Die Indianer von Nord- Mittel- und Südamerika
Indianer: Lebensweise, Sitten, Bräuche, Geschichte, Sprachfamilien, Stämme, Häuptlinge, Hochkulturen



Indianer-Stämme der Prärie




Zu folgenden Prärie-Stämmen gibt es separate Seiten:
Arapaho | Blackfoot | Cheyenne | Comanchen | Crow | D(L)(N)akota | Kiowa | Mandan | Pawnee | Piégan | Ponca


 
Akasquy

Die Akasquy sind ein Stamm der am Brazos River in Texas lebte und heute ausgestorben ist. Ihre Kleidung bestand aus Bisonhaaren und war mit Vogelfedern geschmückt. Im Jahre 1858 wurden die letzten Akasquy von Texas-Rangern in einem Gemetzel abgeschlachtet.


 
Anadarko

(auch: Anadaca, Anadacao, Anadahcoe, Nadko). Die Anadarko sind ein Stamm der Caddo-Sprachfamilie, der in Osttexas beheimatet war. Ihre Behausung war die Fell- oder Strohhütte. Hauptsächlich ernährten sie sich von der Pflanzenanzucht und von Wild. Das Wort "Anadarko" kommt aus der Caddo-Sprache und bedeutet "Die den Honig der Hummel essen". 1541 kam De Soto als erster Weißer mit ihnen in Kontakt. Bei einer Erhebung im Jahre 1763 durch die Franzosen wurden die Anadarko der Caddo-Sprachgruppe zugeordnet. Krankheit und Kriege dezimierten die Anzahl des Stammes. Durch einen Vertrag von 1835 wurden die Anadarko auf die Westseite des Brazos River abgedrängt. Am 15. Mai 1846 wurden die 450 Stammesangehörigen unter dem Schutz der Vereinigten Staaten gestellt. Bei Fort Belknap in Texas wurden 1857 die letzten 200 Anadarko in einem Reservat angesiedelt. Im Jahre 1857 kam es mit weißen Siedlern zum Krieg, dem eine Zwangsumsiedlung am 1. August 1859 in das Indianerterritorium Oklahoma zur Folge hatte. Nach Ausbruch des amerikanischen Bürgerkrieges im Jahre 1861 unterzeichnete der damalige Häuptling Jose Maria einen Vertrag mit den konföderierten Südstaaten. Der Stamm der Anadarko wurde von den Südstaatlern gut behandelt. Bei einer statistischen Erhebung wurden im Jahre 1950 ca. 449 Anadarko registriert. 1985 wurden bei der Anadarko-Behörde in Oklahoma 1.218 Anadarko und Caddo gezählt.


 
Arikara

(Ari-ka-ri = Elchgehörn oder gehörnter Elch). Sie gehören der Caddo-Sprachfamilie an und siedelten sich zu Beginn des 17. Jahrhunderts aus Nebraska kommend in North Dakota am Missouri an. Sie wurden bald als Pawnee oder Ree bekannt. Das zahlreiche Volk wurde von den Franzosen in den frühen Jahren der Besiedlung auch als "Weiße Pawnee" benannt. Die US-Amerikaner bezeichneten sie als "gute Indianer", da sie friedfertig waren und deshalb oft als Scout der US-Armee wertvolle Späherdienste in den Kriegen gegen die Dakota leisteten. Das sie sich so verhielten, muß wohl daran liegen, dass sie vor Besitznahme des Westens durch die Weißen primitiv und schlecht bewaffnet waren und von Nachbarstämmen, die bereits von den Franzosen Feuerwaffen erhalten hatten, abgeschlachtet wurden. Ein General mit Namen Eno, der Colonel Custer nicht vor der totalen Vernichtung seiner Truppen bewahren konnte, sprach von den Atsina-Spähern folgendes: Sie sind anspruchslos, treu und zuverlässig wie gute abgerichtete Hunde. Der Dank der Weißen dafür waren die Pocken, die den zahlmäßig großen Stamm dezimierten. Ihre Nachkommen leben heute mit den Hidatsa und Mandan zusammen in einem Reservat in Montana.


 
Assiniboin

Assiniboin-Lager Das Wort Assiniboin stammt aus der Chippewa-Sprache und bedeutet Steinkocher. Sie gehören der Sioux-Sprachfamilie an und waren ursprünglich ein Teil der Yanktonai-Dakota, obwohl die Dakota ihre Feinde waren. Die Assiniboin kämpften Ende des 17. Jahrhundert gegen die Cheyenne. Diese kriegerischen Handlungen wuchsen zum Kleinkrieg aus, bei dem die Assiniboin Steinschloßgewehre einsetzten, die sie bei Pelzhändlern eingetauscht hatten. Die Assiniboin schossen Hunderte Cheyenne ab, wofür man sie fürchtete. Bei den Cheyenne hießen die Assiniboin Ho-he. Sie griffen nachts an und waren sehr listenreich. Untereinander verständigte sie sich aus hohlen Pflanzenstengeln hergestellten Blashörnern, mit denen sie den Büffelruf täuschend ähnlich nachahmten. Ihr Stammesgebiet erstreckte sich von den kanadischen Steppengebieten bis nach North Dakota und Montana. Die Assiniboin besaßen Pferde und Gewehre und konnten ihr Territorium behaupten. Sie hatten als Verbündete die Cree und Ojibway, deren Jagdgründe sich im Norden und Osten an das Dakota-Gebiet anschlossen. Ihre Kleidung, ihre Behausung wie auch ihre Bräuche übernahmen sie von den Cree und Ojibway. Die Dakota duldeten keine Eindringlinge in ihren Jagdgründen und so wurde jeder, der sich hineinwagte, davongejagt. Deshalb bestand zwischen den Dakota und Assiniboin eine Fehde, weshalb auch die Teton und die Dakota des Ostens mit den Assiniboin verfeindet hatten. Dieser Streit hatte jedoch auch was Gutes: Man konnte Skalpe, Pferde und Gefangene erbeuten was wieder Ruhm einbrachte. Im Jahre 1840 wurden 75 Prozent der Assiniboin durch eine Blattern-Epidemie dezimiert, was zur Folge hatte, das sie ihre militärische Stärke in der Prärie verloren. Um ein Gleichgewicht der Kräfte wieder herzustellen, dehnten die Cree ihr Stammesgebiet beträchtlich aus.


 
Blood

Siehe Blackfoot


 
Caddo

Die Caddo waren ein mächtiger Volksstamm der gleichnamigen Sprachfamilie. Das Volk der Caddo setzte sich aus mehreren Einzelstämmen zusammen: Adais, Anadarko, Cahinnios, Eyeish, Hainai, Kadohadachos, Nabedache, Nacagdoches, Nacono, Namidish, Nanatsoho, Nasoni, Natchitoches, Neches und Yatasi. Bereits in vorkolumbischer Zeit wanderten weitere Caddo-Stämme nach Norden, so die Wichita in den heutigen US-Staat Kansas, die Kitsai und Pawnee nach Nebraska und die Arikara nach Norddakota. Das Wort "Texas" - heutiger US-Bundesstaat - ist die Abwandlung eines Caddo-Wortes. Die Angehörigen der Unterstämme nannten sich selbst "Tayshas", was soviel wie "Verbündete" oder "Freunde" bedeutete. Mit diesem Begriff bezeichneten die spanischen Eroberer und Kolonisten das gesamte Gebiet nördlich des Rio Grande del Norte und machten "Land der Tayshas" daraus, den Namen kürze man später in "Land Tayshas", dann in "Taychase" und später wurde "Texas" daraus. Die Caddo waren Ackerbauern und lebten in den fruchtbaren Gebieten von Louisiana und Mississippi. Im Jahre 1835 vertrieb man sie nach Nordost-Texas, von wo aus sie 1872 in eine eigene Reservation ins Indianerterritorium Oklahoma umgesiedelt wurden. 630 Caddo-Indianer wurden bei einer Zählung im Jahre 1930 registriert.
Atakapans: Sie waren eine Dialektgruppe innerhalb der Caddo-Sprachfamilie.
Avavares: Sie sind möglicher Weise eine Untergruppe der Caddo-Sprachfamilie.
Avoyelles: Das Wort "Avoyelles" bedeutet im Deutschen "Die Vipern". Auch sie sind ein Stamm des Caddo-Familie, der in Dörfern nahe des Red Rivers im heutigen Louisiana beheimatet war.


 
Coaque

Sie waren ein kleiner Stamm, der vor der Küste von Texas auf der Insel Malhado Island beheimatet war. An ihrer Insel strandete der Konquistador Cabeza de Vaca.


 
Flandreau

Die Flandreau waren einst Santee-Dakota, die sich aber von diesen trennten. Die kleine Gruppe siedelte sich im heutigen US-Bundesstaat Nebraska an.


 
Gros Ventres (Atsina)

Gros Ventres verlegen ihr Lager mit Hilfe von Travois Die Wort "Atsina" (at-se-na) ist ein Wort aus der Blackfoot-Sprache und bedeutet = mutiges Volk. Als die Weißen den Westen eroberten, wurden die Atsina "Gros Ventres" (Dickbäuche) genannt. Diesen Namen erhielten sie aber nicht weil sie dicke Bäuche besaßen, sonder weil sie am Big Belly (Dickbauch) River beheimatet waren. Der Big Bely River trägt heute den Namen "South Saskatchewan". Sie sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie. Die Atsina, ihre Verwandten, die Arapaho sowie die Blackfoot waren schon vor Entdeckung Amerikas Bewohner der Plains. Ihre Heimat lag im nördlichen Felsengebirge Montanas und wurden von den Blackfoot beschützt. Im Jahre 1870 bezogen sie zwischen dem Yellowstone und Powder River eine Reservation mit den Arikara und Mandan. Die Gros Ventres waren gegenüber den Weißen freundlich und friedfertig. Deshalb wurden sie von ihnen auch als "gute Indianer" bezeichnet. In der Dakota Reservation lebten im Jahre 1879 noch 1.700 Atsina, deren Zahl bis 1937 in Oklahoma auf 809 sank.


 
Hainai

Die Hainai gehören der Caddo-Sprachfamilie an und ihre Heimat war das heutige Texas. Sie bewohnten Strohhütten und ernährten sich von Mais. Die Hainai sind verwandt mit den Caddo und gehörten mit den Hasininai zu den Völkern des Caddo-Bundes. Ihr Name stammt von dem Wort "nayano" ab und bedeutet "Volk". Der Stamm der Hainai wurde im Jahre 1542 von De Soto und 1687 von La Salle besucht. Früher war das heutige Dorf im Nacogdoches County ein Ort wichtiger Zeremonien. Im Jahre 1716 wurde eine katholische Missionsstation an dieser Stelle gegründet. Die Hainai kämpften während des Bürgerkrieges auf der Seite der Südstaaten. Im Anschluß siedelten sie sich im Wichita-Caddo-Reservat an. Letztmals wurde der Stamm im Jahre 1876 mit 30 Personen registriert. Zwölf Jahre zuvor waren es immer noch 150 Stammesmitglieder.


 
Hidatsa

(= Weidenvolk). Sie sind ein Stamm der Sioux-Sprachfamilie. Aus ihm gingen die Apsarokee und Crow hervor. Sie wanderten in historischer Zeit aus der Minnesota Region zum oberen Missouri und schlossen sich dort den Mandan an. Sie wohnten an einem Nebenfluß des Missouri - am Knife River - in North Dakota in kuppelförmigen Erdhäusern und hatten befestigte Dörfer. Sie bauten Mais und Gemüse an und beschäftigten sich außerdem mit der Töpferei. Die Hidatsa nannte man auch früher Big Bellies oder Gros Ventre (= Dickbäuche). Nicht verwechseln mit den Atsina, die auch als Gros Ventre bezeichnet worden. Von den Dakota wurden sie Minnitari genannt was soviel heißt wie "am anderen Ufer leben". Im Jahre 1837 wurden die Mandanen von einer verheerenden Blatternepidemie dezimiert. Nur etwa 100 Überlebende gab es, die sich den Hidatsa anschlossen. Auch heute leben die Hidatsa in North Dakota in der Fort-Berthold-Reservation. Bei einer Zählung im jahre 1937 wurden 731 Hidatsa und Mandan registriert. Die Hidatsa galten als kriegerisch und führten ausgedehnte Kriegszüge gegen ihre Feinde durch. War der Kriegszug erfolgreich, führten die Frauen den Skalptanz auf. Vor einer Büffeljagd im Winter wurde der traditionelle Schneeschuhtanz getanzt, und im Sommer der Büffeltanz. Den Winter vertrieben sich die Hidatsa im Spiel.


 
Iowa

(wahrscheinlich vom Dakota-Wort Ayuhwa, Sleepy People, Schläfriges Volk). Sie sind ein Volksstamm der großen Sioux-Sprachfamilie und waren am unteren Missouri beheimatet. Sie waren ein Volk von ca. 1.000 Stammesangehörigen. Die Iowa betrieben Ackerbau und gingen der Jagd nach Büffeln und Rotwild nach. Ihre Behausung glich in seiner Form der eines Backofens, die mit Erde bedeckt waren. Bei ausgedehnten Jagdzügen verwendeten sie auch das Tipi. Ihre Riten glichen der des östlichen Waldlandes. Der Zauberer wurde bei einem rituellen Akt scheinbar erschossen, bevor er wieder zum Leben erweckt wurde. Die Erbeutung eines Skalps war bei den Iowa unbedeutend. Wenn ein Krieger zweimal ein Coup gelang oder die Waffen des Feindes erbeutete, galt er als berühmter Krieger. Pferdediebstahl stand auch vor dem Skalp. Wurde ein Krieger im Kampf verletzt und von einem Stammesangehörigen errettet, brachte dies besondere Ehre.


 
Kansa

Die Kansa sind ein Stamm der großen Sioux-Sprachfamilie, der im Süden am unteren Missouri wohnte. Sie waren verwandt mit den weiter nördlich lebenden Omaha und Ponca und mit den im Süden wohnenden Osage und Quapaw. Sie betrieben Ackerbau, jagten aber auch Büffel und Rotwild. Für Wanderungen benutzten sie das Tipi, sonst lebten sie backofenförmigen Behausungen. Die Trecks der Weißen, die sich Mitte des 19. Jahrhunderts auf dem Santa-Fé-Trail meist in Ost-West-Richtung bewegten, wurden nicht angegriffen, da sich die Kansa friedlich verhielten. Die Krieger der Kansa trugen auf glattrasiertem Kopf einen Haarkamm.


 
Karankawa

Sie waren eine Dialektgruppe der großen Sioux-Sprachfamilie, die an der Golfküste des heutigen Staates Texas beheimatet waren. Als Cabeza de Vaca im Jahr 1528 an der Golfküste mit seinen Gefährten Schiffbruch erlitt, machte er die Aussage über die Karankawa, dass sie das miserabelste und primitivste Volk der Küste von Texas wären. Sie wurden gejagt und vollständig ausgerottet. Die letzten ihres Stammes wurden noch vor dem Bürgerkrieg getötet.


 
Kichai

Sie waren ein Stamm der Caddo-Sprachfamilie, der in Texas beheimatet war. Die Kachai waren friedliche Ackerbauern, wie ihre stammesverwandten Tawakoni, Waco und Wichita. Sie wurden von den Weißen fast völlig ausgerottet, so dass nicht viel mehr als ihr Name übrigblieb.


 
Kite

Die Kite gehören der Sioux-Sprachfamilie an und lebten in Tipis in der Black Hills. Hauptsächlich ernährten sie sich von der Jagd.


 
Mascouten

Sie sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie an und lebten in Tipis. Ihre Nahrung bestand aus Fleisch und aus pflanzlichen Produkten.


 
Mesquites

Die Mesquites sind ein kleiner Stamm, der um 1716 in Texas am Rio Grande, am Rio Brazos und bei San Antonio de Bexar beheimatet waren. Ihr Name wurde von dem Mesquite-Dornbuschgebiet abgeleitet. Hier lebten und ernährten sie sich.


 
Missouri

Die Missouri sind ein Stamm der Sioux-Sprachfamilie. Sie wohnten im Süden am Missouri River im heutigen Kansas. Die Missouri gingen dem Ackerbau nach, jagten Büffel, Antilopen und Rotwild. Ihre Anzahl war nie höher als 1.000 Stammesmitglieder. Im Jahre 1798 hätten die Sauk und Fox sie bald vernichtet. Sie sind dann aber zu Beginn des 19. Jahrhunderts von den Osage so vernichtend geschlagen worden, dass der Stamm als Einheit unterging. Die letzten Stammesmitglieder wurden von den Iowa und Oto aufgenommen.


 
Muruam

Die Muruam sind eine kleine Gruppe von Indianern, die sich aus Tonkawa und Ticmamare zusammensetzten. Sie wurden um das Jahr 1720 in den Missionen von San Antonio de Bexas im heutigen US-Staat Texas katholisch getauft.


 
Nacachau

Sie sind ein Volksstamm aus Texas. Die Nacachau wurden 1691 vom spanischen Entdecker Francisco de Jesús Maria erstmals erwähnt. Für diesen Stamm wurde kurz nach ihrer Entdeckung eine Mission errichtet, die den Namen Mission San Francisco de los Neches erhielt und unter diesen Namen bekannt wurde.


 
Nacaniche

Sie sind ebenfalls ein Volksstamm aus Texas, der am Trinity River lebte und der Caddo-Sprachfamilie angehört. Die Nacaniche wurden 1690 von den Franzosen entdeckt und kamen im 19. Jahrhundert unter die Herrschaft der Nacogdoches.


 
Nacogdoche

Die Nacogdoche waren ein größerer Stamm, der in Texas lebte. An der Stelle wo sich ihr Hauptdorf befand, ist eine texanische Stadt mit gleichen Namens errichtet worden.


 
Omaha

Das Wort "Omaha" bedeutet "Jene, die gegen den Wind gehen". Er war ein Stamm der großen Sioux-Sprachfamilie. er lebte im nordöstlichen Nebraska rechts und links des Missouris. Neben der Jagd nach Bisons, Antilopen und Rotwild ernährten sich die Omaha auch durch den Ackerbau und den Fischfang. Die Fische wurden entweder mit dem Pfeil und Bogen oder mit einem speziellen Fischspeer gefangen. Durch diese Fülle in ihren Jagdgründen hatten sie ein sorgenfreies Leben. Sie wohnten in backofenf&oumLrmigen Häusern, die sie mit Erde bedeckten, nur während der Büffeljagd verwendeten sie das Tipi. Ihre Kultur war höher als die der Teton. Statt Clans gab es bei den Omaha sogenannte Moities (franz. abgeleitet moitié = Hälfte), die als Himmel und Erde bezeichnet worden. Der Sonnentanz war ihnen unbekannt. Als Haartracht der Krieger gab es nur die Skalplocke wie es bei den südlichen Sioux üblich war, sonst war der Kopf kahlrasiert. Ihre Kleidung bestand aus Wildleder mit reich verzierten Stickereien aus Stachelschweinborsten. Die Omaha gingen 1854 in ihre Omaha-Reservation in Nebraska.


 
Oneota

Die Oneota sind ein Volksstamm der Sioux-Sprachfamilie, der bis zum 17. Jahrhundert im US-Bundesstaat Nebraska lebte.


 
Osage

Osage entstand aus dem Osage-Wort "Wazhazha". Die Osage waren ein südlicher Stamm der Sioux-Sprachfamilie. Ihre Heimat lag im südlichen Missouri und nördlichen Arkansas. Sie betrieben Ackerbau, jagten Rotwild und Antilopen und gingen auch auf Büffeljagd. Die Hütten waren oval oder rechteckig, besaßen gerade Wände und hatten gebogene Dächer aus Häuten oder Matten. Sie waren 9 bis 30 Meter lang, 4,5 bis 6 Meter breit und hatten eine Höhe von 3 Metern. Für die Büffeljagd verwendeten sie Tipis, um den Bisons durch ihr Stammesgebiet folgen zu können. Da sie nahe den Büffelwegen wohnten, verfügten sie über ausreichend viele Büffelhäute. Der Stand ihrer Kultur war höher als die der Dakota. Grund dafür waren ihre anspruchsvolleren Rituale. Der Stamm war in Moities eingeteilt, die einen Gegensatz andeuteten und "Krieg" und "Frieden" genannt wurden. Sonst glichen sie anderen Sioux-Stämmen. Die Krieger trugen auf ihren glattrasierten Schädel einen Kamm als Haartracht. Die Kleidung der Osage bestand aus Wildleder, das mit Perlstickerei und Wildschweinborsten verziert war. Sie besaßen auch gute Kenntnisse in der Matten- und Korbflechterei. Anfang des 19. Jahrhunderts kam Tecumseh zu den Osage, um sie für seinen Bund zu gewinnen. Er wurde zwar gastfreundlich aufgenommen, aber für seine Idee hatten sie kein Interesse. Die Osage wurden durch ihre militärgesellschaftliche Ordnung berühmt, aber auch durch ihre Feindschaft zu den südlichen Reiterstämmen. Sie lebten von 1839 in einem Reservat im Indianerterritorium von Oklahoma. Sie übernahmen hier die Kleidung der Weißen, die Krieger ließen sich ihre Haare schulterlang wachsen und sie blieben friedlich. Sie stellten früh die uniformierte Osage Indian Police auf, damit innerhalb ihrer Reservation Ruhe und Ordnung herrschte. Ab 1855 zogen Siedlertrecks durch ihr Schutzgebiet. Die Polizeitruppe achtete darauf, dass es nicht zu Überfällen durch Banditen kam.
Als auf ihrer Reservation in Oklahomae Erdöl gefunden wurde, hatten sie für kurze Zeit die größte Einkommensquote der Welt. Mit diesem Geld konnte der Stamm saniert werden. Sie wurden wohlhabend und unterstehen nicht mehr der Treuhänderschaft der US-Regierung. Heute erhält ein Osage neben sonstigen Einkünften auch ein Jahreseinkommen aus bestehenden Ölverträgen von etwa 3.500 EUR. 1937 lebten noch 3.649 Stammesangehörige, deren Anzahl auf mehr als 5.000 Personen anstieg.


 
Oto

(= Die Wollüstlingen). Die Oto sind ein Stamm der Sioux-Sprachfamilie, der beiderseits des Missouri im heutigen Nebraska lebte. Sie zählten etwa 1.000 Stammesangehörige. Die Oto jagten Rotwild und Antilopen, betrieben Ackerbau und gingen auch auf Büffeljagd. In der Zeit der Büffeljagd wohnten sie in Tipis, sonst in backofenförmigen Behausungen, die mit Erde bedeckt waren. Ihre Riten glichen denen des östlichen Waldlandes. Die Krieger trugen als Haartracht einen Kamm auf abgeschorenen Kopf. Ihre Kleidung bestand aus Wildleder, die reich verziert war. Sie waren verbündet mit den stammesverwandten Omaha und Ponca. Im Jahr 1854 gingen sie in ihr eigenes Reservat, welches sich zwischen dem nordöstlichen Kansas und dem südöstlichen Nebraska erstreckt.


 
Quapaw

(= Sioux-Wort: "Flußabwärts" oder "Unteres Stromvolk"). Sie sind ein sogenannter Außenseiterstamm der Sioux-Sprachfamilie, der am Arkansas River und Mississippi beheimatet war. Sie wurden erstmals im Jahre 1541 von den Spaniern besucht. Die Grenze des Sioux-Gebietes verlief im 17. Jahrhundert oberhalb des westlichen Ufers des Mississippi. Die Quapaw waren der südlichste Stamm der Sioux. Im Norden ihres Gebietes lag das der stammesverwandten Osage und im Süden schloß sich das der Chickasaw an. Sie bauten um ihre Dörfer Pfahlzäune, was nicht typisch für Plain-Indianer war. Sie wurden umgesiedelt ins Indianer-Territorium. In ihrem Reservat wurde Blei und Zink gefunden, was sie zu reichen Menschen machte.
Ozark: Die Ozark sind ein Unterstamm der Quapaw, die in den heutigen US-Bundesstaaten Missouri und Arkansas beheimatet waren. Von den Franzosen wurden sie Aux Arcs genannt.


 
Sarsi

Die Sarsi waren ein Stamm der Déné-Sprachfamilie, die nordwestlich der Blackfoot in Kanada (nicht verwechseln mit den Blackfeet [Zweigstamm der Teton-Dakota]) beheimatet waren und unter den Schutz der Blackfoot standen.


 
Tonkawa

Ihr Name ist abgeleitet vom Waco-Wort tonk-a-weya, was soviel heißt wie "Jene, die zusammenbleiben". Sie gehören zur Dialektgruppe der Sioux. Die Tonkawa waren mit den Karankawa verbündet, die im Süden von ihnen lebten. Für Zeremonien verwendeten sie ab dem 17. Jahrhundert den Peyote - eine Kaktusfrucht. Wegen ihres Kannibalismus, den sie aus religiösen Gründen zelebrierten, wurden die Tonkawa bis 1856 von ihren Nachbarstämmen, Texanern, Mexikanern wie auch von den Spaniern verfolgt. Durch diese Verfolgung wurde der Stamm fast ausgerottet, obwohl sie neben ihren Feinden auch Freunde hatten. Sie waren bei ihren feindselig gesinnten Nachbarn wegen ihrer Grausamkeiten gefürchtet. Ein Gefangener wurde von den Tonkawa adoptiert, der später ihr berühmtester Häuptling wurde. Die Spanier nannten ihn El Mocho, was soviel heißt wie "Der Abgeschnittene", da er im Kampf mit einem Osage sein rechtes Ohr eingebüßt hatte. Er organisierte zusammen mit den Apachen eine Ratsversammlung. Grund dieser Angelegenheit war die Vereinigung beider Stämme gegen die Spanier. Dieser Versammlung wohnten 4.000 Apachen und Tonkawa bei. Sie tauschten Pferde gegen französische Gewehre ein. Das Bündnis währte aber nur kurze Zeit. Bei Verhandlungen mit den Spaniern wurde El Mocho ermordet. Die Tonkawa wurden 1856 wie auch ihre Erzfeinde den Comanchen und Kiowa in eine Reservation umgesiedelt. Trotzdem, dass sie ihre grausamen Bräuche beendet hatten, waren sie durch ihre Feinde wie auch durch Krankheiten stark dezimiert worden. Sie dienten nun ihren Feinden - den Texanern - als treue Scouts gegen die Comanchen wie auch anderen Indianer-Stämmen. Wegen Extremisten wurden alle Texas-Indianer unter ihnen auch die Tonkawa ins Indianerterritorium umgesiedelt. Die Reservation der Tonkawa war am Washita-River. Stämme aus Ost-Texas, ehemalige Feinde der Tonkawa und welche die von der Tonkawa-Scoutmiliz bekämpft wurden waren, siedelte man in ihrer Nähe an. Voller Haß töteten sie mehr als 100 Tonkawa, sodass ihre Zahl auf etwa 100 Stammesangehörige dezimiert wurde. Auch dies konnte ihren Kampfgeist nicht schmälern. Die Tonkawa leisten 1874 ausgezeichnete Scoutdienste auf seiten ihrer Verbündeten, den Kwahadi-Comanchen, Kiowa und Cheyenne im Palo Duro Canyon als Colonel Mackenzie gegen sie aus Fort Concho vorrückte.


 
Waco

(= Honeches, Houeches, Huanchane). Sie gehören der Caddo-Sprachgruppe an. Ihr Stammesgebiet lag im östlichen Texas, wo sie in Kuppelförmigen Strohhütten wohnten. Sie bauten Mais an und lebten ferner von der Jagd. Sie wurden von den Franzosen 1719 entdeckt, wo sie noch an den Ufern des Arkansas in Oklahoma lebten. Von dort zogen sie an den Brazos River nach Texas. Die Waco wurden 1859 ins Indianerterritorium umgesiedelt. Hier lebten sie mit den Wichita zusammen. Später verlegte man sie in die Wichita-Caddo-Reservation. Ihre Zahl war zu dieser Zeit auf 114 Stammesangehörige geschrumpft. Später verschmolzen sie mit anderen Stämmen. Am Ende des 19. Jahrhunderts sind noch 37 Personen registriert wurden.


 
Wichita

(Ousita, Panis, Tawakoni, Tawehash, Towiache, Wusita) (Eigenname: Towihaedshi). Sie sind ein Volksstamm der Caddo-Sprachfamilie. Die Wichita wurden von Kansas nach Nord-Texas abgedrängt. In ihrer neuen Heimat am Red River wohnten sie in Dörfern aus Grashütten und lebten vom Ackerbau. Neben dem Anbau von Früchten gingen sie auch auf Büffeljagd. Später als die Kiowa in ihr Land kamen, die sich hauptsächlich von Büffeln ernährten, begann ein intensiver Handel zwischen beiden Völkern. Die Wichita spezialisierten sich auf den Maisanbau, den sie erweiterten, und erhielten für ihn im Tausch Dörrfleisch und Bisonfelle. Durch diese engen Beziehungen standen die Wichtita unter dem Schutz der kriegerischen Kiowa, obwohl sie selbst tapfere Krieger waren. Als Texaner in ihr Land kamen und mit der Ausrottung aller Indianer begannen, wurden die Wichita stark dezimiert. Sie siedelten daraufhin freiwillig 1859 in eine Reservation im Indianer-Territorium von Oklahoma. Dort erhielten sie Schutz von den Fünf zivilisierten Nationen. Als die Kiowa in einem benachbarten Reservat angesiedelt wurden, begannen wieder der Tauschhandel mit den Maisbauern. In der Wichita-Reservation leben heute noch etwa 500 Stammesangehörige.


 
Winnebago

(in der Sauk-Sprache = Leute des schmutzigen Wassers; die Englänger nannten sie Stinkards = Stinktiere). Die Winnebago sind ein sogenannter Außenseiterstamm der Sioux-Sprachfamilie. Ihre Heimat war der Green Bay des Michigansees in Wisconsin. Sie waren kulturverwandt mit ihren Nachbarn der Algonkin-Sprachfamilie. Die Winnebago wohnten in Wigwams, bauten Kanus aus Birkenrinde und waren Büffeljäger. Trotz reicher Ernten des wilden Wasserreises, gingen sie auch dem Ackerbau nach. Sie wurden in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts durch eine Blatternepidemie stark dezimiert. Die Winnebago waren mit den Sauk und Fox verbündet und auch gute Freunde. Ihr Gemeinwesen bestand aus Clans, die Tiere zum Symbol hatten. Sie hatten einige zeremonielle Tänze, pflegten magische Riten und Geheimkulte und besaßen eine reiche Mythologie. Die US-Regierung ließ die 1.900 Winnebago im Jahre 1863 von Minnesota nach Missouri zwangsumsiedeln. Grund dafür war die Beteiligung der Winnebagos am Santee-Aufstand von Little Crow 1862. Auf dem Seeweg in ihre neue Heimat starben 150, die kurzerhand über Bord des Dampfschiffes geworfen wurden. In ihrem Reservat in Nebraska und Wisconsin leben heute noch etwa 3.000 Stammesangehörige. In Fort Winnebago im heutigen US-Bundesstaat Wisconsin befindet sich ihre Agentur.


 
Yatasi

Sie sind ein Stamm der Caddo-Konföderation. Sie hatten freundschaftliche Beziehungen zu den Franzosen. Durch zahlreiche Kriege und Epidemien war der Stamm bis 1805 fast ausgerottet.





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