NORDAMERIKA
H Ä U P T L I N G E der ... [Stammname] (nach Kulturarealen)
Shawnee(Südwest-Stamm)und ihre Häuptlinge
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Tecumseh, Oberhäuptling, Sachem der Shawnee
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Tecumseh heißt «Der zum Sprung sich duckende Berglöwe», im
Englischen Crouching Panther. Tecumseh wird auch Shooting Star gleich Sternschnuppe
bezeichnet. Er war Sachem der Shawnee, der 1768 in Piqua im Bundesstaat Ohio geboren
wurde. Tecumsehs und sein jüngerer Zwillingsbruder Tenskwatawa wurden bereits in
ihrer Kindheit - genauer mit sechs Jahren - mit dem Tod vertraut gemacht. In der
Schlacht von Point Pleasant 1774 wurde ihr Vater getötet. 1780 wurde ihr
Heimatdorf von Kentuckiern überfallen und dem Erdboden gleich gemacht. Einer ihrer
älteren Brüder, der die Verantwortung übernommen hatte, wurde in einem
Gefecht im Jahre 1788 an der Grenze zu Tennessee von Weißen erschlagen. Ein
weiterer Bruder fiel in der Schlacht bei Fallen Timbers, wo General Wayne die
verbündeten Stämme der Algonkin und Wyandot unter der Führung des Sachems
Blue Jacket eine herbe Niederlage beibrachte.
Diese Ereignisse prägten den jungen Tecumseh und er begann die Weißen zu
hassen. Schon als junger Krieger erlangte er Ruhm und durch seinen menschlichen
Charakter wurde er bekannt. Er war es auch, der seinen Stamm überzeugte, dass das
Foltern von Gefangenen nicht Tapferkeit bedeutete. Tecumseh sah es allerdings als seine
Hauptaufgabe an, seinen Stamm zu schützen.
Ein Traum Tecumsehs war es einen großen Indianerstaat zwischen Ohio Valley und
den Großen Seen zu schaffen. Um das Gebiet herum sollten die Weißen im Osten
und die Kanadier im Norden siedeln, mit denen man in Frieden und Eintracht leben wollte.
Er glaubte sogar, dass die verbündeten Stämme stark genug wären, um die
Vereinigten Staaten zu besiegen. Tecumseh hatte aber vergessen, dass eine dauerhafte
Einigung der Stämme unmöglich war. Trotz alledem begann Tecumseh seine Idee in
die Tat umzusetzen. Er zog von Stamm zu Stamm von den Großen Seen bis hinunter an
den Golf von Mexiko. Überall wurde er nach indianischer Sitte voller Achtung und
Würde aufgenommen, seine überzeugenden Reden in Versammlungen mit
entsprechenden Respekt angehört, aber nach der Schlacht von Fallen Timbers hatten
die Indianer die Jahresgelder der Regierung angenommen und waren in die freien
Jagdgründe gezogen. Das meiste diesen Geldes steckten sich betrügerische
Indianer-Agenten und Händler in die eigene Tasche. Was die Indianer bekamen waren
minderwertige Decken, buntbedruckte Hemden sowie Feuerwasser. Die Indianer wurden zum
Schuldenmachen verleitet und bald waren die Regierungsgelber aufgebraucht, so dass die
Indianer mit ihrem Land bezahlen mußten, was sie zu Tiefstpreisen abgeben
mußten. Skrupellose Bodenspekulanten erwarben Stück für Stück
Indianerland bis auch die Maisfelder, Obstgärten wie auch ihre Behausungen
weißen Eigentümern gehörten, die alles zerstörten. Auch das Wild
wurde von den Eindringlingen verscheucht oder abgeschossen, und die Indianer machten nur
noch geringe Beute. Voller Verachtung blickten die weißen Siedler auf die
betrunkenen Indianer, die nun in den Straßen der Städte herumlagen oder sich
durch Messerstechereien selbst vernichteten.
Tecumseh und sein Zwillingsbruder Tenskwatawa gelang es schließlich um das Jahr
1806 die Stämme entlang des Wabash River für ihre Sache zu gewinnen. Auch mit
führenden Persönlichkeiten aus Kanada und den Vereinigten Staaten verhandelte
Tecumseh, die in ihm den Anwalt seines Volkes sahen und mit voller Bewunderung und
Achtung von ihm sprachen. Mit William H. Harrison von Nordwest-Territories (Kanada)
hatte er mehrere Gespräche. Die Indianer meideten die Ansiedlungen der Weißen
auf einmal, was für die Farmer und Händler überraschend kam, da sie doch
keinen Fusel mehr verkaufen konnten. Der Preis der Pelze und Felle stieg stark an und
welcher Händler an Indianer wertlose Waffen und Munition verkaufen wollte, wurde
gemieden. Die minderwertigen Waren der Händler stapelten sich in ihren Lagern und
der Handel zu Indianern hörte gänzlich auf. Die Indianer wurden wieder stolz
und die Häuptlinge legten wieder ihre großen Federhaupen an.
1809 entstand am Tippecanoe Creek einen Nebenfluß des Wabash River ein großes
Indianerdorf. Und Tecumseh war wiederum bemüht die Stämme des Algonkin-Bundes
gegen die Vereinigten Staaten zu vereinigen. Der Shawnee-Häuptling ließ
verkünden, dass alle Friedenshäuptlinge der Stämme ihr Amt nicht mehr
inne hätten, da sie durch ihre Gleichgültigkeit und Unfähigkeit fast den
Untergang des Stammes herbeigeführt hatten. Entmachtete Sachems ihrerseits
warnten die Stammesangehörigen vor einem Krieg, da er nur Unheil über den
Stamm bringen würde. Unterstützung erhielt Tecumseh durch seinen Bruder, der
inzwischen ein Prophet geworden war. Durch Dämonenbeschwörungen
überzeugte Tenskwatawa die Indianer von der Notwendigkeit eines heiliges Krieges.
Dies hatte Erfolg und das Lager am Tippecanoe wurde immer größer, so dass
Tausende von Kriegern sich in ihn aufhielten.
General Harrison wurde durch sein Nachrichtendienst von dem mächtigen Heerlager
der verbündeten Algonkin-Stämme informiert, so dass die US-Regierung mit
Tecumseh in Verhandlungen kommen wollte. Da der Gouverneur der Meinung war, dass Tecumseh
keinen Krieg wollte, verhandelte er mit nicht vertrauenswürdigen Häuptlingen
der Delaware, Kickapoo, Miami, Wyandot und weiterer Stämme über die Abtretung
von Stammesgebiet. Durch diesen Vertrag erhielten die Vereinigten Staaten 3 Millionen
Quadratkilometer Indianerlandes am Wabash. Damit hatte sich die Grenze zwischen Rot und
Weiß auf 50 Kilometer an das Heereslager von Tecumseh angenähert. Tecumseh
verlangte, dass der Vertrag für ungültig erklärt wurde. Zur Zeit als die
Regierung in Washington noch über den Vertrag beriet, überfielen mehrere
Kriegerbanden die Siedlungen der Weißen, die früher auf die Indianer noch
verächtlich hinabgeschaut hatten. Aus Angst flohen die Siedler und verlangten von
der Regierung Hilfe. General Harrison sammelte Soldaten zu einem Heer, aber bevor es zu
Feindseligkeiten kam, entschuldigte sich Tecumseh. Der General traute allerdings dem
Frieden nicht so recht und hielt seine Truppe in Bereitschaft. Es blieb tatsächlich
ruhig. Da aber im Lager am Tippecanoe immer mehr Krieger eintrafen, erhielt General
Harrison von der US-Regierung im Herbst 1811 den Befehl mit seinen 800 Mann ein Lager
am Wabash Valley nahe dem Indianerlager aufzuschlagen. Tecumseh wollte die Fünf
zivilisierten Nationen für sein Vorhaben gewinnen. Bevor er aber abreiste,
übergab er das Kommando seinem Bruder Tenskwatawa mit der dringenden Warnung bis
zu seiner Rückkehr keine Kampfhandlungen zu unternehmen.
Während Tecumseh von Süden nach Detroit eilte, entschloß sich Tenskwatawa
anzugreifen. Am Abend vor dem Angriff vollführte er als Prophet noch ein
atemberaubendes Schauspiel, bei dem Raketen, bengalisches Feuer und Leuchtkugeln den
Himmel erhellten und mit diesem Spektakel die Krieger zum Kampf begeisterte. Am Morgen
des 7. November 1811 schlichen sich 500 Krieger an das Lager der Soldaten an, ohne das
diese irgendetwas merkten, da immer noch im Indianerlager Lagerfeuer, Gesänge und
Trommeln zu hören waren. Kurz vor dem Wecken griffen die Indianer das ahnungslose
Lager mit nunmehr 4.000 Kriegern an. Zwei Stunden währte die Schlacht bis es der
Infanterie und Kavallerie gelang, die Indianer zurückzudrängten. 61 Tote und
127 Verwundete hatten die Soldaten zu beklagen, bei den Indianern waren nur 40 Krieger
gefallen. Nach dieser Niederlage zogen die Krieger in ihre Stammesgebiete zurück.
Als Prophet hatte Tenskwatawa seine Glaubwürdigkeit verloren. Tecumseh ärgerte
ich über seinen Bruder, da seine langjährigen Bemühungen zerstört
waren. Tecumseh zog sich zu seinen verbündeten Engländern nach Kanada
zurück mit der Hoffnung noch einmal die Stämme zu vereinigen.
Tecumseh erhielt von den Engländern im Jahre 1812 den Oberbefehl über die
freiwilligen Indianerverbände und wurde zum Generalleutnant ernannt, als zwischen
England und den Vereinigten Staaten der Krieg ausbrach. Zahlreiche Forts hatten die
Amerikaner errichtet und kampferprobte Männer befanden sich im Krisengebiet. Die
Indianer waren durch die Niederlagen von Fallen Timbers durch Wayne und am Tippecanoe
durch Harrison aufgeschreckt. Das Zentrum der Kampfhandlungen war die Stadt Detroit.
Mal triumphierten die Engländer mal die Amerikaner. Jedoch gelang es den
Engländern nicht auf amerikanischen Boden vorzudringen. Tecumseh zog sich mit
seinen Einheiten an der Seite von General Proctor, den Tecumseh für unfähig
ansah, zurück. Proctor und seine Soldaten wurden im Herbst 1813 in die Enge
getrieben. Die Sachems der Shawnee hielten den General für feige.
Am Thames River erreichten die Amerikanern die englische Armee. Der Shawnee-Sachem
Tecumseh forderte Proctor zur Schlacht auf, sonst würde er zu den Amerikanern
überlaufen. Noch bevor es zum Kampf kam, legte Tecumseh seine indianische Kleidung
an. Beim ersten Angriff wurden die Reihen der Engländer von den Amerikanern
aufgerieben - die Amerikaner siegten.
In der Schlacht am Thames River im Jahre 1813 fiel Tecumseh. | |
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