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Die
Indianer
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Pontiac, Häuptling der Ottawa, Ottawa-Sachem


Pontiac - Sachem der Ottawa Pontiac war Sachem der Ottawa und Oberhäuptling des Algonkin-Bundes. Er wurde 1720 geboren. General Montcalm sah in ihn einen guten Freund und die französichen Offiziere schätzen ihm ebenfalls. Diese Vertrauheit besaß Pontiac durch seine Besonnenheit und durch seine kluge Verhandlungsweise.

Im französisch-indianischen Krieg von 1754 bis 1763 hatten die Franzosen eine Niederlage erlitten, durch die sie Quebec an die Briten verloren. Mit den Engländern rauchte Pontiac die Friedenspfeife, aber als er sah, wie die englischen Siedler das Appalachen-Gebiet für sich vereinnahmten, zog sich Pontiac von den Briten zurück. Die Appalachen waren seit Ewigkeiten angestammtes Indianergebiet. Da er sich einige Zeit bei den neuen Landnehmern nicht sehen ließ, verspotteten sie ihn als Anführer primitiver Wilder. Aber statt seine Hand in den Schoß zu legen, hielt er Beratungen mit befreundeten Stämmen ab, die danach ihre Jagdgründe verließen, was für die Engländer ein Rätsel blieb. Bei englischen und französischen Händlern kamen Indianer und tauschten gegen eigenwillige Kreditscheine aus Birkenrinde Waffen mit der dazugehörigen Munition ein. Auf den Kreditscheinen waren eine bestimmte Anzahl von Fellen in Bilderschrift verzeichnet. Da sie aber das Totem von Pontiac - die Fischotter trugen - wurden die geforderten Gewehre und Munition ohne Bedenken der Händler an die Indianer ausgegeben.

Was die Händler und Siedler nicht ahnten, war, dass Pontiac einen heiligen Krieg gegen sie vorbereitete. Die Häuptlinge und Sachem der verbündeten Stämme wiegelten ihre Krieger gegen die europäischen Eindringlinge auf und unterstützten somit die Pläne des Ottawa-Sachem.

Die Stämme, die für das Unternehmen «Vertreibung der Eindringlinge» vorbereitet wurden, lebten am Oberen See bis nach Osten und von den Ottawa im Norden bis hinein nach Tennessee. Die Schamanen und Häuptlinge verbreiteten die Nachricht, dass Pontiac von Manitou selbst ausgesucht wurden war, die verhaßten Weißen im heiligen Krieg zu vertreiben. Pontiac bereiste auch noch entferntere Indianerdörfer, um die Krieger für seinen Plan zu gewinnen. Da Pontiac ein Genie war, wußte er auch, dass gegen die Weißen Pfeil und Bogen, Speere und Keulen alleine nicht zum Sieg führen würde, sondern nur die Überrumpelung auf einen Schlag der richtige Weg sei. Deshalb gab Pontiac Befehl, dass kein Häuptling allein losschlagen sollte. Zwischen Fort Pitt und der Michigan Bay hatten die Engländer 12 Forts in ihrer Hand, die auf einer Linie von mehr als 1.000 Meilen das Land beherrschten.

Drei Monate nach dem Pariser Frieden im Mai des Jahres 1763 war es Pontiac mit seiner Streitmacht gelungen von den 12 Forts neun innerhalb von nur 48 Stunden zu erobern. Das zehnte Fort war nach wenigen Tagen auch in der Hand der verbündeten Stämme. Das Fort Sandusky am Eriesee war das erste Fort, welches von der Gefolgschaft Pontiac überrumpelt wurde. Danach folgten Fort St. Joseph am Michigansee und Fort Miami. In Fort Presque Isle (Ile?) ging der Proviant aus, da blieb dem Kommandanten und seiner Mannschaft nur die Kapitulation. Fast alle diese Überfälle fanden zur gleichen Zeit statt. Fort Michilimackinac - auch Mackinac - war der größte Erfolg. Dieses Fort lag zwischen Huron- und Michigansee direkt an der Wasserstraße. Weitere Forts, die Pontiacs Allianz zerstörte, waren Le Boeuf, Quatanon, Venango, Vincennes und Wayne.

Die Engländer erfuhren erst einige Monate später wie diese Kriegslist gelungen war. Trappern war aufgefallen, wie von Stamm zu Stamm Wampunschnüre wanderten und Krieger um rotgemalte Kriegspfähle tanzten. Auch der Ankauf von Gewehren und Munition der Indianer war ungewöhnlich hoch, so dass gewissenlose Händler ihr Geschäft machten. Niemand allerdings ahnte, dass diese Kriegsvorbereitungen ihnen selber galt. Im Fort Sandusky und Fort St. Joseph ließen sich die Häuptlinge einladen, wenig später fielen sie und ihre Krieger über die Besatzung her. Zu Fort Miami wurde eine schöne Squaw geschickt mit der Bitte, dass der Fährich in das benachbarte Dorf kommen sollte, um ihre Schwester zu behandeln. Als er das Fort verließ, tötete man ihn und noch bevor die Besatzung Gegenmaßnahmen ergreifen konnte, waren die Soldaten in Gefangenschaft. Im Fort Mackinaw veranstalteten die anwesenden Indianer, die sich als Händler ausgaben, vor dem Fort das berühmte Lacross-Ballspiel. Da die Soldaten dem Verlauf des Spieles verfolgten wie auch die Sachems Pontiac und Cornstalk sehen wollten, verließen sie ihren langweiligen Postendienst. Als wiederholt ein Ball - natürlich mit voller Absicht - ins Innere des Forts geschmettert wurde, strömten auf einmal alle indianischen Spieler und Zuschauer ihm nach und verschlossen die Palisadentore. Die Soldaten auf den Wachtürmen wurden getötet und dem Kommandant und seiner Besatzung blieb nichts anderes übrig als sich bedingungslos in die Gefangenschaft der Indianer zu begeben.

Nun sollte noch das Fort Detroit fallen. Es besaß aber 7 Meter hohe Palisaden und eine Besatzung von 120 Mann, die nicht nur das Fort schützen sollten, sondern auch die 1.200 Einwohner zählende Stadt mit gleichen Namen wie das Fort. Wenn Pontiac nun auch noch Detroit besiegen könnte, wäre das ganze Seengebiet in der Hand der Indianer. Wie die anderen Forts sollte es auch mit einem Schlag erobert werden. Der Kommandant des Forts war Major Gladwyn, der oft Frauengeschichten hatte, weshalb Pontiac seinen Plan auf diese amourösen Abenteuer aufbaute. Er schickte deshalb ein hübsches Chippeway-Mädchen zum Major, allerdings nicht mit der Ahnung, dass dieses Mädchen den Major heimlich liebte. Sie machte einige versteckte Andeutungen, weshalb Gladwyn sie aushorchte und erfuhr, dass am nächsten Tag 16 Häuptlinge und einige Unterhäuptlinge wie auch Krieger kommen würden, um eine Unterredung zu erbitten. Mit einem Wampumgürtel wollte Pontiac das Zeichen zum Angriff gegeben. Gladwyn glaubte dem Bericht der Indianerin, wollte aber sich überzeugen, ob die List des Sachem tatsächlich ausgeführt werden sollte. Die Nacht verlief ruhig im Fort. Aber am anderen Tag ließ der Major die Garnision in Alarm versetzen. Die französischen Händler im Fort sollten aber keinesfalls von der Lage erfahren. Nur die englischen Kaufleute wurden benachrichtigt, sich heimlich zu bewaffnen. Etwa 10 Uhr kam Pontiac mit seiner Abordnung, die wie immer die Torwachen passieren durften. Die Häuptlinge hatten ihre Festkleidung angelegt und einige ihre Haare bis auf einen Hahnenkamm abgeschoren. Ein Trommelwirbel war das verabredete Signal der Garnisionstruppe zur Bereithaltung. Pontiac deutete dieses Signal als böses Omen, aber der Haß auf die Bleichgesichter war stärker, da ja das Fort erobert werden sollte. Pontiac und seine Begleiter wurden zu Gladwyn geführt. Der Weg ging entlang an schwerbewaffneter Soldaten. Pontiac fragte in seiner der Rede nach dem Grund dieser Maßnahme, aber der Major gab einen belanglose Antwort der Bereithaltung der Waffen an. Pontiac zog nun den Wampumgürtel mit der grünen Seite nach oben hervor und sofort kamen Wachsoldaten aus dem Nebenzimmer geeilt mit Gewehren im Anschlag. Die Offiziere nahmen ihre Pistolen in die Hand. Pontiac erkannte die ernste Lage und wendete den Wampumgürtel sofort wieder. Die Begleiter Pontiacs hatten keine Bewegung gemacht. Gladwyns Stellvertreter - Captain Campbell - riß dem nächstsitzenden Häuptling die Wolldecke von der Schulter. Die versteckte und gekürzte Büchse kam zum Vorschein. Gladwyn tat das gleiche bei Pontiac und hier fand man ebenfalls eine Flinte. Statt aber nun die Indianer zu entwaffnen und erschießen zu lassen, berief sich Gladwyn auf das zugesicherte freie Geleit. Mit dieser anständigen Handlung, wollte Gladwyn den Indianern seine Überlegenheit zeigen. Durch diese Rücksichtnahme floß noch viel Blut im heiligen Krieg der Indianer.

Pontiac ließ Detroit von der Landseite vollkommen einschließen. Der Kommandant des Forts, Major Gladwyn, konnte sich erfolgreich monatelang verteidigen, da er sich vom Wasserweg her vorsorgen konnte. Ebenfalls wie Detroit war auch das Fort Pitt - das spätere Pittsburg - von Indianern umkreist. Alle Versuche, zu beiden Forts Verstärkungen zu schicken, scheiterten, da durch die guten Nachrichtenverbindungen der Indianer Hilfsexpeditionen nicht ankamen. Sie gingen in die Falle, aber viele Soldaten wurden von französischen Händlern für teueres Wampungeld vom Marterpfahl gerettet. Die siegreichen Indianer überfielen die Siedler und töteten Hunderte von ihnen oder folterten sie zu Tode. Blockhäuser wurden angezündet, die Tiere abgeschlachtet, so dass den Grenzerfamilien kaum die Flucht gelang. Nur die Quäker wurden verschont. Die Indianer hielten mit ihnen einen 100jährigen Frieden, den sie auch jetzt nicht verletzten. Von nun an fühlten sich die Indianer wieder als die Herren ihres Landes.

Fort Detroit und Fort Pitt - einst Fort Duquesne - waren die letzten Bastionen der Engländer im Indianer-Gebiet. Der Kommandant von Fort Pitt, Ecuyer, hielt drei Sturmangriffe der Indianer stand und wollte das Fort auch nicht verlassen als ihnen die Verbündeten Pontiacs freies Geleit anboten.

Colonel Henry Bouquet, relugären Soldaten und der Miliz gelang es den Sachem Shingo am Bushy Run eine Niederlage beizubringen. Damit war der Bann der Unbesiegbarkeit der Indianer gebrochen. Auf Sandbänken des Muskingum Rivers kam es zu Friedensverhandlungen zwischen den Delawaren und Shawnee auf der einen Seite und dem Colonel. Bouquet zwang auch die beiden Stämme ihre weißen Gefangenen auszuliefern. Statt einer entscheidenden großen Schlacht kam es zu vielen kleinen Einzelgefechten.

Da es in der Natur der Indianer nicht lag jahrelang Krieg zu führen, brach die Allianz der Stämme auseinander. Stamm für Stamm der einst 25 verbündeten Nationen ließen Pontiac im Stich, was die Franzosen dazu veranlaßte, sich laut Vertrag von Paris loszusagen. Nur Pontiac und seine Ottawa belagerten weiterhin Detroit. Der englische Oberbefehlshaber von Amerika und gleichzeitige Gouverneur von New York, General Amherst, setzte auf Pontiacs Kopf eine Belohnung von 100 Pfund aus. Die einstigen verbündeten Stämme der Pontiac-Allianz trafen sich im Fort Niagara mit General Bradstreet, um Frieden zu schließen. Der Lord Jeffrey Amherst wollte die verbliebenen Ottawa bei Detroit mit Hunden verjagen und sie zu Tode hetzen lassen oder sie mit Pocken infizierten Decken anstecken. Da die Hunde nicht vorhanden waren, wurden Leinentücher mit dem Pockenvirus aus dem Pockenspital von Fort Pitt an die Indianer verteilt, damit sich die verhaßten Rothäute mit der Seuche dezimiert würden.

Die Belagerung Detroits brach Pontiac am 12. Oktober 1763 ab und zog mit den letzten Getreuen zurück in die Wälder. Pontiac durchstreifte die Wälder im Gebiet des Missouri und Mississippi.

In St. Louis wurde Pontiac von einem Händler erkannt. Dieser bestach einen Kaskaskia-Krieger mit einem Faßchen Whiskey, um Pontiac zu töten. Anläßlich eines Höflichkeitsbesuches war Pontiac bei den Illinois. Hier lauerte der Mörder den Ottawa-Sachem auf und erschlug ihn feige von hinten mit seinem Tomahawk.
 
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