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Die Radiocarbon-Methode |
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Was ist eigentlich die Radiocarbon-Datierung und zu was wird sie verwendet?
Diese beiden Fragen können gleich auf einmal beantwortet werden. Die
Radiocarbon-Datierung ist eine von mindestens 54 unterschiedlichen Methoden zur
Altertumsbestimmung von organischen Stoffen, wie z. B. Knochen vom Menschen und vom
Tier, angefertigte Gegenstände, Überreste von Behausungen usw.
Im Jahre 1963 versuchten zwei englische Wissenschaftler, Don Brothwell vom British Museum
und Eric Higgs aus Cambridge, den ersten Überblick über die zahlreichen Methoden
zu geben und die Fragen zu beantworten, die eben nur die Naturwissenschaften und die moderne
Technik zu beantworten vermögen.
Heute ist man erstaunt, wenn beispielsweise an den Bruchkanten von bearbeitetem Obsidian,
diesem harten, vulkanischen Glasgebilde, aus dem früher vorzugsweise Werkzeuge
hergestellt wurden, den Hydrationsgrad gemessen werden kann und dieser Auskunft gibt
über den Zeitpunkt der Bearbeitung. Oder das die jährlich unterschiedliche
Abweichung des Erdmagnetismus vom geographischen Nordpol einen Hinweis auf die
Entstehungszeit alter Backöfen, Ton- und Lehmziegelbauten bietet. Ferner kann eine
Pollenanalyse, vorgenommen an frühzeitlichen Erdgräbern, wertvolle Angaben
über Klima und Umweltbedingungen einer fernen Vergangenheit vermitteln und eine
zeitliche Einordnung ermöglichen.
Was wird bei der Radiocarbon-Methode untersucht?
Es war bekannt, dass der atmosphärische Teil unserer Erde unter dauerndem
Beschuß durch kosmische Strahlung steht. Diese Strahlen produzieren beim Auftreffen
auf unsere Athmosphäre Neutronen, die auf die athmosphärischen Stickstoff-Atome
reagieren und dabei winzige Mengen radioaktiven Kohlenstoffes (C14) entstehen
lassen. Dieses C14 vermischt sich mit anderem Kohlenstoff und Sauerstoff zu
Kohlendioxyd und erreicht die Erde. Dieses Kohlendioxyd, in welchem winzige Mengen von
C14 enthalten sind, brauchen die Pflanzen - durch Photosynthese führen sie
es ihrer Nahrung zu. Da Tiere und Menschen pflanzliche Nahrung zu sich nehmen, wird
C14 auch vom Menschen und vom Tier aufgenommen. C14 ist radioaktiv
und man ging davon aus, dass alle organische Substanz radioaktiv seien und das es einen Weg
geben müsse, diese Radioaktivität zu messen. Radioaktive Substanzen haben die
Eigenschaft mit bestimmter Geschwindigkeit zu zerfallen und sich nach einer gewissen Zeit
auf die Hälfte zu reduzieren. Dieser Prozeß wird Halbwertszeit genannt.
Solange die Pflanze lebt, ist durch ständigen Nachschub das C konstant.
Stirbt die Pflanze oder der Mensch, beginnt die Reduzierung des C14-Gehaltes
in diesem Körper. Auf diese Weise kann man nun nicht das Alter einer Körpers
feststellen, sondern sein historisches Alter nach dem Tod. Diese Entdeckung
verkündete Willard F. Libby 1947.
Die Halbwertszeit von C14
beträgt 5.730 ± 30 Jahre. Um dies zu messen, war eine Meßmethode von
außerordentlicher Feinheit erforderlich. Die hierfür entwickelten Geräte
wurden immer weiterentwickelt. In einigen Jahren wird man in der Lage sein, noch
wesentlich genauere Messungen durchzuführen.
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| Schema der Entstehung von C14
und seine Einwirkung auf alles organische Leben |
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Kosmische Strahlung |
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Neutronen Stickstoff-Atome der
äußeren Erdatmosphäre |
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Zerfall von Stickstoff in
Wasserstoff und radioaktiven Kohlenstoff (C14) |
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Kohlenstoff verbindet sich mit
Sauerstoff zu Kohlendioxyd |
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ERDE
Mit dem Kohlendioxyd werden
auch die darin enthaltenen radioaktiven C14-Atome von allen Einzellern,
Pflanzen, Tieren und Menschen assimiliert. |
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Nach dem Tod von Mensch, Tier und
Pflanze reduziert sich C14 mit einer Halbwertzeit von 5.730 Jahren zu
C12. Das Verhältnis von C14 zu C12 erlaubt
Rückschlüsse auf das Alter der organischen Stoffe. |
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Literatur:
C. W. Ceram, Der erste Amerikaner, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Hamburg, August 2001 |
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