Die Indianer von Nord- Mittel- und Südamerika
Indianer: Lebensweise, Sitten, Bräuche, Geschichte, Sprachfamilien, Stämme, Häuptlinge, Hochkulturen



Die Olmeken: Verlassene Kultstätten


Beshädigter Stein der Olmeken Warum die größeren Olmeken-Städte La Venta und San Lorenzo zerstört und verlassen wurden, ist nicht bekannt. Merkwürdig an dieser Tatsache ist vor allem, dass die Bevölkerung nicht langsam zurückging, sondern das die Städte regelrecht fluchtartig verlassen wurden. Auch Maya-Städte - allerdings ohne Zerstörung - wurden plötzlich aufgegeben.

Die Aufgabe der Städte erfolgte zu einer Zeit als sie blühende Handelszentren und rituelle Kultstätten waren. Am ehesten glauben Forscher, dass es zu politischen Zwistigkeiten zwischen rivalisierenden Städten kam, die zu einem Krieg ausartenden und zum Machtverlust des Königs und zum Untergang des Volkes geführt hatten.

Genauso könnte es durch interne Spannungen zu Aufständen gekommen sein, ein Bürgerkrieg war die Folge. Vielleicht wurde aber auch die Bevölkerungszahl zu groß und die Ernährung war nicht mehr gesichert, so dass sich die Menschen in kleinere verstreute Gemeinden teilten, um wieder ausreichend Nahrung zu bekommen.

Die Bevölkerungszahl der Olmeken war aber nie zu groß, um die örtlichen landwirtschaftlichen Ressourcen aufzubrauchen, ein gewaltsamer Umsturz ist auch nicht bekannt, also müssen andere Faktoren in Frage kommen.

Wenn ein Aufstand stattgefunden hätte, so müßten archäologische Beweise entdeckt worden sein. So wie zum Beispiel in Tula, welches Azteken eroberten und niederbrannten. Die Zerstörung in La Venta und San Lorenzo macht mehr den Eindruck eines systematischen Abbaus. Die oberirdischen Monumente wurden durch Zerkratzen, Behauen, Abschlagen beschädigt bzw. unkenntlich gemacht. Im Anschluß vergrub man die Monumemtteile auf den Hügeln. Einfallende Invasoren bzw. Aufständige eines Bürgerkrieges hätten niemals die Überreste einer feindlichen Kultur so sorgsam und voller Achtung behandelt.

Vielleicht sind die Stätten rituell zerstört worden. Spätere mittelamerikanische Kulturen kannten einen Zyklus von 52 Jahren, nach dem eine rituellen Erneuerung notwendig wurde. Kannten die Olmeken auch diesen Zyklus? War die Erneuerung erfolglos geblieben? Dann wäre die Verstümmlung der Monumente die logische Erklärung und die Verlagerung der Macht aus diesen Zentren die logische Folge. Das Vergraben der abgesclagenen Teile bedeutet die symbolische Verbannung ins Land der Toten und deren Entmachtung.

Mit dem Zerfall der Reiche wurde ganz Mittelamerika ins Chaos gestürzt. Kulturell wie auch künstlerisch nahmen die Aktivitäten erheblich ab. Die Kultur der Olmeken blieb in nur wenigen Orten wie in Izapa und Tres Zapotes in einer geänderten Version erhalten. Weiter entfernt gelegene Städte wurden ebenso von anderen kulturellen Einflüssen, aber auch olmekischen Merkmalen, erfaßt. Eine dieser Städte war zum Beispiel Tlatilco.

Jeder mittelamerikanische Stamm könnte sich in Richtung der hierarchischen - Rangordnung - Gesellschaftsordnung unterschiedlich, aber mit Einflüssen der Olmeken, entwickelt haben. Auf jeden Fall hatte die Herrschaftsschicht sowohl geistige als auch weltliche Führungsaufgaben. Trotz der Unterschiede, die sich mehr zufällig bzw. unabhängig entwickelten, hatte fast jede Gesellschaft den Jaguar als Symbol der Macht. Die Olmeken werden wegen der vielen Gemeinsamkeiten als Mutterkultur bezeichnet. Später entwickelten sich die Kulturen des Hoch- und Flachlandes unterschiedlich, die Gemeinsamkeiten allerdings waren so ausgeprägt, dass eine Vorkultur von allen Forschern stark angenommen wird.

Dass die Olmeken die Flachland-Maya inspiriert haben, glauben viele Archäologen, umstritten ist nur in welchen Maße. Einige vertreten sogar die Auffassung, das die Maya direkte Nachfahren der Olmeken sind. Andere haben die Meinung, dass aus den ländlichen Stämmen sich die Maya entwickelten. Eins haben die Naya auf jedenfall die Zeremonialzentren der ländlichen verstreuten Gemeinden der Olmeken übernommen.

Das Hochland entwickelte sich vollkommen anders. Es entstanden zwar das gleiche hierarchische System, aber keine kleinen ländlichen Zentren, sondern einige zentrale Städte. Es wurden durch das Anwachsen der Städte Völker geschaffen, die sich grundlegend von den kleinen ländlichen Gemeinden unterschieden. Durch die Unterwerfung anderer Städte hielten zum Beispiel die Azteken an ihrem hierarchisches System fest. Wann es zu dieser Entwicklung kam, ist nicht bekannt.

Die Fruchtbarkeit des Hochlandes bot die Grundlage für eine intensive Landwirtschaft, hingegen das Flachland durch Brandrodungsfeldbau urbar gemacht werden mußte. Erfolgreicher Ackerbau war vielleicht die Grundlage für die Gründung der Städte.

Die Handelsbeziehungen der Olmeken könnten auch Einfluß auf andere Völker gehabt haben.



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