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Das Kulturareal Nordosten
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Wird in der Literatur auch als "Östliches Waldland" bezeichnet
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Das östliche Waldland wird im Norden durch die Großen Seen, im Westen
durch den Mississippi, im Süden durch den Cumberland River und im Osten durch den
Atlantischen Ozean begrenzt.
Im südlichen Teil des östlichen Berglands gibt es viele sichtbare Zeugnisse
für präkolumbische Geschichte der Indianer. Große wall-, tier- und
pyramidenförmige Stein- und Erdwerke («Mounds»), die als Befestigungen und
Kultstätten dienten, wurden kurz nach der Zeitwende errichtet. Der "Monks-Mound"
von Cahokia bei St. Louis besteht aus vier zu einer Plattform aufsteigenden Terrasse. Mit
seiner Höhe von 30 Metern und einer Grundfläche von 71.400 Quadratkilometern
gehört er zu den Größten altertümlichen Bauwerken der Erde.
Bei Grabungen wurden viele Gegenstände gefunden, die Rückschlüsse auf
ihre Erbauer zulassen. Wie man annimmt sollen das im Norden die
Irokesen und Siouxstämme und im Süden die
Muskhogee gewesen sein.
Vor Ankunft der Weißen wurde das östliche Waldland von Stämmen der
Algonkin-, Irokesen-, Sioux- und Muskhogee-Sprachfamilie besiedelt. Alle
Stämme des östlichen Waldlandes betrieben, wenn auch im unterschiedlichen
Maße den Anbau von Kulturpflanzen. Eine Ausnahme waren die
Ojibwa im Gebiet der Großen Seen, welche den
wildwachsenden Wasserreis ernteten. Die Felder wurden durch Brandrodung urbar gemacht.
Pflanzstöcke und Hacken mit Blättern aus Stein oder Schulterblattknochen
wurden für die Feldarbeit benutzt.
Es wurden hauptsächlich Mais, Bohnen, Kürbisse, Sonnenblumen und im Süden
Süßkartoffeln angebaut. Baumwolle und Tabak wurden als Nutz- und
Genußpflanzen kultiviert. Ferner bot der Wald wildwachsende Pflanzen, deren
Früchte und Wurzeln für menschliche Ernährung nutzbar gemacht wurden. Aus
Ahornsaft wurde Zucker gewonnen.
Mit Pfeil und Bogen erlegten sie bei der Jagd Hirsche, Elche und andere Tiere. In Fallen
wurden Tiere gefangen, Treibjagden wurden durchgeführt, die nicht nur der Fleischerbeutung
dienten, sondern auch Felle zur Herstellung verschiedenster Gegenstände.
Auch der Fischfang spielte an den Küsten besonders bei den Algonkinstämmen
eine wichtige Rolle. Man benutzte dazu Fischwehre und -zäune, Harpunen, Netze,
Reusen, Speere und Angelhaken. In Flüssen wurden Fische mit Pfeil und Bogen
geschossen.
Die Nahrung wurde auf verschiedene Weise zubereitet. Fleisch das nicht sofort
gegessen wurde, konservierte man durch Trocknung, den im Holzmörser zerstampften
Reis aß man in Form von Fladen oder gekochten Speisen, auf heißen Steinen
gebacken oder grüne Maiskolben röstete man.
Die Wohnhäuser der Indianer im östlichen Waldland fielen sehr
unterschiedlich aus. Die Algonkins bauten Wigwams, an der atlantischen Küste
errichtete man Langhäuser mit Tonnendach, die Irokesen wohnten in Langhäusern
die einen Mittelgang besaßen, bei den Sioux-Indianern wurden runde oder ovale
kuppelförmige Hütten mit Rindenbedeckung erbaut und die südlichen
Stämme wohnten in Sommer- und Winterhäusern.
Die Sommerhäuser waren rechteckig, hingegen waren die Winterhäuser rund und
hatten einen Lehmbewurf, die Dächer waren mit Stroh gedeckt.
Die Kleidung der Männer bestand aus einem Lendenschurz, Leggings und Mokassins.
Die Frauen trugen knielange Kleider oder Rock mit Bein- und Fußbekleidung. Die
Überbekleidung bestand aus Pelz- oder Federmäntel. Die Kleidung der Frauen und
Männer wurde vornehmlich aus Hirschleder hergestellt.
Leder wurde auch verwendet für Taschen, Beutel und andere Gebrauchsgegenstände.
Im östlichen Waldland war auch die Töpferei bekannt. Es war die Arbeit der
Frauen. Sie kam aber über einfache, relativ rohe Formgebung nicht hinaus und wurde
im 18. Jahrhundert fast ganz aufgegeben. Fast alle Gebrauchsgegenstände, wie
Schüsseln, Löffel und Mörser wurden aus Holz geschnitzt. Auch Kanus
wurden aus Holz hergestellt. Aus gediegenem Kupfer fertigten sie Schmuck, Messer und
andere Gegenstände.
Auch die Indianer des östlichen Waldlandes benutzten zur Jagd Pfeil und Bogen,
Speere, Messer und Keulen in vielen Formen. Die Irokesen bevorzugten Keulen mit
Kugelkopf, südliche Stämme sichelförmige Keulen. Oft waren in den Keulen
auch Spitzen eingelassen. Aus der Algonkinsprache entstammt die Bezeichnung «Tomahawk»,
was allgemein Keule hieß.
Das sogenannte Muschelgeld war im östlichen Waldland verbreitet. Am kostbarsten
waren nur zwei Arten, und zwar die weißen Schalen von Meeresschnecken und der
violetten Venusmuschel. Die hieraus hergestellten Röhrenperlen wurden in
Stränge gereiht, die als Wampum bezeichnet Perlen hatten später die Bedeutung
eines Wertmessers. Wampum-Gürtel wurden überreicht bei Vertragsabschlüssen
und hatten Bedeutung eines offiziellen Dokuments. Aus den Ornamenten waren Inhalt und
Zweck ersichtlich.
Erwähnenswert sind auch die bildlichen Darstellungen. So ritzten die Ojibwa den
Inhalt von Zeremonien und magischen Gesängen in Birkenrinde. Ebenfalls hielten die
Delawaren im Walum Olum ihre Stammesgeschichte fest. Die
Sioux-Stämme vermerkten mit einer charakteristischen Zeichnung das wichtigste
Ereignis des Jahres auf ihren Wintercounts.
Im östliche Waldland kannten die Indianer eine festgefügte
Stammesorganisation mit oft sehr mächtigen Häuptlingen. Der Stammesbund der
Irokesen war eine Vereinigung von Stämmen zu einem militärischen Bund, wurde
gegen 1570 gegründet. Einer der obersten Häuptlingen der Algonkinstämme
war Powhatan.
Bei den Waldlandindianern wurde die Welt von vielen religiösen Vorstellungen
beherrscht. So glaubte man an Geister, Götter und Naturkräfte. Manabush, der
große Hase, spielte als Kulturheros in den Mythen der Algonkin eine bedeutende
Rolle. Mythische Zwillinge, die das Gute und das Schlechte in der Welt schufen, waren es
bei den Irokesen. Mit den gehörnten Erd- und Wasserschlangen standen Donnervögel
in Gestalt riesiger Adler in Feindschaft. Für die vier Winde und den Glauben an
Zwerge und Riesen und viele Tiergeister gab es Götter. Alles, was den Indianer umgab,
ob belebt oder unbelebt, besaß geheimnisvolle magische Kraft. Bei den Irokesen
wurde es Orenda, von den Sioux Wakonda oder Wakan und bei den Algonkins Manitou genannt.
Die der Ernte der Feldfrüchte gewidmeten religiösen Feste und Tänze
spielte bei den Indianer des östlichen Waldlandes eine wichtige Rolle. Dabei trugen
die Medizinmänner auch Masken, die aus Stroh geflochtenen oder hölzernen Masken
der Irokesen und Potawatomi sind besonders bekannt geworden. | |
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