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Die
Indianer
Südamerikas
 
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Hochkulturen


 

Die Tairona-Kultur


In der Sierra Nevada lebten vor vielen Jahrhunderten Menschen mit einer verhältnismäßig hohen Kultur. Im Bergland von Südamerika entwickelte sich eine viel höhere Kultur als im Tiefland. Es ist heute möglich durch die Resultate archäologischer Ausgrabungen die Lebensweise der damaligen Menschen einigermaßen zu rekonstruieren. In der Sierra Nevada sollen die Menschen nicht auf die Konquidatoren gewartet haben, sondern setzten sich gegen die Spanier zur Wehr und haben ihnen erhebliche Verluste zugefügt. 1552 sollen sie besiegt und vernichtet worden sein.

Die heutigen Indianer der Sierra Nevada sind also nicht mit den damaligen Stämmen verwandt. Laut den spanischen Chronisten dieser Zeit sollen die Spanier auf ein Heer von 20.000 Mann gestoßen sein. Die Bevölkerungszahl der Indianer war also weitaus größer als in jetziger Zeit. Bei neuesten Ausgrabungen legten Archäologen Siedlungen mit vielen Hausfundamenten frei.

Wenn man das verschiedene Klima der Sierra Nevada, die unterschiedliche Fruchtbarkeit des Bodens und die riesige Ausdehnung der Berghänge und Savannen in Betracht zieht, dann braucht man sich nicht über die damalige dichte Besiedlung zu wundern. In vorspanischer Zeit waren die Bewohner seßhafte Bodenbauer und Jäger. Ihre Waffen waren Bogen, Pfeile, die vergiftet werden konnten und Steinschleudern. Durch die Weitläufigkeit der Berge kam es zu einer Gliederung der Bevölkerung, die zur Bildung von Stammesverbänden führte. Ein Kazike stand dem Stamm vor. Höchste Gewalt hatten die Priester, die sich Noama nennen ließen. Die Stämme führten hier eine ähnliche Lebensweise. Sie unterschieden sich nur in ihrer Kunstfertigkeit, in der Form ihrer Tongefäße und wahrscheinlich durch ihre unterschiedlichen Dialekte.

Den Geschichtsschreibern verdanken wir, dass wir Namen einiger Stämme kennen. Der Stamm, welcher in seiner Hinterlassenschaften alle übertrifft und für die Kultur der Sierra Nevada maßgebend beeinflußte, lebte an der Nordseite des Gebirges und erbaute angeblich die Stadt Taironaca.

Die Kultur der Tairona ähnelt in vieler Hinsicht anderen Kulturen der damaligen südamerikanischen Zeit. Bei der Töpferei wurde die Wulstringtechnik eingesetzt. Stein aus der Taironazeit. Die Zeichen sind nicht zu deuten. Die Form ist ähnlich die der Hochlandkulturen von Bolivien und Peru und dort wo es Gold gab, sind wunderbare Arbeiten feinster Art gefertigt worden. Die Priesterschaft beeinflußte stark das Leben der Tairona. Jedoch sind keine Tempel wie in Mittelamerika und keine Statuen wie in San Agustin hier zu finden. Die San Agustin-Kultur ist auch älter als die der Tairona. Wann die Tairona-Kultur begann, weiß man bis heute nicht genau, aber man weiß, dass die Spanier sie zerstörten. Die Tairona-Kultur läßt sich in zwei Epochen einteilen. Grabfunde lassen auf eine prätaironaische Zeit schließen. Als Grabbeigaben waren Töpfe aus verschiedenen Formen, die teils erhabene menschliche Gesichter oder eingelassene Reliefs aufweisen, gefunden wurden. Es gab auch sehr viele aus Ton gebrannte Pfeifen und Okarinas in Tiergestalt. Weiterhin entdeckte man auch kleine Schalen mit angesetzten Tierköpfen oder welche, die als Korb von einem Mann getragen worden. In der Phantasie der Menschen spielten Fledermäuse und Frösche eine besondere Rolle. Selbst heute gelten die Fledermäuse noch als kluge Tiere, mit denen der Medizinmann im Bunde stehen soll. Innerhalb der Hausfundamente und in Gräbern wurden Zeremonialstäbe aus Stein und sonderbare Flügelanhänger gefunden. Ferner fand man Rollstempel zum Aufbringen von Mustern auf handgewebten Stoffen. Steinbeile sollten den Toten im Jenseits dienen. Tausende von Schmuckketten gab es als Grabbeigabe. Dazu wurden Steine und Halbedelsteine geschliffen, durchbohrt und zu Ketten aneinandergereiht. Besonderen Wert haben die goldenen Kettenglieder, Idole, Figürchen Ohrpflöcke. Außer reinem Gold gab es Legierungen aus Gold und Kupfer, manchmal hatten sie etwas Silbergehalt.

Ihre Kleidung war spärlich, die des Kaziken und Priesters phantastisch und ähnlich der Kleidung des Amazonasgebietes.

Laut der Chronisten hielten die Tairona nicht viel von ehelicher Treue. Selbst Inzucht kam vor. Vielleicht hing das aber mit ihrer religiösen Einstellung zusammen.

Ihre Entwicklung war gegenüber den Indianern Mexikos und des südamerikanischen Hochlandes weit zurück. Von ihrer Religion ist fast nichts bekannt.

In östlicher Richtung von Santa Marta befindet sich die kleine Ortschaft Bonda, wo zahlreiche Fundplätze aus der Taironazeit zu finden sind. Sie bestand aus tausend Häusern und muß eine bedeutende Stätte ihrer Zeit gewesen sein. Rund ein Tagesmarsch von Bonda entfernt, liegt die wichtigste Siedlung der Tairona Pueblito. Pueblito bestand ebenfalls aus tausend Behausungen, in denen rund 6.000 Bewohner gelebt haben müssen. Die größeren Gebäude dienten wahrscheinlich kultischen Zwecken. Die Tairona legten Terrassen und Mauern an und belegten die Straßen mit Steinplatten. Diese waren aus Granit oder Schiefer. Um Raum zu sparen und Boden zu gewinnen führten die Straßen an Hängen entlang und nur selten über Felder. Sie waren drei Meter breit und besaßen links und rechts Abschlußkanten.

Die Grundmauern der Häuser - die erhalten blieben, waren rund und bestanden aus Lehm. Das Dach war spitzkegelig und mit Stroh oder Palmemblätter bedeckt. Von den Straßen führte ein plattenbelegter Weg, der vor dem Eingang mit zwei oder drei zwei Meter breiten Steinstufen endete. Um das Haus herum lief ein Plattenweg. Aber auch im Innern des Hauses war der Boden mit Steinen belegt. Der Durchmesser der Häuser beträgt sechs bis neun Meter. Einige von ihnen waren besonders sorgfältig gearbeitet worden. Hier mögen hochgestellte Persönlichkeiten gewohnt haben. Am Ortsrand waren die Gebäude schlichter gehalten. Einige wenige Häuser besitzen einen Durchmesser von 25 Metern und dienten offensichtlich für Kultzwecke.

Die Tairona hatten besonders viel Wert auf die Bewässerung und Kanalisation gelegt. Bäche wurden ausgemauert und Kanäle bedeckte man mit großen Granitplatten. Auf Feldern und angelegten Terrassen wurden Mais, Yucca, Baumwolle, Bataten, Gewürze, vielerlei Früchte und Pflanzen (Urucú) zum Färben von Gewebe angebaut.

In dieser Gegend der Sierra Nevada ist schwarzweiß gesprenkelter Granit typisch. Er diente als Baumaterial und wurde auch als Reibstein zum Zerstoßen und Mahlen von Mais verwendet. Aus ihm wurden auch kleine Töpfe hergestellt.

Die Toten wurden in Hockstellung oder nach der Verbrennung in mit Gesichtern verzierten Tonurnen bestattet. Je nach Art der Bestattung muß das Ansehen des Verstorbenen eine Rolle gespielt haben.

Der Abfall der Taironas wurde in Höhlen geschüttet, wo heute die schönen Scherben zu finden sind.

Von der Kultur der Tairona ist heute kaum etwas bekannt, aber ihr Können ist bestaunenswert. Die Tairona waren allein kein Volk. Zu ihnen müssen die Bonda und weitere benachbarte Stämme gezählt werden. Die Menschen aus Pueblito besaßen einen Verbindungsweg zum Meer. Über ihn drangen die Spanier ins Gebirge und rotteten die Tairona und ihre Verbündeten bis Ende des 16. Jahrhunderts nahezu aus. Auch ihre Dörfer wurden zerstört. Die letzten Überlebenden flüchteten in die Berge. Wohin ist nicht bekannt. Pueblito und die anderen Ortschaften wurden nicht wieder aufgebaut.
 
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