NORD- BIS SÜDAMERIKA
Handwerk & Schmuck
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Die Webkunst der Azteken
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Genau wie Gold, Silber, Nephrit und Türkis hatte Federschmuck für die Azteken
großen Wert. Ein gemeiner Soldat trug Tierhäute, während der Adel
in prunkvollen Federkleid zu Feld zog.
Die wertvollsten wie auch begehrtesten Federn waren die des Quetzal. Verwendung
fanden aber auch die Federn anderer farbenprächtiger Vögel wie der des
roten Ara, Kolibri, blauen Cotinga, roten Löffler und von Papageien. Die
Herstellung solcher Kleidungsstücke war zeitraubend und zugleich kostspielig.
In einem Gewand wurden die Farbtöne ineinander überlagernd angeordnet und
darüber wurden Insignien und Schilde manchmal auch Gold geklebt.
Ein Großteil dieser Federn stammte aus Tributzahlungen. Sogenannte Zünfte
der Federputzmacher fertigten aus ihnen die Gewänder an. Die meisten der Waren
wurden auf Märkten verkauft. Eine Zunft stellte ausschließlich für
den Herrscher den Federputz her, die im Palast lebte.
Insgesamt gab es 20 Rangstufen. Das Kostüm zeigte den Rang des Trägers.
Wieviel jeder Kostüme zugeteilt bekam, war abhängig von der Anzahl an
Gefangenen, die das zukünftige Menschenopfer darstellten. Das
Zeremonialkostüm bestand aus einem Kittel und einen Rock, einem Kopfputz und der
Standarte auf dem Rücken. Für die Repräsentation standen fünf
Farben zur Verfügung, die die Kardinalpunkte und das Zentrum kennzeichneten.
Die Haut des Xipe Totecs trugen der Herrscher von Tenochtitlán und der
König von Tetzcococ symbolisch in Form eines Federkleides. Ergänzt wurde
diese Uniform noch mit einer vergoldeten oder blauen Trommel.
Gewebte Textilien waren die Alltagsbekleidung. Durch das feuchte Klima sind aber
nur ganz wenige Stücke erhalten geblieben. Jede Region des Azteken-Reiches hatte
seine eigenen Muster, die entweder eingefärbt, aufgemalt, eingestickt oder
eingewebt worden. Die Frauen trugen Röcke, dazu kamen, wenn sie der Oberschicht
angehörten, huipiles oder Capes. Die einfache Frau war am Oberkörper nackt.
Der Mann hingegen trug Lendenschurz und Umhang. Die Bekleidung wurde aus der Faser
der Agavanarten maguey und henequen hergestellt. Das Material war grob und steif,
erst durch Bearbeitung wurden die Fasern zu weichen und anschmiegsamen Tuch gewebt.
Die angebaute Baumwolle war der Oberschicht vorbehalten. Durch alle sozialen
Schichten wurden die gleichen Kleidungsstücke getragen. Der Unterschied lag in
der Qualität des Materials, in der Webart und in der Gestaltung, die den Status
des Trägers zum Ausdruck brachte. In Tenochtitlán und Tetzcoco gab es
eine sehr strenge Kleiderordnung.
Auf den Seen des Hochlandes wuchs der Rohstoff für die Flechtkunst. Schilf,
aber auch Palmblätter und Zuckerrohrstauden dienten als Material für
Körbe und Matten. Ebenso wurden die Fasern von Kakteen und Agaven zum
Flechten verwendet. Das wenige Mobilar der Azteken bestand aus niedrigen Tischen,
Stühlen - Sitzflächen - und Strohschütten. Strapazierfähige
Bodenmatten werden heute noch im Toluca-Tal angefertigt.
Federkleider behinderten den Träger in seiner Bewegung und Schutz vor den
spanischen Waffen bot diese Maskerade ebenso nicht. Die spanischen Konquistadoren
maßen den Kostümen keiner Beachtung, jedoch schickten sie ganze
Schiffsladungen als Kuriositäten nach Europa. Da die Konservierung des
Federschmucks nicht bekannt war, blieben nur acht Exponate - fünf davon
waren Schilde - erhalten.
Zwei dieser Schilde sind in Stuttgart zu bewundern. Die Schilde wurden nicht
für den Nahkampf benutzt, sondern eher für kultische Handlungen. In
Wien sind neben einem Schild, ein 1,15 Meter langer Kopfputz, ein Umhang und ein
Fächer aufbewahrt. Der Kopfputz ist mit einigen Reihen Goldscheiben verziert
und bestand einst aus fünfhundert grünen Quetzal- und blauen
Cotingafedern, von denen nur noch wenige vorhanden sind. Das Grundgerüst des
Fächers ist aus Bambus gefertigt. Der Umhang besteht aus roten Federn und
ist Schwarz, Rot und Blau eingefaßt. Letztgenanntes Stück ist im
schlechten Zustand, hingegen der Fächer gut erhalten ist. | |
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