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Ouray, Oberhäuptling der Ute

Ouray Er war Oberhäuptling der Ute, der ein Mischling zwischen Uncompahgre-Ute und Apache war. Ouray wurde auch Ouray the Arrow genannt, was so viel, wie Ouray der Pfeil heißt. Von seiner Statur war er athletisch, besaß scharfe Augen und ein rundes Gesicht. Ouray war ein Sprachgenie, der Apache, Englisch, Spanisch und Ute perfekt beherrschte. Von den Ute erwartete Ouray Frieden mit den Weißen, da er die Aussichtlosigkeit eines Krieges frühzeitig erkannte. Seine friedlichen Absichten zeigte er den Weißen, in dem er Scouts und Söldner seines Volkes zum Kampf gegen die Navaho der US-Armee abtrat.

Ouray verhielt sich abwartend als Weiße in das Stammesgebiet eindrangen, um nach Gold und Silber zu suchen. Gouverneur Evans aus Colorado erschien bei den Ute im Jahre 1863 im San Juan Mountains zu Verhandlungen. Ouray und neun Häuptlinge beteiligten sich an diesen Beratungen. Wie bei allen Verträgen, so mußten auch die Ute Stammesgebiete abtreten. Im Vertrag wurden alle Gebiete östlich der Berggipfel in Colorado an die Weißen abgegeben. Dafür erhielten die Ute Waren sowie Lebensmittel zu je 10.000 Dollar. Bereits im Jahr 1868 wollten die Siedler alle Gebiete der Ute. Auf Einladung aus Washington reiste Ouray, Nicaagat und acht weitere Häuptlinge in die Hauptstadt, wo sie in einem Hotel untergebracht wurden. Sie bekamen gutes Essen, einige Orden wie auch Tabak. Zu Beginn der Verhandlungen sollten die Häuptlinge der sieben Stämme einen bevollmächtigten Oberhäuptling bestimmen, was auch geschah. Ouray wurde einstimmig gewählt. Die Politiker und Beamten hatten aber mit Ouray kein leichtes Spiel, denn der Häuptling ließ sich nicht so einfach täuschen. Man wollte ihm ein kleines Stückchen Land in West Colorado andrehen, stattdessen forderte Ouray ein Gebiet von 16 Millionen Morgen Land, welches aus Weiden und Wäldern bestand und direkt sich an die westlichen Berghänge anschloß. Ferner forderte er zwei Agenturen. Dieses Land am San Juan Mountains von allerdings nur vier Millionen Morgen Land verkauften die Häuptlinge der sieben Stämme im Jahre 1873 an die Vereinigten Staaten, wofür sie 25.000 Dollar erhielten und Ouray zusätzlich zehn Jahre lang 1.000 Dollar Gehalt jährlich bekam - Voraussetzung dafür war, dass er Oberhäuptling blieb. Im verkauften Land wurde 1872 Silber gefunden.

Als Ouray von einwöchigen Kämpfen der White-River-Ute am Milk River gegen die US-Armee erfuhr, ließ er sofort die Kampfhandlungen beenden. Der todkranke Ouray fuhr 1880 nach Washington, wo er für sein Volk sprechen wollte. Dies war jedoch zu spät, da bereits über ein neues Reservat für die Ute entschieden war. Das neue Reservat lag in Utah, aber bevor 1881 der 500 Kilometer weite Marsch beginnen sollte, starb Ouray.





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