MITTELAMERIKA
Hochkulturen
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San Lorenzo - die früheste Kultstätte der Olmeken
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Als die älteste Kultstätte der Olmeken gilt San Lorenzo. Sie liegt in Veracruz
nahe dem Coatzacoalcos River. Auf einem künstlich angelegten Plateau von 50 Meter
Höhe erstreckt sich die Kultstätte auf einer Fläche von ungefähr 1,3
Kilometer Länge in Nord-Süd-Richtung. Schon vor etwa 1.500 Jahren v. Chr.
verwendete die Ojochi-Kultur diesen Ort als religiösen Kultplatz. Zu dieser Zeit
zählte die Bevölkerung etwa 100 Personen, die bereits in soziale Schichten geteilt
war. Dreihundert Jahre später hatte sich die Bevölkerung verzehnfacht. Acht
kolossale Steinköpfe hatte man errichtet, die wahrscheinlich die Elite dieser
Gesellschaft darstellen. Sie könnten aber auch die Götter oder andere
natürliche oder übernatürlichen Wesen symbolisieren. Zeremonien wurden hier
abgehalten, so vermutet man. Pilger kamen von weit her. In den Ebenen betrieb man intensiven
Maisanbau. Neben Mais verzerrte man auch Fisch und Schildkröten, wie die gefundenen
Knochen beweisen. Die menschlichen Knochen, die man im Bereich der Kochstellen fand, lassen
auf Kannibalismus schließen.
Gefäße, die in San Lorenzo verwendet wurden, dienten ausschließlich als
Gebrauchsgegenstände. Sie wurden selbst hergestellt oder kamen durch Tauschhandel
zu den Olmeken. Andere keramische Arbeiten hatten rituelle Funktion. So zeigen einige der
Gegenstände Mensch-Tier-Figuren, die zwischen 1.200 und 900 v. Chr. angefertigt
wurden und eine beachtliche Anzahl aufweisen. Die Gebäude dieser Kultstätte
wurden für religiöse Zwecke verwendet. An besonderen Plätzen wurde ein
religiöses Ballspiel aufgeführt. Rund um die Ballspielplätze gab es etwa 200
Erhebungen auf denen sich einst die Tempel und Häuser befanden. Zu künstlich
angelegten Teichen wurde durch ein System aus Steinrinnen das Wasser geleitet. Die Teiche
dienten rituellen Waschungen. Um dieses Wassersystem anzulegen, hatten die Olmeken aus
80 Kilometer Entfernung die Steine geholt. Den Steinen wurde mit Hilfe von Knochen und
Steinwerkzeugen die entsprechende Form gegeben.
Aus nicht genau nachvollziehbaren Gründen wurden die Steinkolosse beschädigt und
zu einem Berghang gebracht. Hier reihte man die tonnenschweren Monumente auf bevor sie
vergraben wurden. Nach diesem Ereignis verließen die Olmeken die Kultstätte.
Man vermutet, dass die Beschädigung und Vergrabung der Steinmonumente mit der Entweihung
der Kultstätte in Zusammenhang steht. Warum und weshalb man die religiöse
Stätte verließ, gibt heute noch den Archäologen ein Rätsel auf. | |
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