NORDAMERIKA
Stämme nach Kulturarealen
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Indianer-Stämme des Nordosten
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Arosguntacook |
Canarsee |
Chickahominy |
Conestoga |
Croatan |
Dogi |
Eel River |
Erie |
Housetonic |
Kickapoo |
Kitchawank |
Mahican |
Massachuset |
Mattapony |
Menomini |
Miami |
Michigamea |
Mohegan |
Montauk |
Nanticoke |
Narraganset |
Nauset |
Neutrale |
Niantic |
Nipmuck |
Ottawa |
Patchcoag |
Pennacook |
Pequot |
Petun |
Pocumtuc |
Potawatomi |
Rockaway |
Saponi |
Sauk und Fox |
Secotan |
Shinnecock |
Stockbridge |
Susquehanna |
Tobacco |
Wampanoag |
Wappinger |
Wea |
Wesort |
Wyandot
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Zu folgenden Stämmen
des Nordostens gibt es separate Seiten:
Cayuga |
Chippeway |
Delawaren |
Huronen |
Illinois |
Irokesen |
Mohawk |
Ojibway |
Oneida |
Onondaga |
Seneca |
Shawnee |
Tuscarora
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Arosguntacook
Die Arosguntacook waren ein kleiner Neugland-Stamm (= die 6 Neuenglandstaaten waren:
Connecticut, Maine, Massachusetts, New Hampshire, Rhode Island, Vermont).
Canarsee
Die Canarsee sind einer der 14 Stämme, welche auf Long Island - dem heutigen
New York - lebten und an die Irokesen Tribut zahlen mußten.
Chickahominy
Die Chickahominy sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der in Langhäusern
wie die Irokesen lebte. Auch sie bauten als Hauptnahrung Mais an.
Conestoga
Conestoga ist die Bezeichnung für die letzten Überlebenden vom Stamme der
Susquehanna, Stamm der Irokesen-Konföderation aus Pennsylvannia.
Croatan
Die Croatan sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, der auf Roanoke Island im
heutigen US-Bundesstaat Virginia lebte. Als Behausung verwendeten sie das Langhaus und
als Nahrung bauten sie hauptsächlich Mais an.
Dogi
Sie waren eine Stammesgruppe, die in der Piedmont-Region in Virginia lebten. Die Dogi
waren bereits um 1670 ausgerottet.
Eel River
Sie waren ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, der in den Bundesstaaten Indiana und Ohio
beheimatet war. Sie bewohnten kuppelförmige fell-, stroh- oder rindenbedeckte
Hütten. Die Eel River bauten Mais an, der ihre Hauptnahrung darstellte. 1828
verkauften sie ihre Reservation am Eel River in Indiana und lebten fortan mit den Miami
zusammen.
Erie
Die Erie (= die Langschwänzigen) sind ein Volksstamm der großen
Irokesen-Sprachfamilie und bewohnten ein Gebiet im Süden des Eriesees. Von den
Franzosen wurden sie auch als Neutrale bezeichnet, da sie nicht dem Irokesen-Bund
beitraten und ihre Stammesverwandten gegen die Irokesen nicht unterstützten. Bei den
Irokesen wurde ihr vollständiger Name mit »das Panthervolk« übersetzt. Nach der
Vernichtung der Huronen durch den Irokesen-Bund nahmen die freundlichen Erie
Überlebende dieses Stammes bei sich auf. Die Irokesen forderten die Erie auf, die
Flüchtlinge für den Marterpfahl ausliefern. Diese lehnten aber die Forderung
ab und begründeten ihre Ablehnung mit dem indianischen Gesetz der Gastfreundschaft.
Daraufhin überfielen die Irokesen die Erie und rotteten sie bis 1656 fast
vollständig aus. Überlebende flüchteten zu den Algonkin oder schlossen
sich den Huronen an, die ihre Heimat verließen. Die Erie, die bei den Algonkin
Unterkunft erhalten hatten, zogen aber später zu Algonkin-Stämmen nach Indiana
und Michigan. Unter deren Schutz stieg ihre Zahl wieder an. Aus ihnen entstand der Stamm
der Wyandot, der berühmt und berüchtigt wurde.
Housetonic
(= auch Stockbridge) Sie sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, der im heutigen
US-Staat Massachusetts lebte. Ihre Wohnstätte war das Langhaus und ernährten
sich von Mais und der Jagd. 1832 trat der kleine Stamm mit den Munsee in einem Bund ein,
um auf diese Weise sich Land in Wisconsin kaufen zu können. Auf diesem Land leben
heute noch Stammesangehörige. Andere Housetonic siedelten sich bei den Cherokee im
Indianer-Territorium in Oklahoma an.
Kickapoo
Die Kickapoo sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie. Einst waren sie
Verbündete der Sauk und Fox. Um das Jahr 1750 zogen sie und andere Stämme
der Algonkin-Familie zu Verwandten ins Ohiogebiet in den heutigen Staat Illinois. Die
Algonkin-Stämme standen in den Diensten der Franzosen und wurden von ihnen gegen die
Engländer aufgehetzt. Die Franzosen bewaffneten die Algonkin-Stämme und bildeten
sie zu guten Schützen aus, um ihre Beutezüge zu organisieren. Die Kickapoo nahmen
auch an dem Krieg von 1754 bis 1763 teil. In diesem Krieg siegten die Engländer.
Von den Franzosen fühlten sich die Kickapoo verraten, was sie veranlaßte, sich
zurückzuziehen. Nach der Vertreibung der Irokesen-Liga nach Süden wurden sie
friedliche Ackerbauern. Sie lebten in großen Dörfern. Ihre Behausung war der
Wigwam und sie bauten kilometerlange Maisfelder an. Ihre Kultur bestand aus Teilen der
Waldland-Kultur und aus Teilen der Kultur des Südostens. Das Gebiet von Illinois
mußten sie 1819 an die Vereinigten Staaten abgeben. Die Kickapoo wurden nun an den
Westufern des Missouri in der Nähe von Fort Leavenworth angesiedelt.
Kitchawank
(= Am großen Berg). Sie sind ein Stamm Wappinger-Konföderation. Ihre Heimat
war das Ostufer des Hudson River und haben diese durch einen Vertrag vom 30. August 1645
an die Holländer Manhattan Peninsula verloren.
Mahican
Dieser Stamm ist bekannt geworden durch die Romane von J. F. Cooper »Der
Lederstrumpf«. In Coopers Zeit nannte man sie Mohican = Mohikaner. Sie waren ein Stamm
Algonkin-Sprachfamilie und lebten im Gebiet des nördlichen Hudson Rivers. Sie hatten
die gleichen Gewohnheiten wie die Delawaren, da sie mit ihnen verwandt waren. Zur Zeit
der Besiedlung New Englands durch die Weißen waren die Mahican der bedeutendste
Stamm dieses Gebietes. Aber Alkohol und Kriege gegen die Eindringlinge ließ den
Stamm bereits um Jahr 1700 auf einige Clans schrumpfen. Um das Jahr 1724 schlossen sie
sich ihren Verwandten, den Delawaren und Shawnee an. Heute gibt es noch einige Dutzend
Mahican, die aber heute Stockbridge-Indianer genannt werden, weil lange an einem Ort
gleichen Namens lebten. Nicht verwechseln mit den Mohegan.
Massachuset
Sie sind ein Algonkin-Stamm und im gleichnamigen USA-Staat beheimatet. Ihre Nachbarn
waren die Wampanoag mit denen sie freundschaftliche Beziehungen hatten. Eine Epidemie
dezimierte den Stamm von 10.000 auf nur noch 1.000 Mitglieder. Die Massachuset spielten
keine bedeutende Rolle in der Geschichte.
Nashua: Die Nashua sind ein Unterstamm der Massachuset. Sie nahmen am
König Philip-Krieg gegen die verhaßten Engländer teil. Der Stamm wurde
von den Briten nach dem Krieg fast vollständig gefangengenommen und als Sklaven
auf die Bermudas verkauft.
Mattapony
Sie sind ein Algonkin-Stamm, der in sogenannten Langhäusern wohnte und als
Hauptnahrung Mais anbaute.
Menomini
(= auch Menominee). Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, der im Seengebiet von Wisconsin -
Green Bay im Süden der Großen Seen - wohnte. Sie leben heute in der Nähe
ihrer früheren Heimat in einem Reservat.
Miami
(Maumee, Twigthwee). Sie sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, der in den Bundesstaaten
Illinois und Wisconsin beheimatet war. Ihre Behausung war die Kuppelförmige Stroh-,
Rinden- oder Fellhütte. Ihr Hauptnahrung war der Mais. Ihr Name stammt von dem
Chippeway-Wort «omaumeg» oder «Leute, die auf der Halbinsel
leben». Erstmals hatten die Miami im Jahre 1658 bei Green Bay mit Weißen
Kontakt. Sie verließen ihre Heimat und zogen zum Quellgebiet des Fox River. Aus
dieser Heimat wanderten sie zu dem Quellgebiet des Wabash und Maumee aus. Die Miami
besaßen gute Kontakte zu den Franzosen auf dessen Seite sie auch kämpften. Zu
den Piankashaw hatten sie auch gute Beziehungen. Dieser Stamm war wahrscheinlich einmal
ein Teil der Miami. Unter dem Häuptling Little Turtle nahmen sie an den
Pontiac-Aufstand teil. Im Jahre 1790 besiegten sie zweimal General Josiah Harmer und
1791 General Arthur St. Clair. Jedoch gegen General Wayne erlitten sie 1794 in der
Schlacht von Fallen Timbers eine herbe Niederlage. Nach dem Krieg übergaben die
Miami das gesamte Gebiet südlich und östlich des Ohio der US-Regierung. Im
Krieg von 1812 waren die Miami Verbündete der Engländer, die durch Oberst John
Campbell in der Schlacht von Mississinewa am 18. Dezember 1812 besiegt wurden. Die Miami
wurden 1838 nach Kansas zwangsumgesiedelt, wohin bereits andere verbündete
Stämme deportiert waren. 1867 wurden sie nach Oklahoma ins Indianerterritorium
gebracht. 393 Miami wurden im jahre 1985 in Oklahoma registriert.
Untergruppen waren: die Piankashaw, die Peoria (Piware, Peouaria) und die
Eel River.
Michigamea
Die Michigamea heißen in der Algonkin-Sprache »Großes Wasser« und sind gegen
Ende des 17. Jahrhunderts von den Chickasaws aus ihren Jagdgründen vertrieben worden.
Um das Jahr 1818 bestand der Stamm nur noch aus drei männlichen Stammesmitgliedern.
Nach ihrem Namen wurde der US-Staat Michigan benannt.
Mohegan
Die Mohegan sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, deren Heimat östlich des
Wappinger Country im heutigen Bundesstaat Connecticut war. Sie waren ein Zweig der Pequot,
der sich unter ihrem Häuptling Uncas vom Hauptstamm in Feindschaft trennte und dieser
Zustand auch nach der Gründung eines neues Stammes anhielt. Als im Jahre 1636 der
Pequot-Oberhäuptling Sassacus einen Krieg gegen die englischen Ansiedler begann,
kämpften die Mohegan unter Führung von Uncas auf Seiten der Engländer.
Die englische Armee, welche sich aus 240 Kolonisten, 70 Mohegan und 1.000 Narraganset
zusammensetzte, griff in der Nacht ein befestigtes Dorf der Pequot in der Nähe des
Mystic River an, tötete 600 Bewohner und brannte schließlich die Ortschaft
nieder. Damit war die Macht der Pequot gebrochen. Nach dem Massaker floh Sassacus zu den
Mohawk, wo er am Marterpfahl endete. Die Mohegan, hatten nur wenige Krieger gegenüber
den Narraganset, hielten aber stets die Treue zu den Engländern. Auch als die
vereinigten Stämme der Narraganset, Pequot, Wamponoag und andere Algonkin-Stämme
unter der Führung von King Philip im Juni des Jahres 1675 einen Krieg anfingen, waren
die Mohegan auf Seiten der Engländer mit 500 Gewehr- und Bogenschützen
vertreten. Dieser Krieg endete im August 1676 mit dem Tod von King Philip. Die letzten 400
Mohegan bewohnten im 19. Jahrhundert mit ihrem Häuptling Ihtauokam ein Stück
Land in Wisconsin am Winnebagosee in der Nähe der Green Bay, welches sie von der
Regierung erhalten hatten.
Verwechseln Sie nicht die Mohegan mit den Mahican.
Montauk
Sie sind ein Stamm der Algonkin-Sprachgruppe, der in Long Island, New York beheimatet
war. Seine Wohnstätte war das Langhaus und ernährten sich hauptsächlich
von Fisch. Die Montauk wurden im 17. Jahrhundert durch Krieg und Krankheit stark
dezimiert, so dass sie Mitte des 19. Jahrhunderts fast ausgerottet waren. Ihre Name ist
durch eine Felsspitze im Osten von Long Island und durch die Benennung einer Stadt
erhalten geblieben.
Nanticoke
Die Nanticoke sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der am Nanticoke River in
Maryland beheimatet war. Zwischen ihnen, den Delawaren und conoys bestand eine lose
Interessengemeinschaft. Als die englische Besiedlung immer weiter vorrückte,
wanderten die Nanticoke im Jahre 1748 zum Susquehanna River nach Norden und schlossen
sich dem Irokesen-Bund an.
Narraganset
Sie sind ein Stamm der großen Algonkin-Sprachfamilie, der an der Atlantikküste
lebte und zu Beginn der Kolonisation Neuenglands durch die Weißen der führende
Stamm der Algonkins an der Küste war. Die Narraganset hatten 30 Dörfer, die in
den heutigen Staaten Connecticut und Rhode Island lagen. Sie hatten einen so hohen
Führungsanspruch, dass andere Stämme der Region Tribut an sie zahlen
mußten. Jedes ihrer Dörfer bildete eine politische Einheit, sie waren aber
über einem Bund zusammengeschlossen, dem ein Sachem anführte. Im Jahre 1636
begannen die Pequot unter Führung ihres Sachem Sassacus einen Krieg gegen die
Engländer, da diese immer weiter in ihr Stammesgebiet vordrangen, bei dem die
Narraganset unter ihrem Sachem Canonicus die verbündeten Engländer mit 1.000
Kriegern unterstützten. Im Juni des Jahres 1637 endete der Pequot-Krieg mit dem Sieg
der Engländer. Die Engländer gingen nun auch rücksichtslos gegen ihre
Verbündeten vor, was die Narraganset unter ihrem jetzigen Sachem Canonchet, ein
Nachfolger und Großneffe des im Jahre 1647 verstorbenen Canonicus, 1675
veranlaßte, sich mit den Wamponoag unter Führung Metacom (die Engländer
nannten ihn King Philip) zu verbünden. Diesem Bund traten auch die Pequot und
andere Stämme des Gebietes bei. 1675/76 kam es zum Krieg, in dem die vereinigten
Stämme von den Engländern und ihren verbündeten Irokesen, Mohegan und
andere christliche Indianer vernichtend geschlagen wurden. Sechs Monate nach Beendigung
des Krieges wurde Canonchet von den Engländer gefangengenommen und hingerichtet.
Mit dem Tod ihres Häuptling und den hohen Verlusten war die Macht der Narraganset
gebrochen. Heute gibt es nur noch wenige Narraganset, die um das Fortbestehen ihres
Stammes fürchten müssen.
Saconnet: Sie sind eine kleine Untergruppe der Narraganset. Sie hatten einen
weiblichen Sachem und kämpften während des König Philip-Krieg (1675) auf
Seiten der Briten. Die Saconnet verkauften um das Jahr 1700 ihr Stammesgebiet und nach
einer verheerenden Pockenepidemie war die Personenzahl auf ein Dutzend Überlebender
gesunken. Compton auf Rhode Island war ihre Heimat. Die Saconnet sind heute ausgestorben.
Nauset
Die Nauset sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der in Langhäusern wie
die Irokesen im südlichen Cape Cod lebte. Ihre Hauptnahrung war Fisch.
Neutrale
Die Neutralen sind ein Volksstamm des Irokesenvolkes, die ihre Heimat westlich der
Irokesen-Liga hatten. Sie lebten im Süden des Eriesees und ihre Anzahl an
Stammesangehörigen glich ungefähr die der Huronen. Neutrale wurden sie genannt
von den Franzosen, da sie weder der Irokesen-Liga noch anderen Stammesverwandten im Kampf
gegen die Irokesen-Liga unterstützten. Die Neutralen wurden von der Irokesen-Nation
im Jahre 1651 unterjocht, nach dem sie die Huronen als Stamm vernichtet hatten. Jedoch
ereilte sie eine nicht so schlechte Behandlung wie die anderen Irokesen-Stämme, da
sie sich aus allen Kriegen herausgehalten hatten.
Niantic
Sie sind ein Volksstamm der großen Algonkin-Sprachfamilie. Ihre Heimat war der
Süden von Cape Cod. Sie erbauten als Behausung Langhäuser und ernährten
sich vom Fischfang.
Nipmuck
Sie sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der im heutigen US-Staat Massachusetts
lebte. Sie verwendeten als Unterkunft das Langhaus und ernährten sich von der Jagd,
vom Fischfang und vom Mais. Die Nipmuck waren in Zentral-Massachusetts im 17. Jahrhundert
einer der Stämme den sich die Wampanoag nach ihrer Verdrängung durch
weiße Siedler im König Philip Krieg im Jahre 1674 anschlossen. In diesem Krieg
waren die Nipmuck mit den Wampanoag und Narraganset unter Führung des
Narraganset-Häuptlings König Philip miteinander verbündet. Mit einer
Niederlage der drei Stämme endete der Krieg, bei dem die Nipmuck fast
vollständig ausgerottet worden.
Ottawa
Die Ottawa sind ebenfalls ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie. Ihre Heimat lag
im Norden und Süden des Huronsees. Sie waren sehr kriegerisch und verbündeten
sich um das Jahr 1750 mit den Potawatomi, Chippewa, Delawaren, Illinois, Kickapoo, Miami,
Sauk und Fox und Shawnee. Da sie Verbündete der Franzosen waren, setzten sie den
Engländern heftigen Widerstand entgegen. Nach dem Krieg von 1754 bis 1763 verloren
die Franzosen das gesamte Gebiet östlich des Mississippi an die Engländer.
Pontiac forderte seine Verbündeten zum Widerstand gegen die englischen Eindringlinge
auf, wurde aber nach mehreren Monaten Krieg von seinen Verbündeten im Stich gelassen.
Daraufhin gab Pontiac auf. Nach seiner Ermordung kämpften die Algonkin-Stämme
auf Seiten der Engländer gegen die 13 aufständischen Kolonien. Nach der
Unabhängigkeit standen die Algonkin wieder ihren Feinden den Vereinigten Staaten
gegenüber. Die Ottawa, von den Engländern aufgehetzt, führten nun Krieg
unter Miami-Häuptlinge Little Turtle und dem Häuptling der Shawnee Blue Jacket
gegen die Vereinigten Staaten. Sie schlugen General Harmar 1790, 1791 General St. Clair
und wurden erst 1794 von General Wayne in der Schlacht bei Fallen Timbers vernichtend
geschlagen. Nach der Grenzziehung gehörten die im Norden des Huronsees wohnenden
Ottawas zu Kanada und die im Süden zu den USA. Die in Michigan - zu USA gehörend
- lebenden Ottawa, Potawatomi und Chippewa mußten allerdings ihr Stammesgebiet
verlassen.
Patchcoag
Patchcoag (auch »Poosepatuck«) bedeutet im Deutschen »Wo-sie-sich-teilen«. Sie waren
ein kleiner Indianerstamm, der im Südosten von Long Island - dem heutigen New York,
lebte.
Pennacook
Sie sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, der an dem Ufer Merrimac River zwischen
Massachusetts und New Hampshire lebte. Das Stammesgebiet lag zwischen den Grenzen der
Kolonialmächte Englands und Frankreichs.
Pequot
(= die Zertrümmerer). Sie sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie und lebten in
Cennecticut und Long Island. Ihr Leben glich dem der Atlantikküste. Als
Engländer in ihr Stammesgebiet eindrangen, gingen sie 1636 unter ihrem Häuptling
Sassacus auf den Kriegspfad. Ihr erster Überfall war erfolgreich, dann aber
verbündeten sich die Engländer mit den Narraganset und Mohegan. In der Nacht
eines Junitages des Jahres 1637 wurde ein befestigtes Pequot-Dorf von 240 Kolonisten,
1.000 Narraganset und 70 Mohegan angegriffen, die Bewohner getötet und die Wigwams
niedergebrannt. 600 Pequot kamen bei diesem Massaker ums Leben. Im King Philip Krieg von
1675 wurden die verbündeten Wamponoag, Narraganset und Pequot von den Engländern
vernichtend geschlagen. Damit war die Macht der Pequot und anderer Stämme in New
England gebrochen. In kleinen Reservationen in Connecticut leben heute noch einige
Pequot.
Petun
Die Petun sind ein Volk der Tobacco-Nation und gehören der irokesischen
Sprachfamilie an. Sie waren enge Verbündete der Huronen. Die Petun wurden im Jahre
1649 von den Irokesen vernichtend geschlagen. Um 1610 zählte ihre Bevölkerung
8.000 Personen, die bis 1639 auf 1.200 dezimiert wurde.
Pocumtuc
Die Pocumtuc sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der in Massachusetts
lebte und inzwischen ausgestorben ist.
Potawatomi
Sie waren ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie und lebten zwischen den Huron- und
Michigansee im heutigen Michigan. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts zogen sie aus ihrer
Heimat in den Norden von Illinois. Die Potawatomi zählten zu den gefährlichsten
Kriegern der Vereinigten Staaten. Auch wenn es zu einigen Streitigkeiten zwischen den
Algonkin-Stämmen kam, so waren die Potawatomi die äußere
Verteidigungslinie der Algonkin-Stämme gegen die Sioux. Auch sie waren
Verbündete der Franzosen gegen die Engländer. Nach dem Krieg von 1763
mußten sie ihr geamtes Gebiet östlich des Mississippi an die Briten abgeben.
Sie schlossen sich daraufhin den Ottawas unter Führung Pontiacs an und kämpften
fortan gegen die verhaßten Weißen. Im Unabhängigkeitskrieg waren sie
Verbündete der Engländer. Im Jahre 1790 besiegten die Potawatomi unter
Führung von Black Wolf und den verbündeten Miami mit Little Turtle an der
Spitze General Harman und ein Jahr später auch General St. Clair. In der Schlacht
von Fallen Timbers im Jahre 1794 wurden sie von General Wayne vernichtend geschlagen.
Auch die Shawnee unter Blue Jacket waren an der Schlacht beteiligt. Nach dem sie auch
unter dem Shawnee-Häuptling Tecumseh besiegt wurden, zogen sie sich in ihr
Stammesgebiet zurück und blieben ab diesem Zeitpunkt friedlich. 1846 wurden sie
aus ihrer Heimat mit sanfter Gewalt vertrieben und nach Kansas gebracht. 1867 wurden
die Potawatomi im Indianergebiet von Oklahoma angesiedelt.
Rockaway
Rockaway bedeutet im Deutschen "Sandiger Boden". Sie waren ein kleiner Volksstamm, der
auf Long Island - dem heutigen New York, lebte.
Saponi
Sie sind ein sogenannter Außenseiterstamm der Sioux-Sprachfamilie, der in North
Carolina und Virginia beheimatet war. 1780 ist der gesamte Stamm durch Seuchen ausgerottet
worden.
Sauk und Fox
Die Sauk (Osakiwag = Menschen der gelben Erde) und Fox sind Stämme der
Algonkin-Sprachfamilie. Ihre ehemalige Heimat südlich der Großen Seen - die
heutigen US-Bundesstaaten Michigan und Wisconsin - verließen sie im Jahre 1750,
um sich ihren Stammesverwandten im Ohiogebiet anzuschließen. Sie und die Chippewa,
Delawaren, Illinois, Kickapoo, Miami, Ottawa, Potawatomi und Shawnee - alles Stämme
der Algonkin-Sprachfamilie - kamen in den Einflußbereich der Franzosen und leisteten
vergeblichen Widerstand
gegen das Vorrücken der Engländer. Der Krieg in den Jahren 1754 bis 1763 war
das letzte Aufbäumen der Franzosen und ihrer verbündeten Indianerstämme
gegen die Engländer und Irokesen. Die Sauk und Fox waren am Krieg Pontiacs gegen
die Briten nicht mehr beteiligt, da sie bereits das Ohiotal Richtung Mississsippi-Gebiet
verlassen hatten. Nach dem Krieg treten die Franzosen Kanada und Louisiana - gelegen
westlich des Mississippi - an England ab. Die Sauk wurden auch Sac genannt und hatten
fast die gleiche Sprache und Lebensweise wie die Fox. Beide Stämme traten meistens
als ein Stamm auf. Sie bewohnten große Dörfer, in denen Wigwams errichtet
waren, die sie mit Matten bedeckten, da es Birkenrinde in ihren Stammesgebiet nicht gab.
Für ihren Lebensunterhalt gingen sie der Jagd und dem Ackerbau nach. Die Krieger
beider Stämme hatten glattrasierte Schädel mit einem rotgefärbten Kamm
in der Mitte. Wegen ihrer Kampfeslust waren sie an allen Kriegen der westlichen Algonkin
beteiligt. Die Ansiedlungen der Weißen dehnten sich nach dem Krieg von 1812 immer
weiter nach Westen aus, was die Sauk und Fox veranlaßte einige Teile ihres
Stammesgebiete zu verkaufen. Die Sioux beschwerten sich in Washington wegen der
Besitznahme ihres Landes durch die Sauk und Fox. Keokuk, ein Häuptling der Sauk und
Fox, trat als Anwalt seines Volkes auf und der Prozeßausgang endete mit dem Sieg
durch seine Sachkenntnis und Logik. Im Frühjahr 1853 überfielen 1.500 Krieger
der Apachen, Arapaho, Cheyenne und Osage alle Stämme aus dem Osten, die sich in der
Prärie festgesetzt hatten. Diese Streitmacht wurde in der Schlacht am Kansas River
von 100 Sauk- und Fox-Kriegern in die Flucht geschlagen. Sie wandten dabei eine von den
Weißen erlernte Taktik an, in dem sie sich in Doppelreihe aufstellten und nach dem
die Krieger der ersten Reihe ihren Schuß abgaben, hinter die zweite Reihe, die
jetzt an der Reihe war, zum Nachladen zurückzogen, um dann wieder vorzutreten. Die
Angreifer erlitten hohe Verluste, während die Sauk und Fox nur sechs tote Krieger
zu beklagen hatten. Gegen diese Disziplin und Präzision hatten die angreifenden
Prärie-Stämme nichts dagegen zu setzen. Ein Teil der Sauk und Fox lebt heute
in Oklahoma, ein anderer nahe Tama im Bundesstaat Iowa.
Secotan
Sie sind ein Stamm der Irokesen-Sprachfamilie, der in Langhäusern wohnte und Mais
als Hauptnahrungsquelle anbaute.
Shinnecock
Die Shinnecock sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, der in Long Island, New York
beheimatet war. Sie lebten in Kuppelförmigen Strohhütten und ernährten
sich von Mais, Fisch und von der Jagd. 160 Shinnecock lebten noch in den fünfziger
Jahren des 20. Jahrhunderts. Sie hatten bereits zu dieser Zeit ihre Sprache und Kultur
aufgegeben.
Stockbridge
Siehe Housetonic
Susquehanna
Sie sind ein Volksstamm der Irokesen-Sprachfamilie. Ihre Heimat waren die Ufer des
Susquehanna River im gleichnamigen Tal. Sie waren zur Zeit der Ankunft der Weißen
ein mächtiger Stamm. John Smith berichtete begeistert von den Susquehanna, vom
hohen Wuchs und ihrer imposanten Erscheinung. Um das Jahr 1663 lebten sie in gut
befestigten Dörfern, die mit kleinen Geschützen versehen waren. Nach der
Vernichtung der Erie stürzten sich die Fünf Nationen der Irokesen auf die
Susquehanna. Diese konnten die Angriffe mit ihren Kanonen erfolgreich abwehren. Daraufhin
änderten die Irokesen ihre Kampftaktik und überfielen die Susquehanna durch
kleine Überfälle, mit denen die Fünf Nationen sie schwächten.
Als sie bereits stark dezimiert waren, erschienen an der Mündung des Flusses die
Quäker, welche die Susquehanna zum Christentum bekehrten. Die überlebenden
Susquehanna wurden fortan als Conestoga bezeichnet. Weiße Mitchristen
überfielen einige Zeit nach der Bekehrung die geschwächten Susquehanna und
metzelten sie nieder.
Tobacco
(= Tabakvolk). Sie sind ein Stamm der mächtigen Irokesen-Sprachfamilie. Sie
bewohnten das Gebiet östlich des Eriesees und waren mit den Huronen befreundet.
Sie waren Ackerbauern und pflanzten neben dem Mais auch Hanf und Tabakpflanzen an.
Die Tobacco verwendeten für den Fischfang Netze. Sie waren ein Volksstamm genauso
mächtig wie die Irokesen-Liga gesamt. Sie galten als Feinde der Liga, da sie ihr
nicht beitraten. Nach dem die Irokesen-Liga die Huronen besiegt hatten, fielen sie nur
neun Monate später - im Dezember 1649 - über die friedlichen Tabacco her und
löschten das Volk aus. Wenige Überlebende schlossen sich den Resten der Huronen
und Eries an und bildeten den Stamm der Wyandots. Sie kamen unter den Schutz der Ottawa
und schlossen sich den mächtigen Algonkin-Bund an.
Wampanoag (Pokanoket)
Sie sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie und waren an der Nordostküste
im heutigen Bundesstaat Massachusetts beheimatet. Die ersten englischen Kolonisten wurden
von den Wampanoag freundschaftlich aufgenommen. Auch beim Bau der ersten Siedlungen
waren die Wampanoag unter ihrem Häuptling Massassoit hilfreich. Als Dankbarkeit
unterjochten die Engländer sie nach dem Tod ihres Häuptlings. Der Nachfolger,
sein Sohn Metacomet (King Philip), konnte daraufhin die friedlichen Beziehungen zu den
Engländern nicht fortsetzen und bereitete einen Aufstand vor. Die Wampanoag fingen
1675 zusammen mit den Pequot und Narragansett einen Krieg an. Nach dem sie zwölf
Siedlungen der Briten zerstört hatten, wurden sie vernichtend geschlagen. Metacomet
wurde getötet und die Überlebenden Wampanoag wanderten ins Landesinnere ab.
Wappinger
Die Wappinger sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der am unteren Hudson
River im US-Staat New York wohnte. Auch sie verwendeten als Behausung das Langhaus und
ernährten sich von der Jagd, vom Fischfang und bauten Mais an.
Wea
Die Wea sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, der in den heutigen Bundesstaaten
Indiana und Illinois wohnte. Abgeleitet von den Algonkin-Wort Wayah-tonuki ist ihr
Stammname, was soviel heißt, wie «Volk vom runden Fluß».
Der Stamm war mit den Wawyachtonoc eng verwandt. Diese waren eine algonkin-sprachige
Untergruppe der Mahican. Ihre Behausung waren Kuppelförmige Stroh-, Rinden- oder
Fellhütten. Hauptnahrung war der Mais. Sie lebten in einem Dorf am Wabash-Fluß
als Franzosen sie 1718 entdeckten. Da sie gute Beziehungen zu den Franzosen besaßen,
errichteten diese in ihrer Nähe einen Handelsposten. Im Jahre 1757 entwickelten die
Piankashaw und Wea auch Kontakte zu den Engländern. Im Siebenjährigen
Krieg wurde die Zahl der Wea stark dezimiert. Kolonisten zerstörten 1791 das Wea-Dorf.
Der Stamm verkaufte 1818 ihr Stammesgebiet und siedelten mit den Piankashaw nach Kansas
über. Die Wea wurden 1867 ins Indianerterritorium Oklahoma angesiedelt, wo sie in den
Peoria aufgingen.
Wesort
(= Brandywine). Die Wesort sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie. Ihre Heimat
war Maryland. Als Wohnstätte verwendeten sie das Langhaus. Die Hauptnahrungsquelle
war der Mais.
Wyandot
Sie sind ein Stamm der Irokesen-Sprachfamilie, der sich aus den von der Irokesen-Liga
vernichteten Erie, Huronen und Tobacco zusammensetzte. Ihnen schlossen sich noch die
Ottawa an, ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, der aus Angst vor den Irokesen seine
Jagdgründe am Ottawa River aufgegeben hatte. Zusammen ließen sie sich in
Michigan nieder. Als die Wyandot wieder zahlreicher geworden waren, verließen sie
die Ottawa und zogen rund ein Jahrhundert umher, bevor sie sich schließlich im
nördlichen Ohio im Gebiet der Delaware, Miami und Shawnee niederließen. Die
Wyandot schlossen sich als Verbündete den Franzosen an und kämpften auf deren
Seite siegreich gegen General Braddock und beteiligten sich auch am Pontiac-Krieg.
Nach dem Bürgerkrieg waren sie auf Seiten ihrer ehemaligen englischen Feinde gegen
die Amerikaner. Unter Little Turtle beteiligten sie sich am Kampf gegen General Harmar
und St. Clair, wo sie mit ihren Verbündeten bei Fallen Timbers und Tippecanoe
unterlagen. Die Wyandot dienten auch im Indianer-Bataillon von Tecumseh im Krieg von
1812. In Kriegen gegen die Siedler am Ohio und in Kentucky wurden sie durch ihre
Grausamkeiten bekannt. Von 1812 bis 1842 lebten die Wyandot auf von der Regierung
zugewiesenen Ländereien im nördlichen Ohio und Michigan. Im Jahre 1842
verkauften sie ihr Stammesgebiet und gingen nach Kansas. Später siedelten sie in den
Nordosten von Oklahoma - in das ehemalige Indianer-Territorium - über, wo heute noch
etwa 300 Stammesangehörige beheimatet sind.
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