Die Indianer Nordamerikas - Inuit, Rohfleischesser


Eskimo bedeutet im Indianischen "Rohfleischesser". Selbst nennen sie sich "Inuit". Sie sind ein mongolides Polarvolk, welches von der asiatischen Tschuktschenhalbinsel über Alaska entlang der kanadischen Eismeerküste bis nach Grönland lebt. Das Inuit-Gebiet ist eine der rauhesten und menschenunfreundlichsten Region unserer Erde. In der Arktis gleicht eine Inuit-Sprache der anderen, obwohl man von der Größe dieses Gebietes von wesentlich mehr Sprachen ausgehen müßte.

Die Behausungen der Inuit sind je nach Region, dem dort anzutreffenden Klima und den vorhandenen Baumaterialien angepaßt. In der Tabelle werden die Haustypen der verschiedenen Regionen dargestellt.

Behausungstypen und ihre Ausbreitungsgebiete

Alaska-Erdhütte
MacKenzie, Nordalaska, St. Lawrence Island sowie die Inuit des südlichen und westlichen Alaska

Iglu
Baffin Island, Caribou, Copper Iglulik, Labrador, Netselik, Polar- und Southampton-Inuit

Kuppelförmiges Erdstein-Walknochenhaus
östliches Grönland, Inuit in Labrador und Westgrönland

So wie die Behausungen der Inuit unterschiedlich waren, so war auch ihre Nahrung von der Region, dem dort vorhandenen Klima und die auf diese rauhen Umweltbedingungen angepaßten Tierarten abhängig. In der Tabelle werden die wichtigsten Tiere als Nahrungsmittel aufgezeigt.

Hauptnahrung in den Ausbreitungsgebieten

Fisch, Seehunde und Robben, Karibu, Elch
Inuit des südlichen und westlichen Alaska

Seehunde, Karibu, Elch
Copper, Iglulik, Labrador, Netsilik, Nordalaska- wie auch Southampton-Inuit

Seehunde und Robben
Baffin Land, Ostgrönland sowie Polar- und St. Lawrence Island Inuit

Robben waren die wichtigste Tierart, da kleinere Arten das ganze Jahr vorkommen. Eine der größeren Exemplare war die Bartrobbe. Weitere Nahrungsquellen boten Walrosse, Weißwale (Beluga) und Narwale. Alle drei zuletztgenannten Tierarten brachten großen Fleischertrag, waren aber selten anzutreffen, und man fing sie mit Kajaks ausschließlich im offenen Wasser.

Die Jäger der kleinen Robbenarten waren auf einen täglichen Fang angewiesen, hingegen die Walfänger nach einer erfolgreichen Jagd einen riesigen Fleischvorrat auf einmal erbeuteten. Ein Wal brachte den Menschen Nahrung, den Hunden Futter, den Tran für Lampen und stellte ein gewaltigen Vorrat an Rohmaterial dar. Wenn einmal ein Wal strandete, zog die ganze Familie zu diesem Platz, errichtete ihre Behausungen und konnte sich über mehrere Monate von dem Fleisch ernähren.

Inlandeskimo in typischer Pelzbekleidung Die Westküste von Grönland ist reich an Fisch, Seesäugern, Rentieren, Vögeln und Krabben. Im gesamten Jahr werden mehr als 70 Tierarten gejagt. Diese stehen aber immer nur eine bestimmte Zeitspanne zur Verfügung. Ist eine Tierart mal nicht so häufig anzutreffen wie in anderen Jahren, können diese Engpässe durch andere Tiere kompensiert werden. Zu den Fischarten, welche geangelt wurden, gehören Dorsch, Kabeljau, Kapelan, grönländischer Heilbutt, Forelle und Seewolf. Die verwendeten Vögel sind Eiderente, Tord-Alk, arktische Seeschwalbe, schwarzes Wasserhuhn und Stummelmöwe. Seesäuger, die mit Booten gefangen wurden, waren Bartrobbe, Ringelrobbe, Sattelrobbe und Weißwal. Auf dem Land stellte man dem Rentier nach.

In Westgrönland herrschte und herrscht auch heute noch zwischen dem 60. und 75. Grad nördlicher Breite ein arktische Klima mit +7° C im Sommer (Juli) und im Winter -32° Celsius im Küstengebiet und im Landesinneren werden -40° C erreicht. Von Dezember bis Mai ist das Meer zugefroren. Zwischen dem 27. Mai und dem 18. Juni steht die Sonne 24 Stunden am Himmel und vom 1. Dezember bis 12. Januar bleibt es dunkel.

Im Jahre 1970 wurde die Inuit-Bevölkerung in Alaska und Kanada auf 43.846 Angehörige geschätzt. Im Gebiet der Nome-Behörde wurden 1985 9.550, bei Fairbanks 11.283, von der Bethel-Behörde 12.883, von der Cook Inlet Eingeborenengesellschaft 11.177, von der Copper River-Gesellschaft 993 und von der North Pazifik Rim-Gesellschaft 1.443 Inuit registriert.