canby wollte Frieden, da seine Soldaten nicht in der Lage waren, die Navaho zu besiegen. Nach dem nun endlich Frieden herrschte, wurde Herrero Grande zum neuen Oberhäuptling gewählt.

Dieser Frieden dauerte aber nur wenige Monate. Als bei einem Pferderennen die Navaho durch Betrug um ihre Einsätze gebracht wurden, kam es erneut zum Krieg. Der US-Armee gelang es erneut nicht, den Frieden wieder herzustellen. General Carleton entsandte deshalb 1862 Colonel Kit Carson gegen die Navaho mit dem Befehl sie auszurotten, wenn sie sich nicht ergaben. Statt diesen Befehl auszuführen, heuerte er die Feinde der Navaho, die Ute als Scouts an. Als die Navaho nach mehreren Aufforderungen sich nicht ergaben, wurden ihre Felder und Gärten vernichtet. Die Pferde- und Maultierherden wurden gegen einer Zahlung von 20 Dollar pro Tier ins Fort Canby gebracht.
 
Oktober 1863 Häuptling Delgadito ergibt sich als erster mit seinen Leuten. Er wird nach Bosque gebracht.
13.12.1863 Delgaditos Bruder erbeutet die Tragtiere von Carsons New Mexico Volunteers.
11.01.1864 Carsons New Mexico Volunteers dringen in den Canyon de Chelly, den Hauptstützpunkt der Navaho ein. Ohne Munition werfen Hunderte halbverhungerte Navaho auf die Soldaten Steine und Holzstücke.
13.01.1864 ergeben sich 60 ausgehungerte Navaho. In kleinen Gefechten werden 19 weitere Krieger getötet. 19 Frauen und Kinder werden gefangengenommen. Als sich die Mehrzahl der Navaho nicht ergab, läßt Carson die Pfirsichplantage - rund 5.000 Bäume - von Soldaten fällen.
31.01.1864 kapitulieren 680 Navaho. 1.200 waren es bereits bis Mitte Februar, die sich gestellt hatten.
21.02.1864 ergibt sich Herrero Grande mit 300 Stammesangehörigen. Bis Anfang März hatten sich 3.000 Navaho bei den Forts Canby und Wingate ergeben und wurden nach Bosque Redondo transportiert. Auf dem Weg starben 323 Navaho.
Ende April kapitulierte Armijo. Immer mehr Navahos ergaben sich.
September 1866 ergaben sich Manuelito und Barboncito als letzte der Navaho mit nur noch 44 Kriegern.
 
Ganze zwei Jahre benötigten Regierungsbeamte, um festzustellen, dass die Zustände wie auch das Klima im Bosque Redondo Reservat für die Navaho unerträglich waren. Krankheiten, wie die Blattern, Cholera, Pest und Lungenentzündung breiten sich aus, aber auch Unterernährung waren die Folge. Aus diesem Grund wurde am 01.06.1868 zwischen der USA und den Navaho ein neuer Friedensvertrag geschlossen, den die zwölf angesehensten Navaho-Häuptlinge unterzeichneten. Im Anschluß durften sie wieder in ihre alte Heimat zurückkehren, da von der kleinen Anzahl, die das Dahinsiechen überlebte, keine Gefahr mehr ausging.

Nach dem es Japanern im zweiten Weltkrieg gelungen war, den amerikanischen Geheimkodex zu entziffern, wurden Navaho-Funker eingesetzt, die die Nachrichten in ihrer Stammessprache weiter gaben. Die komplizierte Sprache der Navahen konnten die japanischen Kodeexperten nicht entschlüsseln. Die Navaho-Sprache hatte es den Sowjets angetan, fortan einen Sprachkurs an der Universität in Moskau einzurichten.

Heute leben ca. 100.000* Navaho und sind der zahlenmäßig stärkste Stamm der Vereinigten Staaten. Auf ihrem Stammesgebiet wurde Erdöl- und Uranvorkommen gefunden und durch den Fremdenverkehr wurden sie die reichsten Indianer des Landes. Der aus 72 Mitgliedern bestehende Stammesrat beschloß das Geld für Investitionen zu verwenden. Mit ihm sollen gewerbliche und industrielle Betriebe angesiedelt werden, der Straßenbau vorantrieben werden, die Wasserversorgung verbessern werden und Schulen und andere Ausbildungsstätten errichtet werden.
 
Aatsosni (Aa-tro-sni = enge Schlucht). Sie waren ein großer und mächtiger Sippenclan der Navaho.
 
* = andere Quellen haben andere Zahlen vorzuweisen
 
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