Die Anasazi und Kayenta


Kayenta-Anasazi: Canyon de Chelly Das Chaco- und Mesa Verde-Territorium wurde von größeren Anasazi-Gruppen besiedelt.

Eine weitere große Gruppe dieser Menschen ließ sich in Kayenta - 200 Kilometer nordöstlich von Flagstaff in Arizona - nieder. Diese Gruppe begann später mit dem Bau von Pueblos als die Menschen im Chaco und Mesa Verde. Die Kayenta-Anasazi sollen die Künstler der Anasazi gewesen sein. Ihre Architektur war weniger gut entwickelt, aber was die Töpferei und das Kunsthandwerk betraf, waren sie unübertreffliche Meister ihrer Zeit. Die Anasazi-Gruppen des Chaco und der Mesa Verde erbauten ihre großen Siedlungen, währendes die Menschen der Kayenta-Gruppe zwischen 1000 und 1100 nach Westen sich ausdehnten.

Ihre Expansion nach Westen endete als der Regen ausblieb. Vielleicht waren auch noch andere klimatische Bedingungen daran schuld. Um das Jahr 1150 begannen die Anasazi ihre im Westen errichteten Siedlungen zu verlassen. Die Vertriebenen wurden im Kernland der Kayenta aufgenommen, wo man die Siedlungen vergrößerte. Dies führte zu einer Intensivierung der Landwirtschaft und zu einem stark anwachsenden Wasserbedarf.

Weitere Probleme entstanden durch die Abholzung der Hochebenen. Das Holz diente als Baumaterial für ihre Wohnanlagen und zugleich als Brennstoff. Mit dem Verschwinden des Waldes kam die Erosion voran, aber die freiwerdenden Flächen wurden dringend für Felder benötigt. Auch der Grundwasserspiegel sank. Der langsame Rauhbau an der Natur führte aber nicht zur Katastrophe, sondern die sich ausdehnente lang anhaltende Dürre.

Schließlich wurde die Lage was das Trinkwasser und die Nahrung betraf, Ende des 13. Jahrhunderts so ernst, dass die Kayenta-Anasazi ihr Kernland zwischen 1286 und 1300 mit ihrer ganzen Habe verließen, wie man Dank der Baumringdatierung festgestellt werden konnte. Manche Familie versperrten die Tür ihrer Behausung so, das man annehmen muß, dass sie die stille Hoffnung hatten, einmal zurückkehren zu können. Dies passierte aber nicht. Ihre Wohnstätten blieben für immer verlassen. Nicht alle Anasazi verließen ihre Häuser auf einmal, sondern sie wanderten in kleinen Gruppen, Familien für Familie oder Clan für Clan.

Die Kayenta-Anasazi wanderten nach Süden, wo sie als Vorfahren der heutigen Pueblo-Stämme, wie den Hopi, Zuni und andere Stämme weiterlebten.


Hier einige Wohnanlagen der Kayenta-Anasazi kurz vorgestellt:


Anasazi Indian Village
(= Coombs Site). Die Kayenta-Anasazi bewohnten diesen Komplex zwischen 1050 und 1275. Die 90 Räume teilten sich etwa 200 Kayenta-Anasazi.

Betatakin
Ruine der Kayenta im Tsegi Canyon, die 140 Räume und 2 Kivas hat und unter einem 140 Meter hohen Felsüberhang sich befindet.

Canyon de Chelly
Der Begriff ist abgeleitet von dem Navaho-Wort «Tsegi» = felsiger Canyon. Canyon de Chelly wurde von 350 bis 1300 von etwa 1.000 Anasazi bewohnt.

Inscription House
Ruine der Kayenta im Tsegi Canyon. Wie schon der Name sagt, entdeckte man hier Inschriften.

Keet Seel
Ruine der Kayenta im Tsegi Canyon, die aus 160 Räumen und 6 Kivas besteht. Keet Seel wurde nach 1260 erbaut von etwa 150 Menschen bewohnt und um 1300 wieder verlassen.

Three Kiva
Pueblo
Eine Kayenta-Anasazi-Stätte mit 14 Räumen. Sie wurde um 900 erbaut und war bis 1300 bewohnt. Three Kiva Pueblo war Handelszentrum zur Mesa Verde, Hovenweep und zur Pazifikküste.