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Mode der Prärie-Indianer
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Die Kleidung diente nicht nur als Schutz gegen Witterungseinflüsse, vielmehr war
sie Ausdruck sozialer und individueller Identität. Durch die Weiten der Prärien
und Plains herrschten sehr unterschiedliche klimatische Bedingungen, was dazu führte,
dass die zahlreichen Völker regional andere Kleidungsformen entwickelten. Wenn sich
Gruppen begegneten, konnten sie ihre Trachten vergleichen, sich inspirieren lassen und
den Kleidungsstil benachbarter Völker übernehmen oder nach ihren
Bedürfnissen anpassen. Im Bereich der Bisonjägerkultur am oberen Missouri
war das Völkergemisch am dichtesten gedrängt, so dass hier die Präriemode
ihren Höhepunkt fand.
Leder von Hirsch, Dickhornschaf, Gabelbock und teilweise vom Bison waren das Hauptmaterial
bevor die euroamerikanischen Stoffe Einzug hielten. Meist stellten die Frauen die
Bekleidung her. Die Bekleidung der Männer bestand aus einem Lederhemd, einem Lendenschurz,
Leggings - die von der Hüfte bis zu der Ferse reichten, aus Mokassins und einem
Umhang aus Bisonfell oder -leder. Die Frauen trugen ein Lederkleid, Legging, Mokassins und
ebenfalls einen Umhang. Keine großen Verzierungen besaß die sogenannte
Alltagskleidung - Wechselwäsche gab es nicht. Soziale Unterschiede in der
Alltagskleidung konnte man kaum erkennen. Desto mehr Kleidung eine Person besaß, um
so schwerer war der Transport bei der Verlegung des Lagers. Meist hatte jeder nur das
Nötigste.
Die Kleidung bei festlichen Anlässen war um so reichlicher verziert.
Stachelschweinborsten - später Glasperlen, Federn, Pferdehaar, Tierfell oder Bemalung
kamen für die Dekorierung in Frage. Männer, die hohes Ansehen oder ein Amt inne
hatten, zogen verzierte Hemden an, trugen auf dem Kopf einen Federschmuck und hängten
sich Bärenklauenketten um den Hals. Angesehene Jäger und Krieger, Anführer
eines Männerbundes oder religiöse Würdenträger konnten mit ihrer Tracht
die gesellschaftliche Stellung zur Schau stellen. Die Details der Kleidung stellten die
speziellen Taten des Trägers dar. Die Kleidung der weniger erfolgreichen Jäger
und Krieger oder die kein Amt ausübten, war dagegen schlichter gehalten.
Die Kleider der Frauen waren im Brustbereich mit Stachelschweinborsten, Wapitizähnen
oder mit Dentaliumschnecken der Pazifikküste verziert. Bei den Frauen der
nördlichen Plains waren Trägerkleider mit Jäckchen, die Arme besaßen,
üblich, im Süden zogen die Frauen ein Kostüm bestehend aus einem Lederrock
und ein ponchoartiges Cape an. Der reich tätowierte Oberkörper der Wichita-Frauen
blieb meist nackt. Diese Mode war in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts weit verbreitet,
änderte sich beim Auftauchen der Weißen in der Richtung, dass das Kostüm
durch ein Lederkleid abgelöst wurde.
Der Umhang, der aus Wapiti-, Bison- oder Hirschhäuten gefertigt war, diente ebenfalls
der zur Schaustellung der persönlichen Leistungen. In Bildern waren die einzelnen
Taten auf den Umhang gemalt - manchmal waren auch die Visionen des Trägers
dargestellt. Die Bedeutung der stilisierten Formen auf den Umhängen der Frauen waren
meist nicht eindeutig zu erkennen.
Die Mokassins bestanden meist aus weichen Oberleder und harter Rohhautsohle. In einigen
Gegenden der Prärie war der Schuh aus einem Stück gefertigt. Im allgemeinen
hielten aber die Sohlen nicht lange. Das Schuhwerk im Winter wurde manchmal aus einem
Stück Bisonfell hergestellt. In den südlichen Plains trugen mancherorts die
Frauen stiefelartige Fußbekleidung - Mokassin und Leggings waren zu einem Stück
zusammengenäht.
Die Kleidung wurde hier durch Farbe und Fransen verziert, anstatt Stachelschweinborsten
zu verwenden. | |
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