MITTELAMERIKA
Hochkulturen
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Die Olmeken: Tlatilco & Chupicuaro
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Bis ins Tal von Mexiko dehnte sich der Einfluß der Olmeken aus. Wie dies geschah
ist nicht erwiesen. Es könnte der Handel oder die Wanderung der Olmeken gewesen
sein.
Von besonderer Bedeutung sind die beiden Orte Tlatilco und Chupicuaro, in denen bei
Ausgrabungen Hunderte von kleinen Tonfigürchen entdeckt wurden. Von diesen beiden
wiederum ist die erstgenannte Siedlung bedeutender als regionales Zentrum. Es gab bereits
eine soziale Schichtung, was auf der Tatsache beruht, dass die Adligen ihre Häuser
künstlich geschaffenen Terrassen errichteten. Pyramiden gab es noch keine. Dafür
entdeckte man eine glockenförmige Kammer unter der Erde, die als Müllhalde diente.
In Tlatilco wurde Töpferei betrieben, denn in dieser Gegend wurden unzählige
Tonfiguren gefunden.
Mehrere Figuren besaßen die Form eines Menschenbabys mit Jaguarmäulern. Die
Keramikgefäße und Tonschlüsseln sind denen aus San Lorenzo ähnlich.
Dies ließ die Spekulation zu, dass Tlatilco vielleicht ein externer Handelsposten
von Tlatilco gewesen sein könnte. Mit Hilfe der Radiocarbon-Methode konnte zumindest
nachgewiesen werden, das beide Zentren zur selben Zeit existierten.
Vielleicht wurden die Figuren auch in Tlatilco gefertigt, da ausreichend Ton in dieser
Region vorkommt. Dafür spricht auch die Tatsache, dass in unterirdischen Gräbern
Jaguarmasken gefunden wurden und die für die Olmeken-Kultur typischen Reliefarbeiten.
Grabbeigaben wurden auch vor Ort gefertigt und waren keine Handelsware.
Für die Olmeken sind auch Jade- und Steinarbeiten charakteristisch. Davon fand man
nur wenige, aber die Anordnung der Jadefigurengruppen erinnern wiederum an die von La Venta.
Bei den in La Venta gefundenen Tonfigürchen waren die Gewänder nicht auszumachen,
was der genaue Gegensatz zu denen von Tlatilco ist - hier sind sie deutlich zu
erkennen.
Eine besondere Aufmerksamkeit verdienen aber hohle Tonfiguren, die sorgsam gearbeitet
waren und von denen ein Großteil weibliche Figuren darstellen. Haben die Jadefiguren
meist ein finsteren Gesichtsausdruck, so haben diese Figuren einen heiteren und zeigen damit
das fröhliche Leben der Olmeken. Die Figuren sind mit braunen und roten Ockerfarben
bemalt und zeigen eine Vielzahl von Frisuren und Kopfbedeckungen. Im Gegensatz zu ihrem
Kopfschmuck sind die Figuren nur wenig bekleidet oder sogar nackt. Die schmalen Hüften
und Schultern sind genauso typisch wie ihre kleinen Brüste und dicken Oberschenkel.
Hunderte solcher Figuren wurden auch in Chupicuaro gefunden. Sie besitzen wiederum einen
prunkvollen Kopfschmuck, zeigen ausdrucksvolle Gesten und haben leuchtende Farben - sie
auch nackt oder tragen pompöse Bekleidung. Die Frauenfigürchen besaßen
allerdings eine andere Form. Die Figuren hatten schlanke Oberschenkel und Hüften,
hingegen große runde Brüste und dem entsprechende Schultern. Der Einfluß
der Olmeken ist in Chupicuaro kaum merklich, das hat vielleicht mit der späten Entstehung
dieses Zentrums zutun. Chupicuaro exisierte zeitgleich mit den letzten Jahren von La Venta.
Als Grabbeigaben fand man zahlreiche Gebrauchsgegenstände. Sie erinnern an die
Kunstwerke der Kulturen im Tal von Mexiko zwischen 500 und 100 v. Chr., denen sie
im Stil ähneln. In Chupicuaro gab es keine eigene charakteristische Stilrichtung wie
etwa in Izapa, hier trafen sich verschiedene kulturelle Einflüsse. | |
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