Sioux-Familie


Den ursprünglichen Kern einer Sioux-Gesellschaft bildete das sogenannte Tiyospe. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Personen mit einem Anführer, die durch Abstammung oder Heirat sich zusammengeschlossen hatten. Meist war ein erfahrener Ältester der Führer, der für alle Belange des täglichen Leben die Verantwortung hatte, wie bei der Jagd und im Krieg, bei der täglichen Haushaltsführung, bei der Kinderpflege, bei allen Feierlichkeiten, bei der Fürsorge der Alten und beim Begraben der Toten.

Das Tiyospe mußte eine fest verbundene Organisation sein, um diese Aufgaben erfolgreich bewältigen zu können. Meist bestand es aus einer oder mehrerer Familien, die in ihrer Beziehung untereinander einem festgelegten System - einem Ordnungsschema - folgten.


Familie

Bei den Sioux gab es einen Kodex im Verhalten der Menschen untereinander, der von Vertrautheit und Achtung bestimmt war. Das Verwandtschaftssystem und die Familienzugehörigkeit richtete sich nach Regeln, die vor allem vom Alter und Geschlecht sowie von der Abstammung abhängig waren.

Diese Kriterien bildeten die Grundlage für eine zusammenhaltende Gesellschaft, wo jedes Mitglied auf Harmonie und Konfliktvermeidung bemüht war. Das war die wichtigste Vorstellung der Sioux von einer Familie, nach dem die Verwandtschaft definiert wurde.

Die Tiyospe war eine Gruppe von Personen mit Anfü,hrer, die durch Abstammung und Heirat mit ihm verwandt war und damit den eigentlich Kern einer Sioux-Gesellschaft bildete. Eine solche Gemeinschaft bestand aus einer oder mehreren Familien, die eine besonders feste zusammenhängende Organisation bilden musste. Ein erfahrener und verläßlicher Ältester führte sie bei der täglichen Arbeit wie der Haushaltsführung, Kinderpflege, bei der Jagd und auch im Krieg an. Somit folgte ein jedes Familienmitglied einer solchen Tiyospe einem festgelegten System, das nach einem ausgeprägten Ordnungssystem handelte.

Für die Sioux war die Familie eine ewig lebende und im stä,ndigen Wandel stehende Gemeinschaft, deren jedes Mitglied durch Blutsverwandtschaft dauerhaft verwandt war. Die Geradlinigkeit der Abstammung zu Großeltern und Eltern wurde berücksichtigt, aber auch die Verwandtschaft zu Onkel und Tanten, Brüdern, Schwestern, Vettern und Kusinen wurde miteinbezogen. Jeder konnte wählen, ob er lieber zur Familie des Vaters oder der Mutter gehören wollte, er blieb auf jeden Fall Angehöriger beider Familien.