| |
|
|
| |
| |
NORDAMERIKA
STÄMME, STAMMES-
TYPISCHES & HÄUPTLINGE |
|
| Arktis |
| Aleuten |
Inuit
Inuit-Stämme - Übersicht
Inuit-Haustypen
Inuit-Jagdmethoden |
|
| Prärie |
Arapaho
Häuptlinge |
Blackfoot
Piegán
Häuptlinge |
Cheyenne
Häuptlinge |
Comanchen
Kwahadi
Häuptlinge |
Crow
Häuptlinge |
D(L)(N)akota
Einführung
Westwanderung
Sioux-Nation
Sioux-Gruppen
Sitten, Alltag
Familie
Geschlechter
Nomadentum
Jäger / Sammler
Gebr.-Gegenstände
Sioux-Universum
Visionssuche
Sioux-Lebensweg
Häuptlinge
Kriegszüge
Geschichte
Sioux Heute
Sioux-Reservationen Heute |
Kiowa
Häuptlinge |
| Mandan |
Pawnee
Skidi: Gefangenenopferung
Häuptlinge |
Ponca
Häuptlinge |
Weitere
Stämme &
Häuptlinge |
|
| Subarktis |
| Stämme |
|
| Nordwestküste |
| Haida |
| Küsten-Salish |
| Kwakiutl |
| Tlingit |
Weitere
Stämme |
|
| Plateau |
Modoc
Häuptlinge |
Nez Percé
Häuptlinge |
Weitere
Stämme &
Häuptlinge |
|
| Grosses Becken |
Shoshoni
Häuptlinge |
Weitere
Stämme &
Häuptlinge |
|
| Nordosten |
Chippeway
Häuptlinge |
Delawaren
Häuptlinge |
Huronen
Häuptlinge |
Illinois
Häuptlinge |
Irokesen
Irokesen-Liga
(Cayuga, Mohawk, Oneida, Onondaga, Seneca, Tuscarora)
Häuptlinge |
| Ojibway |
Shawnee
Häuptlinge |
Weitere
Stämme &
Häuptlinge |
|
| Kalifornien |
| Stämme |
|
| Südwesten |
Apache
Aravaipa
Chiricahua
Mescalero
Mimbrenjo
Häuptlinge |
Hopi
Götter |
Navaho
Canyon de Chelly
Häuptlinge |
| Papago |
Pueblo-Stämme
Pueblo-Indianer
Acoma - Pueblo-Dorf
Häuptlinge |
| Yuma |
Weitere
Stämme |
|
| Südosten |
| Natchez |
Zivilisierten
(Cherokee, Chickasaw, Choctaw, Creek, Seminolen)
Weg der Tränen
Häuptlinge |
Weitere
Stämme &
Häuptlinge |
| |
 |
| |
 | |
|
| Sie sind in: Stämme |
| |
Skidi-Pawnee, Opferung von Gefangenen |
Hier möchte ich Euch über eine Zeremonie der Skidi-Pawnee berichten. Das
Ritual ist allerdings nicht nach jedem Geschmack, war aber für diesen Pawnee-Zweig
ein Opfer an Ti-Ra'-wa nach einem erfolgreichen Kriegszug. Nach heutigen
Moralvorstellungen ist das Ritual unmenschlich.
Wenn Pawnee-Krieger erfolgreich von einem Raubzug mit Gefangenen heimkehrten, so wurden
bis auf einen alle in den Stamm aufgenommen - also adoptiert. Diesem einem war ein
anderes Schicksal vorbestimmt. Er sollte dem höchsten Gott der Pawnee geopfert
werden, damit hoffte man Tirawa oder Ti-Ra'wa gnädig zu stimmen. Der
Auserwählte wurde mit den schmackhaftesten Delikatessen verwöhnt und zahlreiche
Frauen aßen nacheinander mit ihm.
Zwei alte Männer riefen von beiden Dorfenden am vierten Tag alle männlichen
Dorfbewohner auf Bogen und einen Pfeil zu fertigen - für Kinder wurden kleinere
Bogen hergestellt. Bei Tagesanbruch des nächsten Tages versammelten sich alle auf
der Westseite vor dem Dorf, wohin auch der Gefangene gebracht wurde. Zwei dicke Pfosten
waren hier in die Erde gerahmt und durch vier Querstangen miteinander verbunden. An
dieses Gestell wurde das Opfer mit beiden Armen an die obere Stange - zuerst der linke
dann der rechte Arm - gebunden, die Füße an die untere. Die Dorfgemeinschaft
stand schweigend da, sah diesem Geschehen zu und wartete. Unterhalb des Opferplatzes
war ein Holzhaufen aufgeschüttet, der nun in Brand gesetzt wurde. Der Krieger der
den Gefangenen gemacht hatte, trat nun mit Pfeil und Bogen an das Opfer heran und
schoß mit dem heiligen Pfeil, an dem eine Feuersteinspitze angebracht war,
unterhalb der Arme von einem zum anderen. Als das Blut in das Feuer tropfte, schossen
alle anderen Männer ihre Pfeile auf den Körper des Toten ab. Nun stieg ein
ausgewählter Mann an dem Gestell empor und entfernte die Pfeile bis auf den ersten.
Mit einem Messer schnitt er die Brust des Opfers auf und beschmierte sein Gesicht mit
einer Handvoll Blut. Im Anschluß lief er schnell zum Fluß und wusch
sich.
Nun waren die Frauen und Kinder an der Reihe. Sie schlugen mit Stöcken und Speeren
nach dem Leichnam und zählten die dabei erzielten Coups. Das angefachte Feuer
verbrannte den Leichnam. Während der Rauch zum Himmel stieg, betete man zu Tirawa,
ging am Feuer vorbei, griff nach dem Rauch, bestrich sich damit seinen Körper sowie
seine Kinder und flehte zu Tirawa um Erbarmung, Gesundheit, eine erfolgreiche Ernte und
siegreichen Kampf. Nach der Zeremonie kehrte man ins Dorf zurück und traf sich in
einer geheimen Hütte.
Der Mann, der den Gefangenen getötet hatte, fastete vier Tage und bat Ti-Ra'-wa um
Vergebung für seine Tat. Die Opferung eines gesunden, kräftigen Mannes - noch
häufiger einer jungen, entführten Frau - war die gewalttätigste
religiöse Sitte der Prärie-Indianer.
In einer anderen Quelle waren vier Männer am Gestell hochgestiegen und
vollführten oben beschriebenes Ritual. | |