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Die
Indianer
Nordamerikas
 
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Geschichte ab Kolumbus


 

Schulen und Internate


Omaha-Jungen an der Pennsylvania Carlisle-Indianerschule 1879 Die ersten sogenannten «Indian Survival Schools» wurden 1969 gegründet. Dies geschah aus Protest gegen die Schulen des Bureau of Indian Affairs und gegen die öffentlichen Schulen, da diese versuchten und es auch heute noch tun die Indianer-Kinder zu assimilieren. Man wollte auch die Kinder in die amerikanische Gesellschaft eingliedern. Dafür sollten sie ihr indianisches Erbe ablehnen, die europäischen Maßstäbe beigebracht bekommen und als ihre neue Intensität übernehmen.

Sollten die indianischen Eltern und der Stamm dies zulassen oder nicht? Die Indianer gründeten die «Indian Survival Schools» und nahmen die Erziehung ihrer Kinder in die eigene Hand. Der Grundgedanke der Schule basiert auf einander zu lieben, zusammen beten und auf den Stolz der Indianer. Das wichtigste was vermittelt wird, ist das Überleben der Rasse und das Überleben des Volkes.

Schulen entstanden in Minneapolis, Rapid City, Milwaukee, Denver und in einigen Reservationen in Montana, Minnesota und South Dakota. Auch Eigenständigkeit und Selbstbewußtsein gehören zum Ziel der Survival School ebenso das Lesen, Schreiben und Rechnen. Noch höhere Lernziele sind Liebe und Respekt. Ein weiterer Gedanke ist das Selbstgefühl, dass das Lernen erleichtert. Fächer in den Schulen sind indianische Geschichte, Kunst, Religion, Ökologie und die Erlernen von Gesetzen.

In Oakland gibt es seit einigen Jahren Vorschulen für indianische Indianer. 100 Kinder werden in der Native American Parent Preschool unterrichtet, die von den Eltern gegründet wurde. Öffentliche Schulen unterstützen das Projekt. Indianische Lehrer und Eltern ermöglichen es, dass ihre Kinder stolz auf ihr Erbe sind. Sie lernen die Geschichte ihres Stammes und werden in indianischen Handarbeiten ausgebildet. Grundschullehrer werden ausgebildet, die die indianischen Kindern unterrichten. Oakland wurde auf die Bedürfnisse der indianischen Kinder durch die Vorschule aufmerksam gemacht.

Der Staat unterstürtzt Survival Schools finanziell, aber nur mit geringen Mitteln. Materielle Hilfe ist deshalb notwendig bzw. dringend erforderlich.


Eines der größten Hindernisse, um die indianischen Kinder auf euro-amerikanischen bzw kanadischen Standard zu bringen, war die Verwurzelung im Stammesleben. Deshalb wurde zum Ende des 19. Jahrhunderts gewaltsam die Politik der Zivilisation durchgesetzt. Um die Indianer-Kinder an die Welt des weißen Mannes anzupassen, wurden sie zum Teil im Alter von vier Jahren von ihren Familien getrennt und weit entfernt von den Reservaten in Internate geschickt. Eltern, die sich weigern wollten, wurde gedroht die Essensrationen zu kürzen. Die Reservatspolizei hatte die Aufgabe versteckte Kinder zu finden und abzuführen.

Acht bis neun Monate waren die Kinder von ihren Eltern getrennt. Alles was an Stammeskultur vorhanden war, wurde entfernt und die Werte und Verhaltensnormen der weißen Kultur hervorgehoben. Verstöße gegen diese Normen wurden schwer bestraft. So mußte ein Bettnässer den ganzen Tag seine Matratze hinter sich herziehen oder wer seine Muttersprache oder Stammesriten ausübte, mußte stundenlang auf den Zehenspitzen stehen und die Arme über den Kopf ausstrecken. Mädchen, die nicht folgten, erhielten von ihren Klassenkameraden Prügel. War ein Schuljahr zu Ende, so schickte man die Kinder in euro-amerikanische Familien, wo sie die englische Sprache vertiefen konnten und sich die christlichen Werte einprägen sollten. Manche Kinder sahen mehrere Jahre ihre Eltern und Familie nicht. 1879 errichtete Captain Richard Henry Pratt das erste Internat in verlassenen Militärbaracken in Carlisle im Bundesstaat Pennsylvania. Der Captain forderte weitere solcher Internate wie seins, um die Kinder schnell in die weiße Gesellschaft einzugliedern.

Die indianischen Kinder wurden auch zum Kochen, Nähen, Saubermachen, Waschen, Ackerbau... herangezogen, da die Regierung nicht genügend Geld wie auch Personal zur Verfügung hatte. An manchen Orten verbrachten die Kinder mehr Zeit für diese Arbeiten als zum Lernen. Das Leben in diesen Baracken verlief meist im armeeartigen Drill. Der Erfolg der Carlisle Indian School hatte zur Folge, dass weitere Internate und Schulen entstanden. Um die Jahrhundertwende - um 1900 - gab es 81 Reservationsschulen und 25 Internate. Manchmal lagen die Internate auch nahe den Reservaten, doch der Kontakt zu den Verwandten wurde nicht erlaubt.

Das Motto dieser Schulen und Internate war «Töte die Indianer und rette den Menschen».
 
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