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Osceola, Häuptling der Seminolen |
Osceola wurde 1804 am Chatteehootchee River in Georgia geboren und kam auf geheimen
Wegen mit seiner indianischen Mutter nach Florida. Er soll angeblich ein Halbblut
gewesen sein, da sein Vater ein Schotte und seine Mutter eine Creek-Frau war. In
Wirklichkeit war er der Sohn eines Creek-Häuptlings, der 1808 bei einem Gefecht
mit US-Truppen getötet wurde. In der Creek-Sprache bedeutete der Name »Osceola« =
Aufgehende Sonne. In seiner neuen Heimat in Florida wurden viele Creeks und auch
entlaufene Negersklaven sehr herzlich von den Seminolen aufgenommen. Wegen seiner
kräftigen Stimme schon als Knabe wurde er Asseola, Asseholar, As-se-se-ha-ho-lar,
Asi-yaholo oder Osceola = »Starke Stimme« oder »Laute Stimme« genannt. Bei seinen
Feinden war sein Name »Powell«.
Osceola wurde Häuptling und oberster Führer der Seminolen, der bis zum
30. Januar 1838 lebte. Schon als junger Mann unterzeichnete er 1832 den Friedensvertrag
mit den Vereinigten Staaten. 1834 wollte eben diese Regierung die Seminolen zur
Umsiedlung in das Indianer-Territorium Oklahoma zwingen. In der Ratsversammlung verlangte
Osceola daraufhin die Zurückweisung des Vertrages und rief sein Volk zum Widerstand
gegen die Amerikaner auf. Osceola konnte immer mehr Seminolen um sich sammeln, die nicht
mehr auf die Warnungen ihres Oberhäuptlings Mickenopah hören wollten. Als
General A. R. Thompson den angesehenen Häuptling Emathla - der von den
Weißen gegen die Seminolen als Geisel festgehalten wurde - töten ließ
und die einstigen Negersklaven statt mit umsiedeln zu dürfen als Sklaven verkauft
werden sollten, wurde in der Ratsversammlung - die der Oberhäuptling Mickenopah
leitete - einstimmig der Krieg gegen die USA beschlossen. Man brachte nach dieser
Entscheidung die Familien in ein Versteck in die Sümpfe Floridas und der
oberste Kriegshäuptling Osceola begann einen 7 Jahre andauernden Krieg gegen die
US-Truppen. Major Dade wurde 1835 in einem Überraschungsangriff überfallen und
etwa 100 Soldaten getötet. In den nachfolgenden Jahren wurden sieben Generäle
geschlagen und mehr als 1.400 Offiziere und Soldaten mußten ihr Leben lassen.
Die US-Truppen waren im Sumpf chancenlos gegen die Seminolen und mehrmals wurden ganze
Abteilungen aufgerieben. Selbst Bluthunde, die auf die Seminolen gehetzt wurden, konnten
in die Irre geführt werden. Immer wieder wenn die Soldaten die Krieger verfolgten,
diese sich geschickt zurückzogen, wurden von den Seminolen Ansiedlungen der
Weißen im Nachhinein überfallen. Als es der Armee nicht gelang die Seminolen
in einer entscheidenden Schlacht zu besiegen bzw. sie nicht in die vorgesehene
Reservation in Oklahoma zu deportieren, lud General Jesup nach Absprache mit dem
Kriegsministerium 1837 Osceola unter freien Geleit zu Friedensverhandlungen ein. Trotz
der weißen Parlamentärflagge wurde Osceola auf Befehl des Generals
niedergeschlagen und gefesselt in Ketten in das Gefängnis des Forts Mellon auf
Florida gesperrt, jedoch später aus Sicherheitsgründen nach Fort Moultrie
in South Carolina verlegt. Hier waren bereits 250 Seminolen unter ihnen der
Oberhäuptling Mickenopah inhaftiert. Im Januar des Jahres 1838 versank Osceola in
Schwermut aus der er sich nicht mehr befreien konnte und verstarb am 30. Januar des
selben Jahres. Der Krieg der Seminolen ging trotz des Todes ihres Häuptlings
weiter, sie verstärkten sogar ihren Widerstand noch. Der hinterhältige Verrat
wurde von der US-Regierung in der Richtung gerechtfertigt, das Indianer nur Wilde seien
und das man gegen sie Krieg geführt hat.
Osceola wurde mit militärischen Ehren beigesetzt und auf seinem Grabstein stehen
heute noch die Worte: »Osceola, Patriot und Krieger, gestorben am 30. Januar 1838«. In
den Vereinigten Staaten tragen heute 18 Städte und drei Bezirke den Namen des
Seminolen-Häuptlings.
Erst im Jahr 1842 erkannte die Regierung, dass der Krieg vergeblich war und ließ
alle Kampfhandlungen einstellen. Im August 1842 waren die Häuptlinge der Seminolen
bereitet, in das Indianer-Territorium in Oklahoma zu gehen. |
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