NORDAMERIKA
Sprachfamilien & -verwandtschft
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Sprachen und Sprachverwandtschaft
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Mehr als 1.200 Sprachen gibt es auf dem amerikanischen Doppelkontinent. Einige
von ihnen besitzen weltweit eine der stärksten Unterschiede in ihrer lautlichen und
gramatischen inneren Gliederung. Dies läßt wichtige Fragen aufkommen, wie
z. B. die Sprache, das Denken, die Wirklichkeit, das Weltbild und die Kultur in
Zusammenhang stehen. Die Vielfalt der Indianersprachen, die sich im Laufe von
Jahrtausenden auseinander entwickelten haben, sollen auf ihre Verwandtschaft hin
untersucht und entsprechend gegliedert werden. Durch neue Methoden hat ein Vergleich
dazu geführt, dass eine Gliederung der sprachlichen Vielfalt in drei große
Familien gelang. Dies war aber nur der Anfang einen Stammbaum aller Sprachen der Welt
anzufertigen. Dabei will man die Verwandtschaft und den Ursprung von Sprachen darstellen.
Welchen Zweck sollte ein solcher Stammbaum erfüllen? Man will mit ihm wichtige
Rückschlüsse auf die Besiedlungsgeschichte von bestimmten Regionen unserer
Erde ziehen. Interessant für Amerika dabei wäre, ob die Indianer
tatsächlich aus den Gegenden nach Amerika wanderten, wie es die Anthropologie
(Wissenschaft von der Entwicklung des Menschen) erforscht hat. Dies soll Thesen dieses
Wissenschaftszweiges bestätigen.
Die Sprache ist das wichtigste Verständigungsmittel der Menschen und wie es Karl
Marx (05.05.1818 - 14.03.1883) ausdrückt: "die unmittelbare Wirklichkeit des
Gedankens" und zusammen mit dem Denken typisch für den Menschen. Anders
ausgedrückt, ist die Sprache ein Ausdruck durch geformte Laute als Zeichen des
Bewußtseins zum Zweck der Verständigung und des abstrakten Denkens sich
zu äußern.
Namen von Sprachen
Die Namen von Indianer-Sprachen sind meistens politischen statt linguistischen Ursprungs.
Der Name ist abhängig vom Selbstverständnis der Sprecher einer Sprache zu seiner
Kultur, vom Wort einer Sprache - das dem Stamm als Menschen oder Leute bezeichnet und als
Stammesbezeichnung deshalb verwendet wird oder andere Stämme der Gegend prägen
einen Namen. Aber wie entsteht ein Wort einer Sprache? Die Sprache liefert eine Art
Abbild bestimmter Aspekte und zeigt wie eng Sprechen, Wahrnehmen, Erkennen und Handeln
miteinander verbunden sind und nur mit Hilfe der Sprache bezeichnet werden können.
Die Zahl der Menschen auf dem Doppelkontinent Amerika wird zur Zeit der Entdeckung auf
50 bis 75 Millionen Menschen geschätzt - also eine sehr dünne Besiedlung. Die
Zahl der Sprachen aber war weitaus größer als in Europa und Kleinasien.
Man unterscheidet 9 Inuit-Sprachen (bei genauerer Differenzierung 24), 360 Sprachen in
Nordamerika, etwa 100 Sprachen in Mexiko und Mittelamerika und ca. 800 Sprachen in
Südamerika, gesamt etwa 1250 was ein Fünftel der Welt ausmachen. Andere
Schätzungen gehen von anderen Zahlen aus: weltweit 6700 und nur 1000 in Amerika;
300 Kanada und USA; 70 Mittelamerika; 500 Südamerika etc.).
Besonders viele Indianer-Sprachen gab es im Westen Nordamerikas und in der Mitte
Südamerikas. Ab dem 16. Jahrhundert begann die Erforschung der Indianer-Sprachen
durch Missionare. Im 20. Jahrhundert erwarben sich besonders Indianer-Interessierte
durch Eigenstudium große Verdienste, was das Erlernen von Indianer-Sprachen
betrifft.
Diesem Thema schließt sich Verständigungsarten an. | |
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