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| Sie sind in: Mittelamerika: Weitere Völker |
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Weitere mittelamerikanische Völker - Beschreibung der Stämme |
Die Stämme, die im Nordwesten von Südamerika die Goldkulturen hervorbrachten,
sind Chibcha sprechende Stämme, die in vorkolumbischer Zeit auch im Süden von
Mittelamerika lebten. In Panama, Kostarika, Nikaragua und El Salvador haben sie sich
zu bemerkenswerten Kulturen entwickelt. Allerdings ist das Wissen über diese Kulturen
wesentlich geringer als das der Kulturen in den mittleren Anden und Zentralmexiko.
In das Gebiet südlich der Maya - also südlich des heutigen Guatemalas und
Honduras und nördlich der Anden - sind Völker sowohl aus Norden wie auch
Süden eingewandert. Von Norden siedelten sich Nahua sprechende Stämme an - also
Verwandte der Azteken und Tolteken - und von Süden Chibcha sprechende Stämme -
also Stämme, die verwandt mit den Muisca waren.
Ihre Kulturen brachten kunstvolle Goldarbeiten hervor. Die Spanier nannten das heutige
Panama «Goldkastilien» und Kostarika erhielt die Bezeichnung
«Reiche Küste» auf ihren Landkarten.
In beiden Gebieten entstanden keine so großen Staatengebilde, wie sie die Azteken
und Maya hervorbrachten, stattdessen war das ganze Territorium in vorkolumbischer Zeit in
kleinere Staaten zersplittert. Der Name dieser Kulturen entstand aus dem Namen des Gebietes,
in dem sie wohnten.
Chiriqui
Ein gleichlautender geographischer Begriff gab ihnen ihren Namen. Sie lebten in
vorkolumbischer Zeit und bearbeiteten Gold und Goldlegierungen.
Chorotega (Chorotegen)
In Nikaragua und El Salvador haben 400 Jahre vor der Konquista Stämme gelebt, die
aus Mexiko einwanderten. Bekannt sind die Chorotega, die mit den mexikanischen Otomi
sprachlich verwandt sind. Sie waren Maisbauern lebten vor Ankunft der Europäer in
Nicaragua - genauer in den heutigen Provinzen Granada, León und Masaya. Sie
bemalten Keramik mit Motiven von Alligatoren, Jaguaren und Vögeln.
Coclé
Sie sind von den unbekannten Kulturen die bekannteste. Ihre Heimat war das westliche
Panama, vor allem die Halbinsel Azuero am Golf von Panama. Die Coclé trieben
Ackerbau - kultivierten Mais, Kartoffeln und Baumwolle. Als Jagdbeute erlegten sie Hirsche,
Tapire, Leguane und Nabelschweine - das Pekari. Sie gehörten zu den Goldvölkern
des vorkolumbischen Amerika. Gold und Salz waren ihre Güter beim Tauschhandel. In
Maya-Brunnen wurden goldene Gegenstände - die Cenotes - der Coclé-Kultur
gefunden. Anhand von spanischen Berichten sind ein Totenkult und entsprechende
Bestattungsrituale bekannt. Ein gestorbener Kazike wurde über dem Feuer mumifiziert
und in einem Heiligtum seiner Sippe, in dem bereits Mumien lagen, beigesetzt. Die vom
Kaziken zu Lebzeiten ausgesuchten Frauen und Dienern wurden getötet, um den Herrscher
ins Totenreich zu begleiten. Dies zumindest berichten die Aufzeichnungen der spanischen
Expedition von Gaspar des Espinosas. Goldarbeiten und Keramik der Coclé sind vor
allem in Form von Tellern und Schalen erhalten geblieben. Dreibeinige Gefäße
waren mit Jaguar- und Krokodilmotiven verziert worden. Gleiche Tiermotive sind auch in der
Töpferei der Coclé dominierend, jedoch war die Ausführung höchst
eigenwillig gestaltet.
Disquis-Kultur
Ihr Name ist abgeleitet von dem gleichnamigen Fluß in dessen Tälern sie wohnten
und wo Archäologen ihre Kultur entdeckten. Disquis bedeutet in der Sprache benachbarter
Stämme «Großer Fluß». Die Spanier nannten den Disquis Rio
Grande de Terreba. Diese Kultur hat die eigenartigsten wie auch rätselhaftesten
Relikte Altamerikas hinterlassen. Zu diesen Werken gehören hunderte Steinkugel von
höchster Präzision, aber auch Steinplastiken die Menschen und Jaguare mit
Jaguarmasken darstellen. Ihre Sprache war Chibcha.
Nicarao
In Nikaragua hat sich eine Nahua sprechende Gruppe niedergelassen, die sich nach dem Namen
ihres Häuptlinges Nicarao bezeichnete. Daraus entstand der spätere Name des
Staates Nikaragua. Sie lebten an dem Ufer des Nikaragua-Sees. Der Archäologe
Bovallius hatte bereits im 19. Jahrhundert auf Inseln des Sees Statuetten entdeckt. Wer
ihre Schöpfer waren, ist bis heute unbekannt. Am Lago de Managua in Nikaragua ist man
ebenfalls auf eine unbekannte 2000 Jahre alte Kultur gestoßen. Sie deutet auf die
ältesten Großwildjäger Mittelamerikas hin.
Pipil
Ein Nahua sprechender Stamm in Mittelamerika waren die Pipil, was so viel wie
«Prinzen» bedeutet. Sie sind eine toltekische Gruppe, die Tula verließen
und bis zur Pazifikküste von El Salvador zogen.
Talamanca-Kultur
Die Menschen der Talamanca-Kultur bewohnten ein Gebiet, in dem im Westen ein Gebirge
gleichen Namen existiert und im Osten das Karibische Meer liegt.
Tarahumara
Die Tarahumara-Indianer, die in den unwegsamen Barranca del Cobre im nordwestlichen
Bundesstaates Chihuahua gelegenen Kupfercanon leben und dort vor den Kolonialherren Schutz
suchten, praktizieren die religiöse Zeremonie des Peyotl. Sie ließen sich im 17.
Jahrhundert christianisieren und bemerkten viel zu spät, dass die Kolonialherren sie
grausam unterdrückten. Sie leisteten erbitterten Widerstand und kehrten zu ihren
Glauben zurück. In ihrer eigenen Sprache nennen sie sich Rarámuri, was
«Laufen» bedeutet. Zur Zeit des Erntedankfest begehen die Tarahumara ihren
rituellen Laufwettbewerb, bei dem bis zu 200 Kilometer lange Strecken zurückgelegt
werden. Die Läufer treiben mit dem Fuß eine kleine Holzkugel vor sich her.
Veraguas
Auch sie sind benannt nach einem gleichlautenden geographischen Namen. Sie sind eine
vorkolumbische Kultur, die reines Gold verarbeitete ebenso Kupfergoldlegierungen herstellte.
Kuna (ein Stamm der San Blas-Inseln)
Die Kuna-Indianern leben vor der Küste Panamas auf den San-Blas-Inseln. Der Stamm
verteilt sich auf mehrere Inseln. Ihre traditionelle Kleidung besteht bei den Frauen aus
Bluse, Wickelrock und Kopftuch. Perlenschnüre sind traditioneller Arm- und
Fußschmuck.Chibcha. |
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