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Spotted Tail - Galeshka - Oberhäuptling der Brule-Teton


Spotted Tail Auf Indianisch hieß Spotted Tail Galeshka, im Deutschen Gefleckter Schweif. Er war Oberhäuptling der Brulé-Teton, der 1823 geboren wurde. Er liebte das Leben, schöne Frauen und große Festlichkeiten. Das Gebiet seines Stammes lag im Westen der Plains - dieses Land liebte er auch. Da er das Leben genoß, war er von friedlicher Natur, allerdings ein guter Diplomat, kompromißbereit, um Krieg mit den weißen Eindringlingen zu vermeiden.

Als er vom Sand Creek-Massaker hörte, ließ er auch seine Krieger an den Vergeltungsmaßnahmen beteiligen. Spotted Tail wurde ein Jahr später von Colonel Maynadier nach Fort Laramie eingeladen, um sich auch wie andere Häuptlinge der Teton mit einer Kommission aus Washington zu treffen, um über die Wegerechte durch das Teton-Gebiet zu verhandeln. Im Fort fand man sich im März zusammen. Auf Befehl des Colonel wurde zuerst die Tochter von Spotted Tail, die auf dem Weg zum Fort an einer Lungenentzündung gestorben war, auf dem Friedhof des Forts mit allen indianischen und militärischen Ehren beigesetzt. Vier Tage danach kam Red Cloud zum Fort, aber bevor der Colonel den angesehenen Oberhäuptling begrüßte, war erst Spotted Tail an der Reihe.

Das Treffen sollte erst im Juni stattfinden, weshalb Red Cloud zum Powder River zurückkehrte, um die verbündeten Stämme, wie die Cheyenne, Arapaho und auch die Teton vom Treffen im Fort zu unterrichten. Spotted Tail entfernte sich nicht vom Fort Laramie.

Zum Termin kam Red Cloud mit 1.000 Kriegern und den angesehenen Häuptlingen, wie Dull Knife, Red Leaf, Standing Elk und Swift Bear zum Fort zurück und errichteten am Platte River ein großes Zeltdorf. Die Indianer brachten Bisonhäute und Biberfelle zum Tausch mit. Colonel Carrington, der mit seinen Truppen anwesend war, hatte den Auftrag durch das Land am Powder River eine befestigte Straße zu bauen. Dies lehnten die Führer der Stämme ab, auch die anderen Verhandlungen mit den Kommissaren scheiterten.

Red Cloud führte nun die nächsten zwei Jahre einen erbarmungslosen Guerilla-Krieg gegen die Truppen von Colonel Carrington. Spotted Tail hoffte immer noch auf Frieden und verließ sein Lager am Republican River nicht. Aber zahlreiche Krieger seines Lagers beteiligten sich an den Kämpfen von Red Cloud. Bereits im April 1867 erschien eine neue Kommission in Fort Laramie unter der Leitung von Sanborn und General Sully, deren Auftrag es war, den Teton und ihren Verbündeten die Jagdgründe am Powder River abzuluchsen und sie in ein großes Reservat umzusiedeln. Iron Shell, Spotted Tail, Standing Elk und Swift Bear von den Brulé waren die ersten, die zu Verhandlungen im Fort erschienen. Little Wound und Pawnee Killer von den Oglala interessierten nur die mitgebrachten Geschenke. Als Vertreter des Oberhäuptlings Red Cloud kam Man-Afraid-of-His-Horses und brachte der Kommission die Nachricht, dass der Oberhäuptling erst erscheinen würde, wenn die Soldaten das Teton-Gebiet verlassen hätten. Spotted Tail schlug bei den Verhandlungen den Oglala Frieden mit den Weißen vor, wofür seine Leute Munition für die Jagd erhielten.

Dem Cheyenne Turkey Leg schlossen sich Little Wound wie auch Pawnee Killer an. Der neue Indianer-Agent Taylor unterrichtete im Spätsommer Spotted Tail, dass alle freundlich gesinnten Häuptlinge und Führer der Cheyenne, Arapaho und Teton für die Jagd Munition erhalten werden, dazu sollten sie sich aber an der Union-Pazifik im westlichen Nebraska einfinden. General Sherman und die Friedenskommission würde kommen, um über Frieden zu verhandeln. Diese Nachricht ließ Spotted Tail durch Boten verbreiten. Wiederum lehnte Red Cloud ab, sandte jedoch wiederum seinen Vertreter Man-Afraid-of-His-Horses. Die Häuptlinge Big Mouth, Pawnee Killer, Turkey Leg, Standing Elk und Swift Bear erschienen zur entsprechenden Zeit am angebenen Ort. Jedoch das arrogante Auftreten des Generals, sich nun endlich in das Gebiet zwischen die Cheyenne-Flüsse und dem Missouri und White Earth zu begeben, lehnten die Gesandten ihres Volkes ab und die Verhandlungen scheiterten erneut. Sie erhielten die versprochene Munition für die Jagd, aber die Rationen fielen wesentlich kleiner aus.

Am 29. April 1868 unterzeichneten Spotted Tail und 23 weitere Häuptlinge in Fort Laramie in Gegenwart von General Sherman und der Friedenskommission den Vertrag, der den Indianern das Land nördlich des North Platte und östlich der Bighorn Mountain zugestand und kein Weißer ohne Einwilligung betreten durfte, laut einem Regierungsversprechen. Der Oberhäuptling Red Cloud gab seine Unterschrift erst am 6. November 1867, nachdem die Forts am Powder River auf seine Forderung hin geräumt waren.

Der Kommandant verweigert im Frühjahr 1869 den Brulé nahe dem Fort Laramie ihre Zelte aufzuschlagen. Grund dafür war die Verlagerung der Sioux-Handelsagentur nach dem 500 Kilometer entfernten Fort Randall. Spotted Tail nahm im Fort den versprochenen Proviant in Empfang. Es kam zu Unruhen im Reservat im Frühjahr 1870. Auch Spotted Tail galt als Aufsässiger, obwohl er und seine Anhänger friedlich blieben. Parker, der neue Indianer-Kommissar und zivilisierter Seneca-Sachem, erkannte sehr schnell, dass Red Cloud und Spotted Tail, die Partner für einen dauerhaften Frieden waren, da sie großen Einfluß unter den Teton besaßen.

Spotted Tail und die Teton-Delegation unter Red Cloud trafen sich im Mai 1870 in Washington zu Verhandlungen mit Präsident Grant und dem Innenminister Cox. Vor der Besprechung teilte Spotted Tail Red Cloud mit, dass er in die ehemaligen Jagdgründe östlich von Fort Laramie ziehen wollte, was beide Häuptlinge miteinander wieder versöhnte. Der Präsident hatte einer provisorischen Agentur östlich von Fort Laramie zugestimmt. Doch drei Jahre später - 1873 - wurde die Agentur ins Quellgebiet des White River im Nordwesten des US-Bundesstaates Nebraska verlegt. Die Brulé unter Spotted Tail erhielten die Erlaubnis in dieses Gebiet ziehen zu dürfen. In unmittelbarer Nähe errichtete 1874 die Armee das Camp Robinson. Ein Jahr später wollten Prospektoren in der Black Hills nach Gold suchen, weshalb sich Red Cloud und Spotted Tail in Washington beschwerten. Grant schickte daraufhin eine Kommission, die den Teton die Heiligen Berge - die Black Hills - abkaufen oder einen Pachtvertrag und Schürfrechte sichern sollte. Vertreter der Regierung boten den Teton am 23. September 1875 400.000 Dollar jährlich oder 6 Millionen Dollar insgesamt an - obwohl Custers Mine 20 Millionen Dollar Profit einbrachte. Red Cloud erschien gar nicht bei diesen Verhandlungen, weshalb Spotted Tail beide Angebote ablehnte. Für die Teton waren die heiligen Berge unverkäuflich.

Während der Sitting Bull-Kriege blieb Spotted Tail friedlich. Erst als sich die Stämme nach der Schlacht am Little Bighorn in alle Richtungen entfernten, begann der Häuptling sich für sein Volk stark zu machen. Die Teton wurden gezwungen in die Reservation zu gehen. Ihre früheren Jagdgründe und die Black Hills mußten sie durch einen Abtretungsvertrag aufgeben. Da die Teton aber nicht mit der Einpferchung einverstanden waren, wurden ihnen vier Wochen später von Colonel Mackenzie die Pferde und Waffen abgenommen. Im Anschluß wurden sie von acht Kompanien Kavallerie unter strengster Bewachung zum Fort Robinson gebracht.

Im Auftrag von General Crook suchte Spotted Tail Crazy Horse auf, um ihn zur Kapitulation zu bewegen. Sollte Crazy Horse als Unterhändler erscheinen, versprach ihm der General, so würden die im Reservat lebenden Teton nicht nach Missouri umgesiedelt. Als Spotted Tail den Lagerplatz erreichte, war Crazy Horse, der mit Spotted Tail nicht reden wollte, verschwunden. Spotted Tail wurde vom Vater Crazy Horses empfangen, der ihm ausrichtete, dass sein Sohn im Frühjahr mit seinen Leuten kapitulieren wollte. Die beiden Minneconjou-Häuptlinge Big Foot und Touch-the-Clouds konnte Spotted Tail zur Aufgabe bewegen. Wie angekündet, erschien Crazy Horse im Frühjahr, aber als er wieder fliehen wollte, ließ Crook acht Kompanien Kavalerie in Stellung gehen, um den berühmtesten Häuptling der Teton gefangen nehmen zu lassen. Crazy Horse gelang jedoch die Flucht zu seinem Freund Touch-the-Cloud in die Spotted Tail-Agentur. Der Militärbevollmätigte, Captain Lee, forderte den Häuptling auf zum Camp Robinson umzukehren. Spotted Tail kam mit 200 Kriegern und war gleicher Ansicht wie der Captain. Sowohl Red Cloud wie auch Spotted Tail hofften vom Präsidenten zum Oberhäuptling der Teton ernannt zu werden. Deshalb wollten beide Crazy Horse wegen seiner Popularität nicht in der Nähe haben. Was auch Spotted Tail veranlaßte gegen seinen Blutverwandten böse Beschimpfungen auszustoßen. Touch-the-Cloud verärgerte die Rufe so sehr, dass er seine Minneconjou-Krieger zum Gefecht bereit machen ließ. Crazy Horse konnte den Kampf unter Stammesverwandten gerade noch verhindern. Eingetroffene Soldaten nahmen Crazy Horse fest.

Jedoch setzte sich Spotted Tail sehr für sein Volk ein und konnte mit seinen Argumenten selbst Politiker der Regierung zur Weißglut bringen, weshalb man ihn nicht gern sah. Die Würde des Oberhäuptlings wurde ihm von Weißen nicht zuerkannt. Stattdessen verlegte man die Agenturen der Teton 1877 an den Little River, wo sich Spotted Tail östlich des Pine Ridge niederließ. Die neue Agentur erhielt den heute noch bekannten Namen Rosebud. Spotted Tail wurde im Spätsommer von Crow Dog, als er durch das Lager ritt, erschossen. Der Täter sagte aus, er hätte den Häuptling wegen einer Frau getötet, weshalb er straffrei blieb. Die Anhänger Spotted Tails vermuteten ein Komplott mit dem führende Häuptlinge ausgeschaltet werden sollten, um Führer in diese Position zu bekommen, die den Agenten des Indian Bureau gehorsam sein würden. Red Cloud war auch davon überzeugt, das man den unbequemen Spotted Tail loswerden wollte. Spotted Tail war tatsächlich der Regierung wegen seiner Rednerkunst und seinen besonderen Fähigkeiten in Richtung der komplizierten Indianer-Politik ein Dorn im Auge. Auch hatte er sich konsequent für die Verbesserung der Lebensbedingungen seines Volkes eingesetzt.

Spotted Tail wurde ermordet. Ob er Opfer wegen eines Komplottes wurde oder wegen einer Frau sein Leben verlieren mußte, konnt nicht ausreichend geklärt werden.
 


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