Die Errungenschaften der Indianer - Fazit: Indianer-Architektur

An der Pazifikküste erstreckt sich der «Ring of Fire» - der Ring von Feuer - mit den aktivsten Vulkanen der Welt. Und gerade hier finden wir merkwürdiger Weise Bauwerke von größeren indianischen Zivilisationen. Hier haben Archäologen zahlreiche Ruinen indianischer Städte, Tempel und Pyramiden, die kein Anzeichen der Zerstörung durch Vulkanismus aufweisen, entdeckt. Das geologisch instabile Gebiet war die Heimat der Azteken im Hochland von Mexiko, der Maya in Guatemala, der Chibcha in Kolumbien, der Inka in Peru und der Tiahuanaco-Kultur am Titicacasee. Die indianischen Bauwerke halten den Erdbeben stand, hingegen die Städte der Weißen nach vulkanischen Aktivitäten wieder aufgebaut werden müssen.

Die meisten Monumentalbautechniken der Indianer sind verloren gegangen, obwohl sie in ganz Amerika in der Lage waren Zement herzustellen, Kalkmörtel zu verwenden und Gipsmörtel und Stuckverzierungen entwickelten. Warum Monumentalarchitektur der Indianer nicht übernommen wurde, ist auf die Bogen-Manie der Europäer zurückzuführen. Die Baumeister der Alten Welt verwendeten in Kirchen, öffentlichen Gebäuden, in Schulen und Klöstern, in Palästen der Adligen und in Arenen Bogenportale und Fensterbögen oder setzten Kuppeln auf. In China, Ägypten, Griechenland und in der Neuen Welt verwendete man in der Architektur lieber die robustere Bautechnik wie Winkel, Geraden und Parallelen als Bögen.
Nur die Maya setzten eine Art Bogen ein - die von Kragsteinen gestützten oder falschen Bogen, die sie über Eingängen, überwölbten Gängen und für Innenräume verwendeten. Sie benutzten nicht nur einen Bogentyp, sondern mehrere. Die Bögen waren aber nicht echte Träger, sondern eher das Prinzip von Konsolen, die den Druck nach unten und nicht wie echte Bögen zu den Seiten verteilen. Die Maya verwendeten für mehrstöckige Gebäude massive Stützmauern. Ihre Bauten stehen heute noch, hingegen europäische Bauwerke nur noch Ruinen sind.