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Die Tiahuacano-(Tiwanaku)-Kultur


Tiahuanaco Eine weitere Kultur, die dem Reich der Inka vorausging, war die eines kleinen Dorfes in Bolivien - die Kultur von Tiahuanaco. Es liegt in 4.000 Meter Höhe und 20 Kilometer südlich des Titicacasees. Hier entstand vom 3. bis 8. Jahrhundert ein Kulturzentrum, welches zwischen 600 bis 800 der Wohnsitz des regierenden Fürsten eines bedeutenden Reiches war. Zahllose Legenden, phantastische Vorstellungen und Vermutungen werden über diese Stadt erzählt. So zum Beispiel soll Tiahuanaco die älteste Stadt der Welt sein und vor 250.000 Jahren gegründet worden sein.

Tiahuacano war eine Kultzentrum - nicht Wohnstätte - das aus vier Teilen von einer Fläche von nur 500 mal 1.000 Meter besteht. Im ersten Bereich erhebt sich die sogenannte Akapana-Pyramide, eine vierzehn Meter hohe Stufenpyramide. In unmittelbarer Nachbarschaft der Atapana liegt das Kalasasaya, das einen Viertel der Gasamtfläche bedeckt. Es ist ein Platz von einer fast viereckigen Grundfläche von 126,20 mal 117,50 Meter, welcher von in einer Reihe grob behauener Monolithpfeilern in unregelmäßen Abständen gesäumt wird. Für Diebe, die diese Steinblöcke abtransportieren wollten, waren diese Pfeilerblöcke zu schwer. Ein versenkter Innenhof nimmt etwa wieder ein Drittel des Kalasasaya-Komplexes ein, in den man durch ein Steintor - das berühmte Sonnentor von Tiahuanaco, das aus einem einzigen 7 Tonnen schweren Andesitblock gearbeitet wurde - gelangt. Dem Tor folgte eine sechsstufige Treppe bevor man das Innere erreichte.

Das Sonnentor ist an der oberen Hälfte mit reichem Relief verziert, mittig im Tor erhebt sich eine Menschenfigur, von dessen Haupt stilisierte Sonnenstrahlen abgehen, die teilweise in Pumaköpfen enden. Die dargestellte Gestalt ist vermutlich der höchste Gott der Menschen Tiahuanaco - Viracocha, der bei den Inka der Schöpfer der Welt war - gewesen.

Ansicht aus Tiahuanaco Im dritten Bereich steht, dass ebenfalls aus großen Steinblöcken erbaute, sogenannte Pumator - Puma Puncu.

Neben den genannten Hauptbauten - Akapana, Kalasasaya und dem Pumator - sind noch riesige Steinstatuen in Tiahuanaco, die eine Übergangsform aus Stele und Statue darstellen, zu besichtigen. «Bischof» und «Mönch» heißen die zwei höchsten dieser Steinstatuen, die die gigantischen steinernen Köpfe der Olmeken sogar überbieten. Sie sind die größten vorkolumbischen Statuen überhaupt in ganz Amerika. Die kolossalen Standbilder schmückten einst den Raum im Kolosasaya und wurden nach ihren Entdeckern Monolito Ponce Sangines und Monolito Bennett benannt. Die Statue Monolito Bannett hat eine Höhe von 7,85 Meter, besitzt einen rechteckigen Kopf, trägt eine eigenartig geformte Krone, ihr sind viereckige Augen gemeißelt worden und die Hände umgreifen die Brust.

An den Ruinen der Bauwerke ist zu erkennen, dass die Bauherren dieser Kultur eine architektonische Meisterleistung vollbracht haben. Man vermutet das Pilger diese heilige Stätte errichtet haben, welche allerdings unvollendet blieb. Wenn man die riesigen Steinstatuen und Steinquader in der Ewige Stadt ansieht, dann drängt sich einen die Frage auf: wie sind sie hierher transportiert worden? Der nächste Steinbruch liegt sechs Kilometer entfernt. 3.000 Menschen waren erforderlich, um vom Steinbruch bis nach Tiahuanaco einen solchen Quader zu bewegen. Und welch eine Organsation war notwendig?

Die Kunstwerke der Tiahuanaco-Kultur sind nicht nur in Tiahuanaco zu finden, sondern die Einflüsse dieser Kultstätte sind in mehreren Andentälern und an der Küste von Ekuador und Nordchile anzutreffen. Beispiele dafür sind die Stätten Sollkatiti, Chiripa, Wancani, Pucara, Huari und Pachacámac. In den beiden letztgenannten Zentren wurde der Katzen- wie auch der Kondorgott verehrt. Pucara liegt 250 Kilometer von Tiahuanaco entfernt und Huari sogar 510 Kilometer.

Forscher vermuten, weil die Darstellungen dieser Gottheiten von Menschenköpfen umringt sind, das Menschenopfer-Zeremonien hier stattfanden.

Die Ausbreitung der Kultur Tiahuanacos über die gesamten mittleren Anden ist am besten an der Keramik und an Textilien der Indianer aus der zweiten Hälfte des 1. Jahrtausends zu erkennen. Das Sonnentor des Kultzentrums begegnet einen in den Mustern und Motiven immer wieder.

Auf welchem Weg die Tiahuanaco-Kultur in die entlegendsten Orte Perus gelangte, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich liegt es am dargestellten Gott im Sonnentor Tiahuanacos - Viracocha.
 
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